Jubiläumsfeier zum 100. Geburtstag von Henryk Bereska
Der herausragende Übersetzer, Schriftsteller und Vermittler zwischen Ost und West, Henryk Bereska, wäre am Sonntag, dem 17. Mai 2026, 100 Jahre alt geworden. Mit der Jubiläumsfeier „Im Fluss der Worte“ würdigen die Karl Dedecius Stiftung an der Europa-Universität Viadrina und das Karl Dedecius Archiv am Collegium Polonicum an diesem Tag Leben und Werk eines der bedeutendsten Vermittler im deutsch-polnischen Kultur- und Literaturdialog. Das ganztägige Programm umfasst einen Poetendampfer auf der Oder, Theater, Lesungen, Ausstellung und gibt Raum für Austausch mit Wegbegleiter*innen Bereskas. Das umfangreiche Programm ist entstanden in Kooperation mit der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, der Universität Wrocław sowie zahlreichen Partnern aus der Region Oder-Spree.
Der Tag bietet künstlerische, literarische und wissenschaftliche Beiträge und macht die Vielschichtigkeit von Henryk Bereskas Wirken erfahrbar.
10 Uhr: „Wie man Drachen besiegt und dann eine Prinzessin heiratet ...“, Figurentheater nach dem polnischen Märchen „Drei Nadeln, drei Ähren und die Zauberflöte“ von Stanisław Wasylewski in der Übersetzung von Henryk Bereska; Theater des Lachens, Ziegelstraße 31
11 Uhr und 18 Uhr: „Poetendampfer“, literarische Schifffahrten auf der Oder mit den Autor*innen Krzysztof Fedorowicz, Björn Kern und Maria Sidorska-Ryczkowska (11 Uhr) sowie Artur Daniel Liskowacki, Uwe Rada und Carmen Winter (18 Uhr). Die zweistündigen Lesungen werden moderiert von Marta Bąkiewicz und Wolfgang de Bruyn.
Abfahrt von der Anlegestelle am Frankfurter Holzmarkt.
Anmeldung und Information unter: 03366 35-2727 und info@literaturrat.de
13.30 Uhr bis 17.30 Uhr: Geburtstagsfest im Collegium Polonicum
· Eröffnung der Ausstellung „Ohne Applaus … Vom Übersetzen als stiller Kunst. Henryk Bereska 1926–2005“
· „Wenn ich nachts losgehe …" Szenische Lesung mit Puppe von Texten Henryk Bereskas mit Torsten Gesser und Arkadiusz Porada (Theater des Lachens)
· Kurzvortrag von Prof. Ines Geipel zum Editionsprojekt der „Kolberger Hefte“ und Lesung daraus
· Empfang im Innenhof mit Gelegenheit zum Austausch mit Wegbegleiter*innen von Henryk Bereska
Adam Czernenko
Alle Veranstaltungen am Collegium Polonicum sowie die Lesungen auf dem Poetendampfer finden in deutscher und polnischer Sprache statt. Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes „Henryk Bereska – Erinnerung und Rezeption im deutsch-polnischen Kulturdialog“ sowie durch das Programm Interreg und die Euroregion Pro Europa Viadrina.
Zur Person
Henryk Bereska (1926–2005) war Übersetzer, Schriftsteller und „stiller Vermittler im Dialog zwischen Ost und West“ (Norbert Honsza). Geboren in Roździeń bei Katowice und aufgewachsen in einem mehrsprachigen Umfeld, brachte er ideale Voraussetzungen für seine spätere Tätigkeit als literarischer Brückenbauer mit. Nach seinem Studium der Slawistik und Germanistik in Ost-Berlin arbeitete er zunächst im Aufbau-Verlag, bevor er ab 1955 als freier Übersetzer und Autor wirkte.
Bereska übertrug mehr als 100 Werke der polnischen Literatur ins Deutsche und machte Autorinnen und Autoren wie Zbigniew Herbert, Urszula Kozioł, Tadeusz Różewicz und Stanisław Ignacy Witkiewicz im deutschsprachigen Raum bekannt. Neben seiner Übersetzungstätigkeit veröffentlichte er eigene Gedichte, Aphorismen und Essays. Für sein Lebenswerk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Transatlantik-Preis (2005).
Sein literarischer Nachlass wird seit 2004 im Karl Dedecius Archiv am Collegium Polonicum in Słubice aufbewahrt und bildet eine bedeutende Grundlage für Forschung zum deutsch-polnischen Kulturaustausch.
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