ERUA Summit 2025: Stärkere Nachhaltigkeit, Innovation und studentische Mitwirkung im Europäischen Hochschulraum
Von 4. bis 7. November 2025 empfing die Universität der Ägäis (UAEGEAN) die Teilnehmer*innen des jährlichen ERUA-Gipfels – ERUA Summit 2025 – am Hauptsitz auf der griechischen Insel Lesbos. Unter dem Motto „Navigating the Edges” kamen hierfür mehr als 260 Teilnehmer*innen aus der gesamten Allianz zusammen, darunter die Präsident*innen sowie zahlreiche Forscher*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen und Studierende aus allen acht Partneruniversitäten. Das viertägige Treffen spiegelte eindrucksvoll wider, wie Universitäten auch in einem sich wandelnden Europa weiterhin leistungsfähige Laboratorien für Inklusion, Innovation und Reformen sein und bleiben können.
Der diesjährige Gipfel wurde durch die ERUA Winter School „Building ERUA Sustainable Future Learning Paths” bereichert, an der mehr als 100 ERUA-Studierende teilnahmen. Sie gestalteten ein lebendiges Programm, das akademische Panels mit praktischen, realitätsnahen Lernformaten kombinierte.
Die Delegation der Europa-Universität Viadrina setzte wichtige inhaltliche Impulse - sowohl in den strategischen Management-Sitzungen als auch in den von Studierenden geleiteten Initiativen zur Reform der europäischen Hochschullandschaft.
Tag 1: Strategisches Fundament und Networking für Studierende
Der Summit startete mit Arbeitstreffen auf administrativer Ebene, die sich auf die Verbesserung der Infrastruktur der Allianz konzentrierten. Für die Viadrina unterstützten Sandra Evans (Gesamtkoordination) und Sebastian Pfeifer (EU-Projektmanager) die laufenden Vorbereitungen des Zwischenberichts sowie die Erörterung nachhaltiger Finanzierungsmodelle. Stefan Henkel (Internationale Angelegenheiten) und Monika Stekowski (Innovatives Lernen & ERUA-Campus) koordinierten die Erweiterung der Blended Intensive Programs (BIPs) innerhalb der Allianz.
Am Nachmittag fand die erste Annual Networking Fair für Studierende statt. Unter der Leitung von Irene Serra (Innovative Pädagogische Programme, Paris 8) führte durch die Veranstaltung, die sowohl live gestreamt als auch vor Ort gut besucht war. Studierende aus drei Partneruniversitäten berichteten über ihre Erfahrungen mit verschiedenen akademischen Formaten wie Summer Schools und Intensive Courses. Unter den Referent*innen war auch Bikash Thapa von der Viadrina, der im Rahmen seiner Präsentation auch kurze Videoausschnitte zeigte, um die Wirksamkeit der Programme zu unterstreichen. Die Networking Fair endete mit einer interaktiven Fragerunde, bei der sich das Publikum direkt mit den Studierenden austauschen und über die vielfältigen Angebote der Allianz informieren konnte.
Tag 2: Innovation in Zahlen und Alumni-Kontakte
Am zweiten Tag wurden die konkreten Fortschritte der Allianz vorgestellt, darunter
- Gesteigerte akademische Mobilität: Die Zahl der Travelling Seminars hat sich verdreifacht; 21 interdisziplinäre Forschungscluster verbinden nun über 250 Wissenschaftler*innen im gesamten Netzwerk.
- Entwicklung gemeinsamer Studiengänge: Bei der Entwicklung der drei neuen gemeinsamen Masterstudiengängen mit den Schwerpunkten Migrationsstudien, Klimaschutz und Governance wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Damit positioniert sich ERUA als starke Kraft innerhalb der European Degree Initiative.
- Nachhaltige Finanzstrategie: Die Gründung ERUAs als internationale Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht (VoG) in Brüssel befindet sich in der letzten Phase der Formalisierung. Dies ist die Grundlage, um die Koordination und Nachhaltigkeit der Allianz über aktuelle Projektfinanzierungszyklen hinaus langfristig sicherzustellen.
- Digitale Innovation: Die ERUA Digital Identity (ERUAid) Initiative wurde als zukunftsweisendes Instrument für Studierende vorgestellt. Ein dezentrales Identity Wallet wird es Studierenden ermöglichen, nahtlos auf akademische Dienste und Mobilitätsressourcen aller Mitgliedsuniversitäten zuzugreifen.
Diese Entwicklungen stehen für ein neues Modell grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Europäischen Hochschulraum, das auf Offenheit und Interoperabilität setzt.
Außerdem fand hier auch die erste Annual Networking Fair for Alumni statt. Monika Stekowski (Innovative Learning & ERUA Campus, Viadrina) stellte die neu gegründete Alumni-Community auf LinkedIn vor. Hier kamen Studierende zu Wort, die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Sie betonten ihren Wunsch und die Notwendigkeit, auch nach dem Verlassen der Universität ihr mit ERUA aufgebautes internationales Netzwerk zu pflegen.
ERUA Summit 2025
Tag 3: Führungswechsel und öffentlicher Dialog
Ein Schlüsselmoment für die Europa-Universität Viadrina vollzog sich am dritten Tag des Summits im Stadttheater von Mytilini: Der Vorsitz des Board of Rectors wurde offiziell an Professor John McCourt (Universität Macerata) und Prof. Dr. Eduard Mühle, Präsident der Europa-Universität Viadrina, übergeben. Bei der Übernahme des Ko-Vorsitzes erklärte Prof. Dr. Mühle: „ERUA vereint eine hervorragende Gruppe einzigartiger Universitäten in ganz Europa. Durch engere Kommunikation und Zusammenarbeit schärfen sie ihr Profil, verbessern ihre Angebote und erhöhen ihren positiven Einfluss auf ihre Heimatregionen ebenso wie auch auf Europa als Ganzes. Als Ko-Vorsitzender freue ich mich darauf, meinen Beitrag zu den Bemühungen der Gemeinschaft von ERUA zu leisten und diese Herausforderung erfolgreich zu meistern.“
Im Mittelpunkt des Gipfels stand die Studierendenbeteiligung. Muhammad Ismail, Mitglied des Student Engagement Teams an der Viadrina, richtete Grußworte an das Publikum und betonte die Verpflichtung der Allianz gegenüber ihrer wichtigsten Zielgruppe: „ERUA ist eine studierendenorientierte Allianz - nicht nur in Worten, sondern auch in Taten.“ Durch die Übergabe des Blue Commission Manifesto on Sustainability (PDF) an die Hochschulpräsident*innen, vorgestellt von ERUA-Absolvent Samuel Taviro Rodríguez-Brusco (ULPGC), wurde dies noch einmal eindrucksvoll unterstrichen. In einer studentischen Paneldiskussion, moderiert von Margot Vanduynslager, Studentin der European Studies an der KU Leuven, diskutierte Niki Kasis (Viadrina), Leiterin des ERUA Student Engagements, mit Studierendenvertretern von ERUA und anderen Universitätsallianzen über mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Studierende bei der Reform der europäischen Hochschullandschaft.
Die Veranstaltung im großen Saal des Stadttheaters in Mytilini war öffentlich: Einer der Schwerpunkte des Tages war nicht zuletzt der Dialog mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, lokalen Unternehmen und regionalen Initiativen.
Tag 4: Nachhaltigkeit in Aktion
Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit als wichtige Querschnittsaufgabe in ERUA. Ob in Forschungsprojekten, im Austausch mit der Zivilgesellschaft oder in ganz praktischen Alltagsfragen – Mülltrennung auf dem Campus, Vermeidung von Plastikmüll bei Veranstaltungen wie dem Summit –, das Thema ist allgegenwärtig. Eine Umfrage des ERUA Green & Inclusive Committee wird daher in Kürze Aufschluss darüber geben, wie weit die einzelnen Hochschulen in verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen bereits fortgeschritten sind. In diesem Zusammenhang warb Sahra Damus (Sozialer Wandel in der Region, Viadrina) dafür, das studentische Blue Commission Manifesto als Leitfaden für die Umsetzung grüner Standards an allen Universitätsstandorten ernst zu nehmen.
Schließlich nahmen die Studierenden noch an einer Exkursion zu lokalen Recyclingeinrichtungen und zu einem Flüchtlingslager teil. Zum Abschluss pflanzten sie gemeinsam Bäume, um die Verwurzelung der Allianz im Engagement auf regionaler Ebene ganz konkret zu versinnbildlichen.
Fazit
Als stärkster Eindruck vom Summit wird die Erfahrung eines großen Gemeinschaftsgefühls innerhalb der Allianz bleiben sowie die Gewissheit, an vielen verschiedenen Orten gleichzeitig an einer gemeinsamen Vision zu arbeiten. Diesen „Geist“ gilt es nun nach Frankfurt (Oder) zu tragen und auf dem Campus umzusetzen. Das lokale ERUA-Team möchte sich bei der UAEGEAN für ihre großartige Gastfreundschaft bedanken sowie beim AStA der Viadrina für die anhaltende Unterstützung studentischer Initiativen.
Ευχαριστώ και τα λέμε σύντομα, Λέσβο!
Fritz Schlüter und Mariam Umar Farooq
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