Symposium über deutsch-polnische Beziehungen in Krisenzeiten

Frankfurt (Oder), 

Wie belastbar sind die deutsch-polnischen Beziehungen angesichts globaler Krisen und geopolitischer Veränderungen? Dieser Frage geht das diesjährige Bartoszewski Promemoria Symposium an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) am Donnerstag, dem 5. November, ab 14.00 Uhr, nach. Zum Auftakt der Veranstaltung beleuchtet der Leiter der polnischen Botschaft, Jan Tombiński die Bedeutung des vor 35 Jahren unterzeichneten deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages für die Gegenwart und Zukunft der bilateralen Beziehungen.

In drei anschließenden Gesprächsrunden diskutieren Expert*innen aus Deutschland und Polen die Rolle der Zivilgesellschaft, die Resilienz des demokratischen Rechtsstaates sowie das Potenzial der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Bereich der Erinnerungskultur. Interessierte sind herzlich eingeladen, die gesamte Veranstaltung oder einzelne Programmpunkte zu besuchen. Veranstaltungsort ist der Logensaal der Viadrina, Logenstraße 11. Die deutsch-polnisch gedolmetschte Veranstaltung wird zudem online übertragen.
Eine Anmeldung ist bis zum 25. Oktober 2026 unter diesem Link möglich.

   

Zum Programm:

14.00 bis 15.15 Uhr: Musik vom Ensemble Bizarre Berlin, Grußworte und Einführungsvortrag von Jan Tombiński, Leiter der Botschaft der Republik Polen in Deutschland

15.45 bis 16.45 Uhr: Diskussion „Bedrohungen und Sicherungen der guten Nachbarschaft“ mit:
·      Rolf Nikel, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen a. D., Senior Associate Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)
·      Prof. Dr. Irena Lipowicz, Botschafterin der Republik Polen in Österreich a. D., Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warszawa
·      Moderation: Dr. Justus Werdin, Oekumenisches Europa-Centrum

17.15 bis 18.15 Uhr: Diskussion „Die Resilienz des demokratischen Rechtsstaats – Was können Deutschland und Polen voneinander lernen?“
·      Baron Maciej Heydel, Botschafter des Souveränen Malteser Ritterordens in der Bundesrepublik Deutschland a. D.
·      Juliana Talg, Verfassungsblog / Justiz-Projekt „Wie verwundbar ist die deutsche Justiz?“
·      Moderation: Prof. Dr. Jelena von Achenbach, Europa-Universität Viadrina

18.30 bis 19.30 Uhr: Diskussion „Zwischen Erinnerung und Verantwortung – Zur Rolle der Kulturprojekte im deutsch-polnischen Austausch“
·      Dr. Wojciech Soczewica, Stiftung Auschwitz-Birkenau
·      Dr. Martin Evang, Oberkirchenrat i. R., Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland
·      Moderation: Dr. Ilona Czechowska, Karl Dedecius Stiftung, Europa-Universität Viadrina

19.30 Uhr: Ausblick mit Dr. Annemarie Franke, Stiftung Kreisau für europäische Verständigung, Görlitz

Anlässlich des Symposiums wird die Fotoausstellung „Władysław Bartoszewski – ein Mann der Versöhnung“ gezeigt. Anhand von Fotografien zeichnet die Ausstellung Stationen seines Wirkens nach und dokumentiert Begegnungen, die die Geschichte der deutsch-polnischen Annäherung mitgeprägt haben. Bartoszewski setzte sich bereits seit den 1960er-Jahren konsequent für die Verständigung zwischen Polen und Deutschen ein. Er war durch seine sehr unterschiedlichen Rollen und Erfahrungen geprägt: als Häftling des Konzentrationslagers Auschwitz, Soldat der polnischen Heimatarmee, Diplomat und zweimaliger Außenminister. Die Ausstellung ist nach dem Symposium bis zum 4. Januar 2027 im Hauptgebäude der Viadrina vor der Universitätsbibliothek zu sehen.

Hintergrund
Das Symposium ist Teil der Veranstaltungsreihe Bartoszewski Promemoria. Kooperationspartner sind die Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität Warschau, das Oekumenische Europa-Centrum, das Pan-Tadeusz-Museum der Ossolinski-Nationalbibliothek in Wrocław sowie die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) mit ihrer Juristischen Fakultät, dem Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies und der Karl Dedecius Stiftung. Gefördert wird die Veranstaltung von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit (SdpZ) und der Sanddorf-Stiftung.

 

 

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung

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