KIU-Gastdozentin Dr. Anna Slavko lehrt zu Übergangsjustiz und Menschenrechten in Krisenzeiten

Frankfurt (Oder), 

Wie kann die Justiz nach einem Krieg gesellschaftliche Spaltungen überwinden, Unrecht aufarbeiten und zu Frieden und Demokratie beitragen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Juristin Dr. Anna Slavko von der Staatlichen Universität Sumy, die im jetzt startenden Wintersemester 2026/27 als Gastdozentin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) lehrt. Ihr Aufenthalt im Rahmen des Kompetenzverbundes Interdisziplinäre Ukrainestudien (KIU) ist Teil des aktuellen Semesterthemas Transitional Justice (Übergangsjustiz).

Während ihrer Gastdozentur bietet Anna Slavko drei Seminare an. In einer „Einführung in die Übergangsjustiz“ ergründet sie mit Studierenden, wie Gesellschaften nach bewaffneten Konflikten, massiven Menschenrechtsverletzungen oder autoritären Regimen mit dem Erbe vergangener Übergriffe umgehen. Am Beispiel der Ukraine geht es um die Umsetzbarkeit der vier Säulen der Übergangsjustiz: Strafverfolgung, Wahrheitsfindung, Wiedergutmachung und Garantien der Nichtwiederholung.

Ein weiteres Seminar bietet eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem „Recht auf Wahrheit“ im modernen Völkerrecht und in der globalen Politik. Die Studierenden untersuchen einerseits die individuelle Dimension, also das Recht von Opfern und ihren Familien, das Schicksal vermisster Personen und die Umstände von Gräueltaten zu erfahren. Sie beschäftigen sich darüber hinaus mit der kollektiven Dimension des Rechts der Gesellschaft auf eine genaue historische Aufzeichnung, den Schutz vor staatlich geförderter Desinformation und den Zugang zu Archiven.

Schließlich befasst sich ein dritter Kurs mit „Menschenrechten in Krisenzeiten“. Anna Slavko thematisiert darin mit den Studierenden, wie sich das internationale Menschenrechtsrecht an Situationen schwerer gesellschaftlicher Belastungen anpasst, in denen Staaten gezwungen sind, nationale Sicherheit und öffentliche Ordnung gegen ihre internationalen Menschenrechtsverpflichtungen abzuwägen.

Anna Slavko steht Journalist*innen für Interviews und Hintergrundgespräche zu den genannten Themen zur Verfügung.
Kontaktaufnahme per E-Mail an presse@europa-uni.de

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Zur Person
An ihrer Heimatuniversität im nordostukrainischen Sumy ist Anna Slavko Associate Professor am Department für Internationales, Europäisches und Vergleichendes Recht. Ihre Forschungsinteressen kreisen um die Themen Übergangsjustiz, Werte im EU-Recht und die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit stellt sie ihr Wissen als politische Analystin in der Nichtregierungsorganisation Opora zur Verfügung und arbeitet im Rat für Binnenvertriebene in der Stadtverwaltung von Sumy.

 

 

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