Verantwortung für eine friedliche Zukunft – Student Seminar in Hiroshima

HIroshima / Frankfurt (Oder), 

Vier Studierende der Viadrina haben vom 4. bis 12. August 2026 am „International Student Seminar for Global Citizenship and Peace” im japanischen Hiroshima teilgenommen. Gemeinsam mit anderen Studierenden des International Network of Universities (INU) aus Japan, Argentinien, Indonesien, Großbritannien, Spanien, Schweden, Südafrika, Südkorea und den USA diskutierten sie über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Mit dem diesjährigen Seminar endete die dreijährige akademische Leitung des Programms durch die Viadrina-Juristin Prof. Dr. Carmen Thiele.

Dem Ort des Treffens kommt eine besondere Bedeutung zu, wie Viadrina-Studentin Tasja Philipp berichtet: „Besonders beeindruckt hat mich, dass globale Zukunftsthemen wie die Nachhaltigkeitsziele der UN und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gerade in Hiroshima thematisiert wurden. Kaum ein anderer Ort macht die Bedeutung von Frieden, globaler Verantwortung und der gemeinsamen Gestaltung unserer Zukunft so eindrücklich erfahrbar.“ 

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Während des Seminars arbeiteten die Teilnehmenden in Workshops zu dem diesjährigen Rahmenthema „UN SDGs and sustainable economic development“. Einen Teil des Programms gestaltete dabei auch Prof. Dr. Albrecht Söllner von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Viadrina. Er gab einen Workshop mit dem Titel „From Globalization to the Global Flower: Regional Pathways to Sustainable Development”.

Interkulturelle Verhandlungsführung bei simulierter Sitzung der UN-Generalversammlung

Zu den Programmhöhepunkten gehörte außerdem ein Planspiel, bei dem eine Sitzung der UN-Generalversammlung zum Thema „Promoting Social and Solidarity Economy for Sustainable Development“ simuliert wurde. „Die Studierenden lernten dabei zu diskutieren, zu verhandeln; sie befassten sich mit den unterschiedlichen inhaltlichen Positionen und übten sich in Strategie- und Verhandlungstaktiken. Nicht zuletzt verbesserten die Studierenden dabei ihre interkulturelle Kompetenz“, fasst Prof. Dr. Carmen Thiele die Vorteile des besonderen Formates zusammen.

Für Student Tom Sauer von der Viadrina bestätigte das Seminar, dass „zentrale gegenwärtige Herausforderungen, wie nachhaltige Entwicklung, international und interdisziplinär gedacht werden müssen und zugleich eng mit dem Weltfrieden zusammenhängen“. Spannend fand er neben der Betrachtung von Nachhaltigkeit aus Sicht unterschiedlicher Disziplinen vor allem den Austausch mit Studierenden und Lehrenden aus der ganzen Welt.

Besondere Tiefe durch Berichte von Überlebenden des Atombombenabwurfs

Ein wichtiger Teil des Student Seminars ist das Rahmenprogramm, das wie jedes Jahr im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Atombombenabwurfs durch die USA im August 1945 stand. Die Studierenden nahmen an der offiziellen Friedens-Zeremonie am 6. August teil und besuchten das Hiroshima Peace Memorial Museum. Besonders bewegt zeigten sie sich von den Begegnungen mit Überlebenden des Atombombenabwurfs, sogenannten Hibakusha. „Diese Berichte führten die Dringlichkeit weltweiter nuklearer Abrüstung vor Augen“, so Tom Sauer. Tasja Philipp sagt zum Treffen mit der Überlebenden Keiko Ogura: „Ihre Geschichte hat den Diskussionen eine ganz besondere Tiefe gegeben und mir gezeigt, wie eng globale Fragen mit persönlichen Schicksalen verbunden sind. Gerade in Hiroshima wurde für mich spürbar, wie wichtig es ist, aus der Vergangenheit zu lernen und gemeinsam Verantwortung für eine friedliche und nachhaltige Zukunft zu übernehmen.“

Die Erfahrungen in interkultureller Zusammenarbeit und Verhandlungsführung nehme sie als wertvolle Bereicherung mit in den persönlichen und universitären Alltag, genauso wie „die Erkenntnis, dass gute Lösungen oft dort entstehen, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen“.

Frauke Adesiyan

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