Gute Gründe für OER

Bildung neu denken mit offenen Bildungsmaterialien

Offene Bildungsmaterialien bieten die Chance, Bildung neu zu denken: Lehrinhalte können kollaborativ entstehen, an den eigenen Lehrkontext angepasst und kontinuierlich verbessert werden. Durch die Verwendung offener Lizenzen entsteht Rechtssicherheit im Umgang mit eigenen und fremden Materialien. Das Ergebnis ist ein lebendiger Austausch, von dem sowohl Lehrende als auch Studierende profitieren. OER stärken nicht nur die Qualität von Bildung, sondern auch eine Kultur des Teilens und gemeinsamen Lernens.

 

1. Flexibel anpassen statt neu erfinden — Offene Bildungsmaterialien können an eigene Lehrveranstaltungen, Zielgruppen und Lernniveaus angepasst werden. Das ist legal und erwünscht, denn genau dafür sind offene Lizenzen gemacht.

2. Qualität durch Zusammenarbeit — Materialien, die von mehreren Lehrenden weiterentwickelt werden, gewinnen an Perspektiven, Praxisbeispielen und didaktischer Vielfalt. Was als individuelles Skript beginnt, kann zu einer lebendigen Ressource wachsen.

3. Rechtliche Klarheit — Wer offene Bildungsmaterialien mit Creative-Commons-Lizenzen nutzt, bewegt sich auf rechtlich sicherem Boden. Im Gegensatz zu vielen gängigen Materialien im Umlauf ist die Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe explizit erlaubt.

4. Sichtbarkeit und Anerkennung — Wer eigene Materialien offen veröffentlicht, macht die eigene Expertise und Lehrpraxis sichtbar — an der eigenen Hochschule, aber auch darüber hinaus. Die UNESCO-Empfehlung zu OER und die OER-Strategie des Bundes unterstreichen die bildungspolitische Relevanz dieses Engagements.

5. Aktualität — Offene Bildungsmaterialien können zeitnah aktualisiert werden, im Gegensatz zu klassischen Lehrbüchern mit langen Publikationszyklen.

 

1. Freier Zugang — Offene Bildungsmaterialien sind kostenlos zugänglich. Das senkt finanzielle Hürden und ermöglicht allen Studierenden den gleichen Zugang zu Lernressourcen.

2. Vielfalt der Formate — Ob Vorlesungsfolien, interaktive Übungen oder Erklärvideos: offene Bildungsmaterialien gibt es in unterschiedlichsten Formaten, die verschiedene Lernwege unterstützen.

3. Publizieren lernen — Eigene erstellte Materialien können relativ einfach in Repositorien veröffentlicht werden. Die Hemmschwelle zur größeren Publikation in Fachzeitschriften oder Fachbüchern wird kleiner.

1. Offenheit als Haltung — Offene Bildungsmaterialien sind Teil einer zukunftsorientierten Praxis des Teilens in der Bildung. Wer sie nutzt und erstellt, trägt zu einem Bildungssystem bei, das auf Zusammenarbeit statt auf Abschottung setzt.

2. Vernetzung über Institutionsgrenzen — Durch das Teilen von Materialien entstehen Verbindungen zu Lehrenden anderer Hochschulen und Bildungseinrichtungen. Das stärkt den fachlichen Austausch und die regionale wie überregionale Zusammenarbeit.

3. Digitale Kompetenzen fördern — Die Arbeit mit offenen Bildungsmaterialien schult den Umgang mit digitalen Medien, offenen Lizenzen und kollaborativen Arbeitsweisen — Kompetenzen, die in einer zunehmend digitalen Bildungslandschaft unverzichtbar sind.

Dr. Christin Barbarino