In Frankfurt studiert, in San Diego geehrt – Natalie von Beust erhält renommierten Preis für ihre Masterarbeit

Frankfurt (Oder) / San Diego, 

Für ihre Abschlussarbeit über Chancen und Risiken der Drittfinanzierung in internationalen Schiedsverfahren wurde Natalie Freiin von Beust am 12. Februar 2026 mit dem Joseph T. McLaughlin Original Student Article Award ausgezeichnet. Das International Centre for Conflict Prevention and Resolution (CPR) hat die Viadrina-Absolventin im Rahmen seiner Jahrestagung in San Diego geehrt. Natalie von Beust hatte von 2023 bis 2025 an der Viadrina Mediation und Konfliktmanagement studiert. Heute ist sie Prozessanwältin und Expertin für Streitbeilegung in Nürnberg.

Herzlichen Glückwunsch, Natalie von Beust! Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Dass meine Forschungsarbeit vom CPR, einer führenden Institution im Bereich der Streitbeilegung, anerkannt wird, erfüllt mich mit großem Stolz und tiefer Dankbarkeit. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur meine akademischen Leistungen, sondern inspiriert und motiviert mich auch für meinen beruflichen Werdegang im Bereich der internationalen Streitbeilegung. Besonders dankbar bin ich für das aufschlussreiche Feedback meiner Gutachter*innen, Dr. Rouven F. Bodenheimer und Hannah Tümpel, akademische Leiterin des Masterstudiengangs Mediation und Konfliktmanagement. Gemeinsam mit Prof. Dr. Ulla Gläser, der ich ebenfalls aufrichtig danke, haben sie mich für die Auszeichnung nominiert. 

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Natalie Freiin von Beust (links)  bei der Verleihung des Joseph T. McLaughlin Original Student Article Award gemeinsam mit der Preisträgerin Alexandra Hoffman

Worum geht es in Ihrer Arbeit?

Meine Masterarbeit mit dem Titel „Third-Party Funding in International Commercial Arbitration: Financing Justice or Compromising Integrity” untersucht die Auswirkungen der Drittfinanzierung – übersetzt Third-Party Funding, kurz TPF – auf die internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit und konzentriert sich dabei auf die Frage, ob TPF den Zugang zur Justiz verbessert oder die Integrität des Verfahrens untergräbt. Die Arbeit untersucht die Motive für die Nutzung von TPF, die regulatorischen Rahmenbedingungen in der EU (mit Schwerpunkt auf Deutschland) und Asien (Hongkong, Singapur, China) sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken. Sie befasst sich mit Interessenkonflikten und verfahrensrechtlichen Herausforderungen und gibt Empfehlungen für die Gestaltung von TPF-Vereinbarungen und institutionellen Schiedsgerichtsregeln, um ein Gleichgewicht zwischen finanzieller Unterstützung und Verfahrensintegrität herzustellen.

Was interessiert Sie an diesem Thema besonders?

Mein Interesse an alternativen Streitbeilegungsverfahren wurde ursprünglich durch mein Masterstudium in Mediation und Konfliktmanagement an der Viadrina geweckt und gefördert. Mein Interesse speziell an der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit wurde nach der Teilnahme an einer Konferenz über internationale Streitbeilegung in Saudi-Arabien im Januar 2025 weiter verstärkt, auf der das Thema TPF bereits intensiv diskutiert wurde – insbesondere im Hinblick auf seine möglichen Auswirkungen auf die Integrität von Schiedsrichter*innen. Ich stellte jedoch fest, dass sich die Debatte weitgehend auf die Frage beschränkte, ob die Beteiligung externer Geldgeber die Unparteilichkeit der Schiedsrichter beeinträchtigen könnte, während die möglichen Auswirkungen auf andere Verfahrensbeteiligte nicht thematisiert wurden. Diese Beobachtung motivierte mich, eine breitere Perspektive für meine Masterarbeit einzunehmen und mich auf den Einfluss von TPF auf den gesamten Schiedsprozess und alle beteiligten Schlüsselakteure zu konzentrieren.

 

Frauke Adesiyan

Zum Masterstudiengang Mediation und Konflikmanagement

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