Diskussion über Freiheit als Identitätsmerkmal in Mittel- und Osteuropa
Der Schriftsteller Marko Martin, der Autor Andrij Ljubka und die Soziologin Dr. Oksana Mikheieva diskutieren am Montag, dem 13. Juli, 16 Uhr, an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) über Freiheit, ukrainische Identität und Zivilgesellschaft. Die Veranstaltung trägt den Titel „Freedom as an Identity Marker in Central and Eastern Europe: Lessons from Ukraine and Beyond“ und wird von Dr. Susann Worschech (Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien Frankfurt (Oder) – Berlin, KIU) moderiert.
Interessierte sind herzlich eingeladen, das englische Gespräch im Gräfin-Dönhoff-Gebäude, Raum GD 102, an der Viadrina zu besuchen. Eine Teilnahme ist auch online per Zoom möglich. Anmeldung unter kiu-communications@europa-uni.de
Welche Rolle spielt Freiheit für die Identität der Ukraine? Wie hat Russlands Angriffskrieg das Selbstverständnis der ukrainischen Gesellschaft verändert? Und was lässt sich aus den Erfahrungen der Ukraine für Europa lernen? Über diese Fragen diskutieren der deutsche Schriftsteller und Publizist Marko Martin, der ukrainische Schriftsteller Andrij Ljubka sowie die ukrainische Soziologin und Historikerin Dr. Oksana Mikheieva. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie sich ukrainische Identität unter den Bedingungen des russischen Angriffskrieges verändert hat: sowohl innerhalb der Ukraine als auch in ihrer internationalen Wahrnehmung. Zugleich richtet die Veranstaltung den Blick auf die Bedeutung von Freiheit und demokratischem Engagement in Mittel- und Osteuropa.
Andrij Ljubka (l.), Oksana Mikheieva und Marko Martin
KIU
Der ukrainische Autor Andrij Ljubka ist als Dichter, Essayist und Übersetzer für seine präzisen Beobachtungen des ukrainischen Alltags bekannt. In seinem 2025 erschienenen Buch „Die Rückseite des Krieges: Literarische Beobachtungen“ schildert er Begegnungen mit Menschen an und hinter der Front sowie persönliche Erfahrungen aus seinen Fahrten zwischen den Kampfgebieten und seiner Heimat Transkarpatien. In der Diskussion wird er – auf Grundlage seines Buches und seiner Erfahrungen als Freiwilliger – darüber sprechen, wie mehr als vier Jahre Krieg und zivilgesellschaftliches Engagement die ukrainische Gesellschaft verändert haben. Der Autor wird online zugeschaltet.
Marko Martin lebt und arbeitet als Schriftsteller in Berlin. In seinem Essayband „Freiheitsaufgaben“ setzt er sich mit dem oft fehlenden Bewusstsein für Freiheit und der Notwendigkeit auseinander, sich aktiv für sie einzusetzen – sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland. Große Aufmerksamkeit erhielt seine Freiheitsrede zum 35. Jahrestag des Mauerfalls im November 2024, in der er verbreitete Mythen über den Mauerfall und die vermeintlich selbstverständlich gewonnene Freiheit kritisch hinterfragte. Mit Blick auf die Ukraine spricht Martin über seine Auseinandersetzung mit dem Denken osteuropäischer Dissident*innen sowie darüber, wie sich kritisches und gesellschaftlich engagiertes Denken in Deutschland verändert hat.
Die Soziologin und Historikerin Dr. Oksana Mikheieva forscht seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine zu den Erfahrungen von Binnenvertriebenen und Menschen in den besetzten Gebieten. Während ihres Gastaufenthaltes an der Viadrina lehrte sie zu Alltag, Grenzpolitik und Leben unter Besatzung. In der Diskussion wird sie aufzeigen, welche Bedeutung Freiheit und Identität für Menschen haben, deren Lebensrealität durch Krieg und Vertreibung geprägt ist.
Die Veranstaltung bildet den Abschluss der diesjährigen Ukraine Lecture Series, die unter dem Titel „Nationalities, Minorities and Identity: (Re)Configuring Ukraine?“ stand. Organisiert wird sie vom Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien Frankfurt (Oder) – Berlin (KIU). Der vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Verbund stärkt die Ukrainestudien in Deutschland und fördert ihre nationale und internationale Vernetzung.
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