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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

30 x Viadrina & ich: „Einen so internationalen Ort habe ich noch nicht erlebt“

Für die Reihe „30 x Viadrina & ich“ berichtet der mexikanische Gaststudent Juan Pablo Martinez Negrete von seinem internationalen Lebenslauf und warum er die Viadrina für eine einzigartig diverse Universität hält – zum Lernen und zum Feiern.  Anlässlich von 30 Jahren Europa-Universität erzählen 30 Menschen – vom Erstsemester bis zur emeritierten Professorin – welche Rolle die Viadrina in ihrem Leben spielt.

Geboren im mexikanischen Monterrey, fürs Studium nach Toulouse, Erasmus in England, Praktikum in Barcelona, Doppelabschluss an der Viadrina in Frankfurt (Oder). Beiläufig lässt der 21-jährige Juan Pablo Martinez Negrete im Gespräch immer weitere Stationen seines polyglotten Lebenslaufes fallen. Und kommt letztendlich zu dem Schluss: „Einen so internationalen Ort wie die Viadrina habe ich noch nie erlebt.“ Es sei nicht allein die Zahl der ausländischen Studierenden und die Bandbreite der Herkunftsländer, die die Europa-Universität für ihn ausmachen: „Hier herrscht eine Mentalität, bei der es darum geht, andere zu treffen, Sprachen zu lernen, eine gute Zeit zu haben.“

Pablo_Juan_UV_5052 ©Heide Fest

Gaststudent Juan Pablo Martinez Regrete; Foto: Heide Fest


Es war die Empfehlung eines Freundes, die ihn nach Frankfurt (Oder) führte. Der hatte von den guten Studienbedingungen geschwärmt – und von den rauschenden, internationalen Partys im Wohnheim an der August-Bebel-Straße (AB). Also zog Juan Pablo auch dorthin und wurde nicht enttäuscht. Schnell findet der Wirtschaftsstudent, der in seiner Heimat schon erfolgreich eine Eventagentur gegründet hat, Anschluss. Er organisiert erste Feste in Frankfurt (Oder) – vom Weihnachtsessen in seiner Wohnheim-WG bis zu ehrenamtlich auf die Beine gestellten Aktivitäten mit den Interstudis, bei denen er sich engagiert.

Noch spricht Juan Pablo nur sehr wenig Deutsch; das Projekt Deutschkurs befinde sich im „Standby“, sagt er entschuldigend. Dafür lernt er, der Spanisch, Englisch und Französisch spricht, nun erstmal Portugiesisch am Sprachenzentrum. In seinen Seminaren ist die Verständigung auf Englisch so selbstverständlich, dass er oft gar nicht weiß, wieviel Deutsche gerade in einer Gruppe mitarbeiten. Die große Diversität habe ihm das Ankommen ungemein erleichtert, sagt er. Sein strahlendes, offenes Lächeln lässt ahnen, dass es wohl auch in seinem Naturell liegt, schnell Anschluss zu finden. Bei alledem sei die Zusammenarbeit mit Kommilitoninnen und Kommilitonen aus Lateinamerika besonders problemlos. „Da ist eine unausgesprochene Chemie, die da stimmt. Unsere Arbeitskultur ist einfach sehr ähnlich“, begründet er dieses Gefühl.

Auch das kleine Frankfurt (Oder) betrachtet der aus der Millionen-Metropole Monterrey stammende Juan Pablo ohne jegliche Herablassung. Es sei ihm eigentlich egal, ob eine Stadt groß oder klein ist, wohlfühlen könne er sich an vielen Orten. Und die Grenzlage, die er gern für kulinarische Ausflüge in ein Słubicer Steakhouse nutzt, erinnere ihn sogar ein wenig an die Heimatregion im mexikanisch-US-amerikanischen Grenzgebiet.

Was ihn zu einem derart weltläufigen Menschen macht, der sich überall schnell einlebt? Er denkt kurz nach und erzählt dann von seiner Kindheit, während der er aufgrund des Jobs von seinem Vater oft umziehen musste, auch ins Ausland. „Ich habe keinen Ort, an dem ich mein ganzes Leben verbringen möchte“, sagt er. Eigentlich habe ihn stets die Frage umgetrieben: What‘s next? – Was kommt als Nächstes? Seine Monate an der Viadrina möchte er aber fokussiert verbringen, ohne in Gedanken schon wieder bei der nächsten Station zu sein. „Ich konzentriere mich auf mein Studium, den Abschluss und versuche das Ganze zu genießen“, fasst er sein Vorhaben für die Zeit in Frankfurt (Oder) zusammen. Die ein oder andere Party in der AB wird, sobald es Corona zulässt, wohl noch dazukommen.
(FA)

Dieser Text ist der zweite Teil der Serie „30 x Viadrina & ich“. In den nächsten Beiträgen erzählen ENS-Mitarbeiterin Ulrike Waltsgott und Student Evan Bermel von ihren Erfahrungen. Die Texte erscheinen jeweils in der Rubrik „30 Jahre Viadrina“ im Viadrina-Logbuch.