Lernen im Museum – Studierende entwickeln Projekte zur Kunstvermittlung im BLMK

Frankfurt (Oder), 

Die aktuelle Ausstellung „(Un)lesbar – Wortbilder und Schreibzeichnungen aus den Sammlungen des BLMK und des Muzeum Sztuki Lodz“ in der Frankfurter Rathaushalle hinterfragt die Grenzen des Lesbaren und eröffnet neue Sichtweisen auf Sprache in der zeitgenössischen Kunst. Darüber, wie diese Kunst auch wirklich beim Publikum ankommt, haben Studierende der Viadrina in einem Seminar nachgedacht. Ihre Ideen zur Kunstvermittlung sind jetzt im Rahmen der Ausstellung zu erleben, unter anderem bei einem Workshop am 17. Juli 2026.

Wie kann man Schrift lesen, wenn man die Sprache nicht spricht? Und wann wird aus Buchstaben Kunst? Um diese Fragen dreht sich ein Workshop in der Rathaushalle des Brandenburgischen Landesmuseums für Moderne Kunst (BLMK) am Freitag, dem 17. Juli, 14 bis 16 Uhr. Nach den theoretischen Überlegungen können Besucher*innen ihr eigenes Wortbild schreiben, zeichnen und falten. Die Idee zu diesem Workshop hatte Viadrina-Student Hubert Lenart in einem Seminar der Kulturkoordinatorin Constance Krüger. Seine Kommilitonin Sofia Tarasova hat bereits mit einem Kurs für Kreatives Schreiben in der Ausstellung gearbeitet. Ihr Text ist über einen QR-Code in der Ausstellung abrufbar. Zum aktiven Mitmachen lädt das Vermittlungsprojekt von Alina Soloveva ein, die – ebenfalls über einen QR-Code – Besucher*innen zu drei ausgewählten Bildern der Ausstellung befragt. Auf einem digitalen Whiteboard werden die spontanen Assoziationen der Kunst-interessierten für alle sichtbar gesammelt.

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Seminararbeit im Museum: Kuratorin Dr. Linn Kroneck (Kuratorin BLMK), Hubert Lenart, Kulturkoordinatorin Constance Krüger, Sofia Tarasova und Alina Soloveva (von links nach rechts)

Einmal mehr hat Kulturkoordinatorin Constance Krüger mit diesem Seminar dafür gesorgt, dass Studierende der Viadrina mit Kulturinstitutionen der Stadt in Kontakt kommen. Keine*r der Seminarteilnehmenden hatte zuvor schon einmal das BLMK in Frankfurt (Oder) besucht. Durch die Lehrveranstaltung kennen sie nun nicht nur die Räumlichkeiten und Ausstellungen, sondern auch die Menschen, die das Museum ausmachen – von der Kuratorin über die Kunstpädagogin bis zum Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit. 

Es ging mir darum, dass die Studierenden die Berufsbilder und Arbeitsfelder im Museum kennenlernen und dass sie überlegen, wie die Kunst, die sie sehen, vermittelt werden kann.

Kulturkoordinatorin Constance Krüger über das Ziel des Seminars

Wie können auch junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen mit der Kunst in den eindrucksvollen Frankfurter Hallen erreicht werden – darum ging es auch bei der Kooperation mit dem Museum. „Mich hat schon überrascht, wie emotional der Zugang der Studierenden zu den Kunstwerken war. Obwohl die Wortkunst ja eher analytisch daherkommt, war es ihr Bedürfnis, die Gefühle zu hinterfragen, die die Bilder bei Besucher*innen auslösen“, erzählt Constance Krüger.

Auch für Dr. Linn Kroneck, im BLMK als Kustodin für den Bereich Malerei und Handzeichnung zuständig, war die Zusammenarbeit mit den Viadrina-Studierenden gewinnbringend. In mehreren Sitzungen hat sie im Seminar davon erzählt, wie eine Ausstellung entsteht, was hinter den Schrift-bildern künstlerisch steckt und wie diese Kunst pädagogisch vermittelt werden kann. Im Gegenzug erhielt sie neue Perspektiven auf die Kunstvermittlung. 

Die Studierenden bringen aktuelle Ideen und kreative Herangehensweisen mit.

Dr. Linn Kroneck, Kustodin für den Bereich Malerei und Handzeichnung im BLMK

Durch die von den Studierenden entwickelten Zusatztools für die Ausstellung verspricht sie sich eine Erweiterung der Zielgruppen unter den Besuchenden. Außerdem hat sie sich darüber gefreut, dass die Studierenden die Eröffnung der Ausstellung besucht haben.

 

Frauke Adesiyan

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