Radek Knapp im Gespräch – über Herkunft, Humor und das Leben dazwischen
Beschreibung
Karl Dedecius Stfitung
Also versuchte ich es zum hundertsten Mal: »Wie Mama weiß, leide ich darunter weniger, als ich sollte. Ich bin zwar gegen meinen Willen hergekommen, aber es ist trotzdem schon viel zu lange her, um mich noch als Emigrant zu fühlen. Meine Emigration ist verjährt.«
Radek Knapp, Der Gipfeldieb
20.05.2026 / 18.30 Uhr
Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder), Haus 1, Bischofstraße 17
Radek Knapp, polnisch-österreichischer Schriftsteller mit einem feinen Gespür für Humor und Alltagssituationen, kommt für eine Lesung nach Frankfurt. In seinen Büchern geht es um Menschen, die unterwegs sind: zwischen Ländern, Sprachen, Erwartungen und Lebensentwürfen. Mal komisch, mal nachdenklich, immer überraschend nah am Leben. Der Autor gibt Einblicke in seine Texte und spricht darüber, wie Migration, Identität und persönliche Erfahrungen seine Bücher prägen.
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam über Literatur und gesellschaftliche Themen zu diskutieren.
Der Abend richtet sich an alle, die Lust auf einen offenen, lebendigen Austausch haben.
Die Veranstaltung wird von der Karl Dedecius Stiftung in Kooperation mit dem Sprachenzentrum, der Universitätsbibliothek und der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder) organisiert.
Radek Knapp wurde 1964 in Warschau geboren und lebt seit seiner Jugend in Wien. Er studierte Philosophie und arbeitete zunächst in verschiedenen Berufen, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Bekannt wurde er vor allem mit Romanen wie „Herrn Kukas Empfehlungen“ und „Der Gipfeldieb“ sowie dem mit dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichneten Erzählungsband „Franio“, in denen er mit viel Humor und feinem Blick Fragen von Migration, Identität und kultureller Zugehörigkeit behandelt. Sein Roman „Herrn Kukas Empfehlungen“ wurde zudem erfolgreich verfilmt. Für sein literarisches Werk erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, der Autor*innen ehrt, die auf Deutsch schreiben, aber nicht mit Deutsch als Erstsprache aufgewachsen sind. Heute gilt Radek Knapp als eine wichtige Stimme der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur mit besonderer Perspektive auf das Leben zwischen Polen und Österreich.