35 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag – Viadrina lädt zu zahlreichen Veranstaltungen
Vernetzung, Diskussion, Kabarett, Analyse – mit einer Vielzahl von Veranstaltungen über die deutsch-polnischen Beziehungen erinnert die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in diesem Jahr an die Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages vom 17. Juni 1991. An der Europa-Universität versteht man den Nachbarschaftsvertrag nicht nur als historischen Bezugspunkt, sondern auch als Auftrag, im deutsch-polnischen Dialog die wichtigen Themen der Gegenwart und Zukunft gemeinsam und weiterhin aktiv zu gestalten – in Forschung, Lehre und im grenzüberschreitenden gesellschaftlichen Austausch.
„Der Deutsch-Polnische Nachbarschaftsvertrag von 1991 und die Wiedergründung der Europa-Universität Viadrina wenige Wochen später stehen für eine gemeinsame Vision: den deutsch-polnischen Dialog in einem vereinten Europa dauerhaft zu stärken und über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten“, so Prof. Dr. Eduard Mühle, Präsident der Europa-Universität Viadrina. Als zentrale Veranstaltung im Rahmen von 35 Jahren Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag findet an der Europa-Universität am 23. und 24. April das deutsch-polnische Vernetzungsevent „Doing Democracy: Connecting Academia and Civil Society Across Borders“ in Kooperation mit der SWPS Universität Warschau statt. Mehrere öffentliche Veranstaltungen im Rahmen dieses Events sowie weitere Diskussionen, Vorträge und feierliche Anlässe an der Viadrina bieten in den kommenden Monaten zahlreiche Möglichkeiten, sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen analytisch, praktisch und unterhaltsam auseinanderzusetzen. Die Veranstaltungen sind auch Teil des Monats der politischen Bildung in der Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice mit dem Titel „Grenzerfahrungen 2026“.
Heide Fest / Viadrina
Veranstaltungen
Donnerstag, 23. April 2026, 13 bis 14.30 Uhr, Logensaal, Europa-Universität Viadrina
„Doing Democracy: Warum Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Bereich „Demokratie“ (deutsch-polnisch) vernetzen?“
Auftakt des deutsch-polnischen Vernetzungsevents „Doing Democracy: Connecting Civil Society and Academia Across Borders“
Podiumsgespräch zur Frage, warum eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Bereich Demokratie notwendig ist, mit: Prof. Mikołaj Cześnik (SWPS Warschau), Artur Koldomasov (SWPS Warschau, angefragt), Dr. Anja Hennig (Viadrina), Moderation: Irene Hahn-Fuhr (Zentrum Liberale Moderne/Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit).
Die Veranstaltung wird simultan deutsch-polnisch gedolmetscht.
Weitere Informationen
Donnerstag, 23. April 2026, 18.30 bis 20 Uhr, Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung, Rathaus Frankfurt (Oder)
„Chancen demokratischer Partizipation in Zeiten von Desinformation“
Podiumsgespräch im Rahmen von Doing Democracy
Diskutiert werden die Herausforderungen und Möglichkeiten demokratischer Beteiligung in Zeiten von Desinformation mit Prof. Dr. Gesine Schwan (Berlin), Dr. Anne Holper (Viadrina), Prof. Dr. Radosław Markowski (SWPS Warschau) und Krzysztof Izdebski (Batory Stiftung). Es moderiert Dr. Anja Hennig (Viadrina). Ergänzt wird die Diskussion durch Einblicke in verschiedene Aspekte aus der Zivilgesellschaft. Der Bürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), Claus Junghanns, spricht ein Grußwort. Die Veranstaltung wird simultan deutsch-polnisch gedolmetscht.
Für diese Veranstaltung ist eine vorherige Anmeldung erforderlich
Freitag, 24. April 2026, 13.30 bis 15.30 Uhr, Konferenzsaal, Collegium Polonicum, Słubice
„Future Lab: Themen, Formate und Bedingungen für Wissenschaft-Praxis Kooperation“
Das Finale von Doing Democracy dient dem Austausch zentraler Erkenntnisse, gewonnener Erfahrungen und konkreter nächster Schritte. Im Fokus stehen die Fragen, welche Formate für eine künftige Zusammenarbeit denkbar und welche Bedingungen dafür nötig sind. Impulse zu Förderung und strategischer Weiterentwicklung geben Alfred Roos (Tolerantes Brandenburg), die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung, Krzysztof Izdebski (Batory Stiftung Warschau) und das Brandenburger Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa (angefragt). Es moderiert Artur Koldomasov (SWPS Universität Warschau). Die Veranstaltung wird simultan deutsch-polnisch gedolmetscht.
Weitere Informationen
Freitag, 8. Mai 2026, 11 bis ca. 14 Uhr, Gräfin-Dönhoff-Gebäude, Hörsaal 6, Europa-Universität Viadrina
„Deutschland und Polen: Warum ist unsere gemeinsame Geschichte bis heute wichtig?“
Vortrag mit Kulturwissenschaftlerin Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach für Schüler*innen der Klassen neun bis zwölf mit anschließendem Mittagessen in der Mensa und Campusführung mit Studierenden der Viadrina. Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach erklärt, was es mit dem deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag von 1991 auf sich hat und warum er bis heute eine wichtige Rolle für beide Länder spielt. Sie diskutiert mit den Schüler*innen, welche Erfahrungen sie in der Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice sowie in der Grenzregion in Bezug auf die deutsch-polnische Geschichte gemacht haben. Lehrer*innen können ihre Klassen per Mail an veranstaltung@europa-uni.de mit Angabe der Schule, Klasse und Anzahl der Schüler*innen anmelden.
Sonntag, 17. Mai 2026, 11 bis 20 Uhr, Schiffsanlegestelle Frankfurt (Oder) / Onkel Helmut und Collegium Polonicum, Słubice
Jubiläumsfeier: „Im Fluss der Worte – 100 Jahre Henryk Bereska“
Anlässlich des 100. Geburtstags von Henryk Bereska, Autor und Übersetzer bedeutender polnischer Werke, findet im Collegium Polonicum in Słubice sowie auf der Oder eine Festveranstaltung statt. Die Feier beginnt am Vormittag mit einem Poetendampfer auf der Oder (11 Uhr), auf dem Autor*innen aus Polen und Deutschland ihre Werke lesen und diskutieren. Am Nachmittag (13.30 Uhr) wird im Collegium Polonicum die Ausstellung „Ohne Applaus … Vom Übersetzen als stiller Kunst.“ eröffnet. Weitere Programmpunkte im Collegium Polonicum sind die szenische Lesung „Wenn ich nachts losgehe …“ vom Theater des Lachens, ein Kurzvortrag von Prof. Ines Geipel und eine Lesung zur Ausgabe des Tagebuchs Bereskas. Die Veranstaltung klingt mit einer weiteren Fahrt des Poetendampfers auf der Oder (18.00 Uhr) aus. Veranstalter sind die Karl Dedecius Stiftung an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und das Karl Dedecius Archiv am Collegium Polonicum.
Weitere Informationen
Donnerstag, 21. Mai 2026, 16.00 Uhr, Kleist Forum, Platz der Einheit 1, Frankfurt (Oder)
Verleihung des 25. Viadrina-Preises an Steffen Möller
Die Europa-Universität Viadrina verleiht den 25. Viadrina-Preis an den Bestsellerautor, Schauspieler und Kabarettisten Steffen Möller. Die Laudatio hält der Schriftsteller Radek Knapp. Der Eintritt zur Preisverleihung mit anschließender Kabarettshow und Umtrunk ist frei. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kleist Forum statt und wird simultan deutsch-polnisch gedolmetscht.
Mit dem Viadrina-Preis würdigt die Universität seit 1999 herausragende Persönlichkeiten und bedeutende Initiativen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens für ihr Engagement zur Verständigung, Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen.
Programm und Anmeldung
Donnerstag, 28. Mai 2026, 16.30 Uhr, Senatssaal, Hauptgebäude, Europa-Universität Viadrina
Europa-Forum: „Kooperation in Krisenzeiten: Wieviel Geopolitik steckt in den deutsch-polnischen Beziehungen?“
In Zeiten globaler Machtverschiebungen gewinnt das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen besondere geopolitische Bedeutung. Beide Länder sind zentrale Pfeiler der europäischen Sicherheitsordnung und zugleich Brückenbauer in einer Region, die zunehmend im Fokus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen steht. Über die bilateralen Beziehungen vor dem Hintergrund globaler Umbrüche diskutieren: Dr. Kathrin Zehender (Politisches Bildungsforum Brandenburg), Knut Abraham (MdB, Polen-Beauftragter der Bundesregierung), Rolf Nikel (DGAP) und Prof. Dr. Pierre-Frédéric Weber (Universität Szczecin), Moderation: Prof. Dr. Claudia Maria Weber (Viadrina).
Die Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit der Europa-Universität Viadrina findet auf Deutsch statt.
Weitere Informationen und Anmeldung
Sonntag, 31. Mai 2026, 18.00 Uhr, Friedenskirche Frankfurt (Oder)
„Erinnern und neu lesen: Im Gespräch über Henryk Bereska, Übersetzer und Autor im deutsch-polnischen Dialog“
Die Karl Dedecius Stiftung lädt zu einem öffentlichen Gespräch über Henryk Bereska und seine „Kolberger Hefte“ ein. Zu Gast ist Prof. Ines Geipel, Schriftstellerin und Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Die „Kolberger Hefte“ sind ein Tagebuch von Henryk Bereska. Sie geben Einblick in sein Schreiben, seine Selbstverortung als Übersetzer und Autor sowie in die kulturellen Rahmenbedingungen seines Wirkens. Das Gespräch eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf Bereskas Werk und dessen editorische und literaturgeschichtliche Einordnung.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Oekumenischen Europa-Centrum Frankfurt (Oder) e. V. organisiert.
Weitere Informationen
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