Viadrina bei der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin
Klimahaftung, Geschlechterrollen, neue Arbeitswelten und Deutschlands Beitrag zum Frieden in der Ukraine – mit aktuell viel diskutierten und drängenden Themen beteiligt sich die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) an der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin am Samstag, dem 6. Juni. Ab 17 Uhr stellen Forschende der Viadrina ihre wissenschaftlichen Einsichten vor und laden zum Mitdenken und Mitdiskutieren ein.
Ort aller Viadrina-Programmpunkte ist der Hörsaal 3035 im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin. Tickets für die Lange Nacht der Wissenschaften gibt es ab fünf Euro im Vorverkauf.
Valeria Lazareva
Zum Programm
17.10 Uhr bis 18 Uhr „Warum Ethik im Unternehmen oft scheitert – zwischen Persönlichkeit und System“: Dr. Miriam Maske (Vertretungsprofessur für Controlling) erklärt in ihrem interaktiven Vortrag, warum gut gemeinte Regeln, Ethikcodes und Compliance-Programme nicht immer zu verantwortungsvollem Handeln führen. Sie zeigt, dass ethisches Handeln weder allein auf individueller Moral noch auf formalen Regeln beruht. Aktuelle Forschung verdeutlicht, wie Persönlichkeitsmerkmale von Entscheider*innen mit Steuerungs- und Anreizsystemen zusammenwirken und Entscheidungen systematisch verzerren.
18.05 Uhr bis 18.55 Uhr „Imagining Alternative Digital Futures: Rethinking Work and Organization with Technology“: In ihrem englischsprachigen Workshop zeigt Dr. Lilo Meier, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Personal, Arbeit und Management, wie Technologien die Arbeitswelt verändern – zum Beispiel in Plattform-Kooperativen. Sie stellt dabei infrage, dass der Einsatz von Technologien immer der Profitmaximierung und Effizienzsteigerung folgen muss, und stellt andere Beispiele aus ihrer ethnografischen Forschung vor, die sich an geteiltem Eigentum und Solidarität orientieren.
19.05 Uhr bis 19.55 Uhr „Russland-Ukraine-Krieg: Was kann und sollte Deutschland jetzt tun?“ – diese Frage steht im Mittelpunkt des Workshops von Dr. Anne Holper vom Institut für Konfliktmanagement. Sie ist interessiert an den Einschätzungen und Vorschlägen der Besucher*innen, wie Deutschland dazu beitragen könnte, den russischen Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Nach einer kurzen Einführung zum Stand der Dinge werden die Teilnehmenden gemeinsam ihre Ideen diskutieren, Hindernisse und Risiken abwägen und überlegen, wie diese zu bewältigen sind.
20.05 Uhr bis 20.55 Uhr „Haften Unternehmen für den Klimawandel?“: Der Klimawandel ist global – aber können einzelne Unternehmen trotzdem verantwortlich sein? Diese Frage wird zunehmend vor deutschen Gerichten verhandelt: Jüngst haben etwa flutgeschädigte Bäuer*innen aus Pakistan die Konzerne RWE und Heidelberg Materials auf Schadensersatz verklagt. Der Experte für Klimahaftung, Prof. Dr. Jan-Erik Schirmer, gibt Einblick in seine Forschung und diskutiert mit Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Praxis, ob solche Klagen erfolgversprechend und sinnvoll sind.
21.05 Uhr bis 22 Uhr „Verkehrt sich die Emanzipation in ihr Gegenteil? Geschlechterbilder im Umbruch“: Tradwives, die Epstein-Files, gewaltbereite Männlichkeiten – vielerorts wird über eine Wiederkehr traditioneller Geschlechterbilder diskutiert: Erleben wir einen Backlash in den Geschlechterverhältnissen? Prof. Dr. Sarah Speck, Inhaberin der Professur Vergleichende Kultursoziologie, wirft einen soziologischen Blick auf den widersprüchlichen Wandel der Geschlechterverhältnisse in den vergangenen Dekaden, beleuchtet aktuelle Forschungsbefunde und geht auch auf Fragen der Besucher*innen ein.
Zwischen 17 und 22 Uhr sind außerdem Studierende vor Ort und informieren über das Studienangebot der Viadrina.
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