Kerstin Brückweh übernimmt Hannah-Arendt-Gastlehrstuhl an der Universität Toronto
Die Viadrina-Historikerin Prof. Dr. Kerstin Brückweh übernimmt zum Wintersemester 2026/27 den renommierten Hannah-Arendt-Gastlehrstuhl für Deutschland- und Europastudien an der Munk School of Global Affairs and Public Policy der Universität Toronto. Der Gastlehrstuhl wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mitfinanziert.
Kerstin Brückweh ist Professorin für Historische Stadt- und Raumforschung an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und Leiterin des Forschungsschwerpunktes „Zeitgeschichte und Archiv“ am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner. Sie untersucht das Zusammenspiel von gesellschaftlichen Systemen und individuellen Lebenswelten sowie von Expertenwissen und alltäglichem Handeln. Ihre Arbeiten reichen von der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts in Deutschland über die Wissensgeschichte Großbritanniens im 19. und 20. Jahrhundert bis zur Geschichte gesellschaftlicher Transformationen vor, während und nach 1989. In einem Seminar in Toronto untersucht sie anhand der Geschichte eines Einfamilienhauses, wie politische, soziale und städtische Umbrüche des 20. Jahrhunderts den Alltag in Deutschland geprägt haben.
IRS/Andreas Paßens
„Mit Kerstin Brückweh übernimmt eine Historikerin den Hannah-Arendt-Gastlehrstuhl, die deutsche Geschichte konsequent in europäische und transnationale Zusammenhänge einordnet“, sagt DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee.
Der Lehrstuhl in Toronto ist nach der deutsch-amerikanischen politischen Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt benannt, die 1933 vor der nationalsozialistischen Verfolgung aus Deutschland floh. Er wird seit 1980 vom DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amts gemeinsam mit der Universität Toronto finanziert und im Wechsel mit Wissenschaftler*innen aus Politik, Geschichte oder Soziologie besetzt. Zu den bisherigen Inhaber*innen des Hannah-Arendt-Gastlehrstuhls zählen Carl-Christoph Schweitzer, Wolfgang Knöbl, Markus Kaim, Thomas Großbölting, Heiko Beyer und zuletzt Thorsten Faas.
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