Übersetzung und Veröffentlichung von Klaus Manns "Der fromme Tanz"
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Beschreibung
Das Projekt widmet sich der erstmaligen polnischen Veröffentlichung von Klaus Manns frühem Roman "Der fromme Tanz" ("Pobożny taniec"), einem Schlüsselwerk der deutschsprachigen Literatur der 1920er Jahre. Ziel ist es, ein bislang auf dem polnischen Buchmarkt kaum bekanntes Werk einem breiten Publikum zugänglich zu machen und zugleich die literarische und kulturhistorische Bedeutung von Klaus Manns Schaffen neu zu beleuchten.
"Der fromme Tanz" erzählt die Geschichte des jungen Künstlers Andreas Magnus, der sein Elternhaus verlässt, um in der Berliner Bohème der Weimarer Republik nach künstlerischer Freiheit, persönlicher Identität und emotionaler Nähe zu suchen. Seine Erfahrungen in der queeren Subkultur, die erste große Liebe und die Suche nach Selbstverwirklichung spiegeln zentrale Themen der literarischen Moderne wider. Der Roman weist einen stark autobiografischen Charakter auf und gilt heute als eine der ersten bedeutenden homosexuellen Erzählungen der deutschsprachigen Literatur.
Zum Zeitpunkt seines Erscheinens wurde das Werk aufgrund seines offenen Umgangs mit Sexualität und Identität kontrovers aufgenommen. Aus heutiger Perspektive stellt "Der fromme Tanz" jedoch ein wichtiges literarisches Dokument dar, das Einblicke in die gesellschaftlichen Spannungen, künstlerischen Milieus und mentalen Umbrüche der 1920er Jahre ermöglicht.
Das Projekt wird vom Verlag Eperons-Ostrogi geleitet, der sich auf Literatur zu Fragen von Identität, Offenheit und interkulturellem Dialog spezialisiert hat. Die Veröffentlichung basiert auf der neuen polnischen Übersetzung von Ryszard Wojnakowski und wird in einer modernen, zugänglichen Buchgestaltung realisiert. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit (SDPZ). Partner des Projekts ist die Karl Dedecius Stiftung an der Europa-Universität Viadrina, die das Vorhaben inhaltlich und kommunikativ begleitet.
Begleitend zur Buchveröffentlichung sind Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen, darunter Veranstaltungen, Gespräche mit dem Übersetzer sowie eine gezielte Präsenz in den sozialen Medien. Mit der Veröffentlichung von "Pobożny taniec" leistet das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zur deutsch-polnischen Kulturvermittlung und zur Auseinandersetzung mit Fragen von Identität, künstlerischer Freiheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung.