Übersetzen, entdecken, begegnen: Eine Woche mit polnischen Schulen
Eine Woche, viele Begegnungen – zwischen Frühlingsbräuchen und Übersetzungsfragen. In Olsztyn und Jelenia Góra, vor Ort an der Europa-Universität Viadrina sowie online trafen wir Schüler*innen, führten Workshops durch und kamen ins Gespräch über Sprache, Literaturübersetzung und kulturelle Zusammenhänge.
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Zum Anstoß an den langen Zug der frühlinglichen Feiertage führten wir am 17. März ein Webinar für das Polskie Stowarzyszenie Nauczycieli Języka Niemieckiego, Oddział Katowice. 16 Schulen mit insgesamt 446 Schüler*innen nahmen teil. Im Mittelpunkt standen Frühlingsfeste im deutschsprachigen Raum – von Ostern bis Pfingsten – und die Frage, was hinter bekannten Bräuchen steckt.
Am 20. März waren wir in Olsztyn zu Gast: Im II Liceum Ogólnokształcące im. Konstantego Ildefonsa Gałczyńskiego sowie im III Liceum Ogólnokształcące im. Mikołaja Kopernika arbeiteten wir mit Abiturklassen zum Thema „Die Kunst des Übersetzens, oder: Wie treu übersetzen wir?“. Anhand von Texten, u. a. von Julian Tuwim, wurde schnell klar: Übersetzen ist kein eindeutiger Prozess. Die Schüler*innen merkten, dass auch veröffentlichte Übersetzungen hinterfragt werden können – und dass ein Werk oft in mehreren, gleichberechtigten Varianten existiert.
Am 19. und 20. März waren wir außerdem in Jelenia Góra unterwegs. In den Schulen I Liceum Ogólnokształcące im. Stefana Żeromskiego und Zespół Szkół Elektronicznych beschäftigten wir uns mit zentralen Figuren der deutsch-polnischen Übersetzungsgeschichte: Henryk Bereska, Karl Dedecius sowie deren Verbindungen zu Wisława Szymborska und Tadeusz Różewicz.
Zurück in Frankfurt, am 23. März führten wir einen Workshop an der Europa-Universität Viadrina für eine Abiturklasse aus Krośno Odrzańskie. Unter dem Titel „Who is Winnie-the-Pooh?“ ging es auf Englisch um das Übersetzen von Kinderliteratur. Beim Vergleich verschiedener Versionen wurde deutlich, wie stark Übersetzungen Ton, Figuren und Wirkung verändern können.
Die Woche hat gezeigt, wie offen und differenziert Schüler*innen auf Fragen der Übersetzung reagieren – und wie produktiv es sein kann, Texte nicht als feste Größen, sondern als bewegliche Formen zu betrachten. Zugleich ergeben sich in solchen Formaten erste Anknüpfungspunkte zur Europa-Universität Viadrina als Studienort – ohne dass dies im Vordergrund steht.
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