Viadrina verabschiedet Absolvent*innen des Masterstudiengangs International Human Rights and Humanitarian Law

Frankfurt (Oder), 

Mit einer feierlichen Zeremonie wurden am 6. Mai 2026 die Absolvent*innen des Masterstudiengangs International Human Rights and Humanitarian Law an der Europa-Universität Viadrina verabschiedet. Zehn Absolvent*innen aus Österreich, Deutschland, Indien, den Philippinen, Großbritannien, Afghanistan, Irland, Pakistan und Dänemark schlossen ihr Studium erfolgreich ab. Familienmitglieder und Freunde begleiteten die Graduierenden an diesem besonderen Tag.

In seiner Begrüßungsrede ging der bisherige Studiengangsleiter Prof. Gerard C. Rowe unter anderem auf aktuelle Menschenrechtsverletzungen weltweit sowie auf die zukünftige Bedeutung der Arbeit der Absolvent*innen ein.

Staffelstab-Übergabe beim IHL-Master: Prof. Beham übernimmt

Prof. Dr. Markus Beham (rechts) übernimmt offiziell die akademische Leitung des Studiengangs von Prof. Gerard Rowe.

Nach der Urkundenvergabe sprach Prof. Dr. Markus Beham, der nunmehr die akademische Leitung des Studiengangs übernimmt, den Absolvent*innen seine Glückwünsche aus. Prof. Dr. Carmen Thiele, ebenfalls Mitglied der akademischen Leitung, blickte auf die Entstehungsgeschichte des Studiengangs zurück. Dieser sei aus dem Wunsch ehemaliger Teilnehmer*innen der Sommerschule „The European System of Human Rights Protection“ entstanden, vertiefte Kenntnisse im Bereich der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts im Rahmen eines Masterstudiengangs erwerben zu können. Ihr Lehrstuhl bietet die Sommerschule seit vielen Jahren an.

Im Anschluss an die Zeremonie kamen Absolvent*innen, Familienangehörige sowie Lehrende bei einem gemeinsamen Empfang zusammen.

Zahra KhaleqiZahra Khaleqi aus Afghanistan arbeitet als Rechtsreferendarin im Büro der Anklagebehörde beim Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe in Den Haag.

Was interessiert Sie am meisten im Bereich der internationalen Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts?

Mich interessiert vor allem der Aspekt der Durchsetzungsmechanismen im humanitären Völkerrecht. Ein Gesetz ist nur so stark wie seine Anwendung. Daher konzentriere ich mich auf den Übergang vom „Recht auf dem Papier“ zur „Rechenschaft vor Gericht“. Mich interessiert, wie wir die Lücke zwischen der Echtzeit-Dokumentation von Kriegsverbrechen und ihrer erfolgreichen strafrechtlichen Verfolgung vor internationalen Gerichten schließen können, um Gerechtigkeit für die Opfer zu gewährleisten.

Was ist das Wichtigste, das Sie hier gelernt haben und in Ihre berufliche Tätigkeit mitnehmen werden?

An der Viadrina habe ich gelernt, dass das internationale Menschenrechtsschutzsystem und das humanitäre Völkerrecht keine voneinander getrennten Bereiche sind. Ich habe gelernt, wie sich die Verletzung eines Menschenrechts während eines Konflikts zu einem Kriegsverbrechen oder einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausweiten kann. In meiner beruflichen Tätigkeit werde ich dieses Wissen anwenden, indem ich nachvollziehe, wie umfassende Muster staatlich geförderter Gewalt auf individuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit zurückgeführt werden, um Straflosigkeit zu beenden und Rechenschaftspflicht zu stärken.

Daniel Shields-HuemerDaniel Shields-Huemer aus Irland arbeitet im Safety and Legal Protection Team des International Rescue Committee in Berlin.

Was interessiert Sie am meisten im Bereich der internationalen Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts?

Am meisten interessiert mich das Spannungsverhältnis zwischen dem universellen, verbindlichen Charakter internationaler Rechtsrahmen und ihrer in der Praxis oft selektiven Anwendung und Durchsetzung. Angesichts der heutigen zunehmend unverhohlenen Abkehr von etablierten völkerrechtlichen Normen interessiert mich insbesondere, wie internationale Schutzrahmen ihre Legitimität bewahren können, wenn Doppelstandards und inkonsistente Durchsetzung ihre Glaubwürdigkeit weiterhin beeinträchtigen. Besonders reizt mich das Verständnis dafür, wie diese Ungleichheiten angegangen werden können, um sicherzustellen, dass das Völkerrecht in der Praxis konsistenter und wirksamer angewendet wird.

Was ist das Wichtigste, das Sie hier gelernt haben und in Ihre berufliche Tätigkeit mitnehmen werden?

Das Wichtigste, das ich gelernt habe, ist, die Kluft zwischen völkerrechtlichen Prinzipien und den Realitäten ihrer Umsetzung kritisch zu analysieren. Dieses Programm hat mir das theoretische Wissen und die analytischen Grundlagen vermittelt, um aktuelle Herausforderungen im internationalen Menschenrechtsschutz und im humanitären Völkerrecht zu bewerten, und zugleich mein Verständnis dafür vertieft, wie internationale Rechtsrahmen auf innerstaatlicher Ebene herangezogen werden können, um substanzielle Veränderungen voranzubringen. Das werde ich in meine Arbeit mitnehmen, insbesondere bei der Anwendung völkerrechtlicher Prinzipien in praktischen Kontexten zur Stärkung des Rechtsschutzes.

Lovely BernardoLovely Bernardo von den Philippinen arbeitet als Legal Communications Officer bei ICBUW – „International Coalition to Ban Uranium Weapons“

Was interessiert Sie am meisten im Bereich der internationalen Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts?

Am meisten interessiert mich in dem Bereich, dass er sich unmittelbar mit dem Schutz der Menschenwürde in den dunkelsten Momenten der Menschheit befasst. Mein Interesse am humanitären Völkerrecht entstand, weil mein Heimatland, die Philippinen, zahlreiche bewaffnete Konflikte erlebt hat, insbesondere während der Schlacht um Marawi. Die verheerenden Auswirkungen von Konflikten zu sehen, hat mir bewusst gemacht, dass Krieg nicht nur ein nationales Problem ist, sondern eine globale humanitäre Herausforderung.

Durch den IHL-Master habe ich verstanden, dass ungelöste bewaffnete Konflikte unzählige Leben zerstören, die Träume von Kindern zunichtemachen und ganze Gemeinschaften in Trauer und Leid zurücklassen. Dieses Fachgebiet inspiriert mich, weil es Menschlichkeit, Rechenschaftspflicht und Schutz in den Mittelpunkt von Konflikten und Krisen stellt.

Was ist das Wichtigste, das Sie hier gelernt haben und in Ihre berufliche Tätigkeit mitnehmen werden?

Das Wichtigste, das ich in diesem Programm gelernt habe, ist der Wert von Empathie und Verständnis trotz unterschiedlicher Meinungen, Perspektiven und Hintergründe. Da meine Kommiliton*innen und ich aus verschiedenen Kulturen stammen und unterschiedliche Erfahrungen mitbringen, waren wir uns nicht immer in jeder Frage oder Argumentation einig. Dennoch haben wir gelernt, einander zuzuhören, uns in die Lage der anderen hineinzuversetzen und respektvoll und offen miteinander umzugehen.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein sinnvoller Dialog und gegenseitiges Verständnis nicht nur im akademischen Umfeld wesentlich sind, sondern auch bei der Lösung globaler Konflikte und humanitärer Herausforderungen. Diese Erkenntnis werde ich in meine zukünftige berufliche Laufbahn mitnehmen, denn ich glaube, dass die Welt friedlicher und menschlicher werden könnte, wenn mehr Führungspersönlichkeiten Unterschieden mit Empathie und Verständnis begegnen würden.

Heike Stralau

Mehr Infos zum Studiengang

Beitrag teilen:


Zurück zum Newsportal

Abteilung für Hochschulkommunikation