Viadrina überzeugt als „Best Small Team“ beim Jessup Moot Court
Bei der deutschen Vorrunde des weltweit größten Moot Court-Wettbewerbes, dem Philip C. Jessup International Law Moot Court, konnten Jura-Studierende der Viadrina als bestes kleines Team überzeugen. Unter Leitung des Lehrstuhls von Prof. Dr. Markus Beham betreute Ines Frikech Laraki als Coach das Team bei den simulierten Gerichtsverhandlungen, die vom 18. bis zum 21. Februar 2026 an der Universität Trier stattfanden. Die Viadrina nahm erstmals seit 2013 teil und war damit eins von 20 deutschen Teams.
„Best Small Team“ steht auf der Urkunde, die die Viadrina-Gruppe am Ende des Vorausscheides in den Händen hält. Es ist eine treffende Auszeichnung, denn die Voraussetzungen für das Viadrina-Team in Trier waren andere als für die meisten Delegationen. Während viele Universitäten jahrelange Erfahrung sowie umfangreiche finanzielle und personelle Ressourcen mitbringen, war die Viadrina zum ersten Mal seit 13 Jahren bei dem renommierten Ausscheid vertreten, und auch die Vorbereitung war nicht einfach.
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„Die größte Schwierigkeit war sicherlich der enge Zeitrahmen“, schaut Ines Frikech Laraki vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Völkerrecht, auf den Jessup-Vorentscheid zurück. Sie leitete das Team aus drei Studenten und einer studentischen Beraterin; Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Beham war selbst als Richter am Wettbewerb beteiligt. „Darüber hinaus war es für uns alle die erste Teilnahme an einem Moot Court. Wir wussten anfangs nicht genau, was uns erwartet, und mussten uns in viele Abläufe erst einfinden – teilweise auch improvisieren“, berichtet Ines Frikech Laraki.
Sie ist stolz darauf, dass ihr Team trotz allem fokussiert geblieben ist und sich nicht entmutigen ließ. „Wir haben uns engagiert und kämpferisch gezeigt“, berichtet sie. In vier Runden sind die Viadrina-Studierenden auf äußerst erfahrene Teams renommierter deutscher Universitäten getroffen – eine Runde konnten sie für sich entscheiden, andere gingen äußerst knapp aus. Während des Wettbewerbs habe das Team kontinuierlich seine Strategien und Plädoyers angepasst. „Wir haben lange und intensive Arbeitssitzungen eingelegt, um Argumentationslinien weiter zu schärfen und die Redebeiträge zu perfektionieren“, so Ines Frikech Laraki.
Der Wettbewerb des Jessup Moot Court umfasst fiktionale völkerrechtliche Streitfälle zwischen Ländern vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen. Die Studierenden schlüpfen in die Rollen von klagenden und beklagten Ländern. In diesem Jahr beschäftigen sich Teilnehmende von rund 700 Jura-Fakultäten in etwa 100 Ländern in simulierten Verhandlungen mit den Rechten indigener Völker, in deren Ländern seltene Rohstoffe gefunden wurden. Die Gewinner-Teams aus den nationalen Vorausscheiden treffen in internationalen Runden in Washington aufeinander.
Auch wenn das Viadrina-Team nicht weitergekommen ist, war die Teilnahme vor allem für die Studierenden ein großer Gewinn. Als internationaler Student war es für Rohan Vashisht besonders interessant, Internationales Recht nicht nur aus einer theoretischen Perspektive zu lernen, sondern es praktisch anzuwenden: „Der Wettbewerb war sehr inspirierend. Mich hat am allermeisten beeindruckt, wie gut vorbereitet und professionell die Teilnehmenden und die Richter*innen waren. Das war alles sehr nah an der echten Rechtsprechung.“ Oft habe das Team in den mündlichen Anhörungen spontan umplanen müssen, etwa wenn Richter*innen unerwartete Fragen eingeworfen hätten. „Der Schlüssel zum Erfolg war nicht die Erinnerung an Gelerntes, sondern ein tiefgehendes Wissen, um die Fragen ad hoc und überzeugend zu beantworten“, umschreibt Rohan Vashisht die Herausforderung.
Über die fachliche Perspektive hinaus betont der Viadrina-Student, dass ihn der Wettbewerb auch persönlich gestärkt habe: „Ich habe Teamwork gelernt, Resilienz unter Druck und eine klare Kommunikation in einer Umgebung, in der es um viel geht.“ Die gestärkten Bekanntschaften mit seinen Teammitgliedern und Studierenden aus ganz Deutschland nehme er genauso mit wie ein neues Selbstvertrauen – und die Urkunde als Mitglied vom „Best Small Team“ des Jessup-Vorentscheides.
Frauke Adesiyan
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