Auf dem Weg zur europäischen Hochschule: 2,5 Jahre ERUA an der Viadrina

Seit November 2023 ist die Viadrina Mitglied der European Reform University Alliance (ERUA). Die Vision des Verbundes von acht europäischen Hochschulen: mehr Internationalisierung, engere Kooperation und stärkere europäische Perspektiven in Forschung, Lehre und Campusleben. Zweieinhalb Jahre später zeigt sich: Vieles davon ist nicht nur angestoßen, sondern bereits konkret umgesetzt. ERUA ist kein abstraktes Förderprojekt mehr und wird für Studierende und Beschäftigte zunehmend greifbar.

Vom Netzwerk zur Community

Ein zentrales Ziel von ERUA ist es, Studierende, Forschende und Beschäftigte der Partnerhochschulen zusammenzubringen. Inzwischen ist eine aktive, internationale Community entstanden. Studentische Formate wie der ERUA Book Club oder die Online-Treffen „Queer Connect“ schaffen Räume für Austausch jenseits klassischer Lehrveranstaltungen. Hinzu kommen gemeinsame Seminare, internationale Konferenzen sowie Formate wie der ERUA Day oder die jährlichen Gipfeltreffen.

Diese Angebote senken die Schwelle zur Zusammenarbeit: Wer sich kennt, entwickelt schneller gemeinsame Ideen – sei es für Lehrprojekte, Forschungsanträge oder neue Formate im Campusleben.

Studierende, Forschende, Lehrende und Mitarbeitende nutzen zunehmend die Möglichkeit, für kurze Aufenthalte an Partneruniversitäten zu gehen oder sich digital zu vernetzen. Das erweitert individuelle Perspektiven und stärkt zugleich die institutionellen Beziehungen.

Gemeinsame Lehre: Ein europäischer Studiengang entsteht

Ein Meilenstein ist der gemeinsame Masterstudiengang „Forced Migration: Europe in a Global Context“ der im Wintersemester 2026/27 starten soll. Hier zeigt sich exemplarisch, was europäische Hochschulkooperation leisten kann: Inhalte werden gemeinsam entwickelt, Perspektiven aus unterschiedlichen Ländern integriert und Studienorte kombiniert. Für die Viadrina bedeutet das mehr Sichtbarkeit in einem hochaktuellen Themenfeld und ein erweitertes, internationales Studienangebot. Weitere gemeinsame Studienprogramme sind in Planung.

Forschung: Neue Strukturen für Zusammenarbeit

Auch in der Forschung hat ERUA in kurzer Zeit tragfähige Strukturen aufgebaut. Mehr als 20 Forschungscluster bündeln die Expertise der Partneruniversitäten in den Themenfeldern Migration, Demokratie, Umwelt oder kultureller Austausch. Innerhalb der Cluster entwickeln die Forschenden internationale Projekte, organisieren Konferenzen und bereiten gemeinsame Publikationen vor.

Studierende als Mitgestaltende

Ein prägendes Element von ERUA ist die starke studentische Beteiligung – ein Bereich, den die Viadrina im Verbund federführend verantwortet. Studierende organisieren Konferenzen, wirken im ERUA Student Board an strategischen Themen mit und repräsentieren die Allianz als studentische Botschafter. Im November 2025 präsentierte die studentische „Blue Commission“, die sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einsetzt, den Leitungen aller acht Hochschulen ein zukunftsweisendes Nachhaltigkeitskonzept. Mit Formaten wie dem studentischen ERUA-Magazin „Catch-up“ oder eigenen Instagram-Kanälen gestalten sie zudem die Kommunikation innerhalb des Verbundes aktiv mit. Damit geht ihre Rolle über klassische Partizipation hinaus: Sie bringen eigene Ideen ein und prägen die Weiterentwicklung der Allianz sichtbar mit.

Ein nächster Schritt: ERUA wird dauerhaft

Am 7. Mai 2026 unterzeichnen die Rektor*innen der ERUA-Universitäten in Brüssel einen Vertrag zur Gründung einer internationalen gemeinnützigen Vereinigung nach belgischem Recht. Damit erhält ERUA erstmals eine eigene rechtliche Struktur. Dieser Schritt ermöglicht den Übergang von einer projektbasierten Zusammenarbeit hin zu einer langfristig angelegten Allianz. Ziel ist es, Kooperationen dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln – unabhängig von einzelnen Förderzyklen.

In der Praxis bedeutet das: klarere Strukturen, schnellere Entscheidungen und eine verlässlichere Umsetzung gemeinsamer Projekte. ERUA gewinnt damit an Handlungsfähigkeit und kann Vorhaben in Lehre, Forschung und institutioneller Entwicklung nachhaltiger umsetzen.

Ulrike Polley

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