Gedenktafel an der Viadrina erinnert an ehemalige Studenten Alexander und Wilhelm von Humboldt
Sie sind die wohl bekanntesten Studenten der alten Frankfurter Universität: Die Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt. Im Oktober 1787 wurden sie an der Alma Mater Viadrina immatrikuliert. Daran erinnert jetzt eine Gedenktafel, die am 23. Juni 2026 an der Nordseite des Hauptgebäudes der Viadrina in der Regierungsstraße eingeweiht wurde.
„Dass die Humboldt-Brüder in Frankfurt (Oder) studiert haben, ist ab heute auch in Frankfurt hier an der Viadrina zu sehen“, begrüßte Prof. Dr. Gangolf Hübinger, Viadrina-Emeritus und als Mitglied der Frankfurter Netzwerkstadt Mitinitiator der Gedenktafel, die Gäste.
Ab Oktober 1787 hatten die Brüder Humboldt für ein Semester an der Viadrina studiert und im damaligen Pfarrhaus bei ihrem ehemaligen Hauslehrer und Viadrina-Professor Friedrich Josias Löffler gewohnt. Das stand damals auf dem heutigen Campusplatz unweit der Marienkirche. Die Frankfurter Universität befand sich damals im Norden der Stadt, das heutige Hauptgebäude der Europa-Universität gab es noch nicht.
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Kanzler Robert Nissen erinnerte an das Erbe von Alexander und Wilhelm von Humboldt und hob ihre Bedeutung für die heutige Viadrina hervor: „Wilhelm von Humboldt steht für Bildung, Sprache, Kultur und die Idee der Universität als Ort freier geistiger Entfaltung. Alexander von Humboldt steht für Neugier, Weltbeobachtung, Naturforschung und eine Wissenschaft, die Grenzen überschreitet – zwischen Ländern, Disziplinen und Denkweisen.“ Die Erinnerung an die Frankfurter Zeit der beiden sei für die heutige Viadrina besonders wertvoll, weil sie sich als internationale, europäische und grenzüberschreitende Universität verstehe. „Die Europa-Universität lebt von der Begegnung unterschiedlicher Sprachen, Kulturen, Rechtsordnungen und wissenschaftlicher Perspektiven. Genau darin liegt die Verbindung zu den Brüdern Humboldt: Beide haben auf unterschiedliche Weise gezeigt, dass Wissen nicht im engen Raum bleibt. Bildung führt hinaus. Forschung sucht Zusammenhänge. Sprache öffnet Welten. Und Wissenschaft entfaltet ihre Kraft dort, wo sie sich nicht abschließt, sondern verbindet.“
Die Gedenktafel wurde initiiert von der Frankfurter Netzwerkstadt und durch die finanzielle Unterstützung der Humboldt Societät Frankfurt (Oder) und der Frankfurter Geschichtsenthusiasten ermöglicht.
Michaela Grün
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