„Wie über das östliche Europa berichten?“ – Werkstattgespräch mit Michael Thumann

Frankfurt (Oder), 

Wie gelingt Wissenschaftskommunikation über das östliche Europa? Über diese Frage sprach Michael Thumann, langjähriger Korrespondent der ZEIT und versierter Kenner Russlands und des östlichen Europas, am 12. Januar 2026 mit Nachwuchswissenschaftler*innen. Organisiert wurde das von der Journalistin Nancy Waldmann moderierte Werkstattgespräch vom Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies (VCPU).

Michael Thumann, Absolvent des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin, erzählte zunächst von seinen mehr als dreißig Jahren, die er als Korrespondent für Die Zeit gearbeitet hat. Er leitet aktuell bereits zum dritten Mal das Moskauer Büro der Wochenzeitung. Maßgeblich für seine Faszination für Russland und die Beherrschung der russischen Sprache war ein Studienaufenthalt im damaligen Leningrad — eine wichtige Ressource im späteren Beruf, wie er berichtete.

galerie-thumann

Zentrales Thema des Gespräches waren die Bedingungen für Journalist*innen in Russland vor dem Hintergrund der massiv eingeschränkten Meinungs- und Pressefreiheit. Thumann warnte zudem vor der gezielten Einflussnahme Russlands in der deutschen Öffentlichkeit — „billiges Gas“ und die Möglichkeit eines Atomkrieges seien „Verführungsmomente“ von Populist*innen. Zudem ging Thumann auf Fragen der Nachwuchswissenschaftler*innen ein, die sich für das Berufsfeld des Journalismus und die Rolle von Medien in den deutsch-russischen Beziehungen interessierten und wissen wollten, wie sie die eigene Forschung für eine breitere Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können. 

Im Anschluss an das Gespräch war Michael Thumann zu Gast im Jerzy Giedroyc Forschungskolloquium. Dort stellte er vor rund 60 Personen sein 2025 erschienenes Buch „Eisiges Schweigen flussabwärts“ vor und referierte über aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen in Russland. 

Im Rahmen eines zweijährigen von der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung finanzierten Projektes arbeitet die Viadrina in unterschiedlichen Formaten an der Sichtbarkeit der Forschung zu Ostmitteleuropa. Durch die gezielte Schulung des wissenschaftlichen Nachwuchses sollen die Medien- und Öffentlichkeitskompetenz verbessert werden.

Lukas Joura

Beitrag teilen:


Zurück zum Newsportal

Abteilung für Hochschulkommunikation