EU fördert Projekt zur deutsch-polnischen Regionalgeschichte
Regionale Geschichte über die deutsch-polnische Grenze hinweg gemeinsam erlebbar und erfahrbar zu machen, ist das Ziel des regionalgeschichtlichen Laboratoriums Terra Transoderana. Das Projekt der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und der Universität Zielona Góra wird über drei Jahre mit rund 920.000 Euro im Rahmen des Programms Interreg VI A Brandenburg – Polen der Europäischen Union gefördert. Im Rahmen des Projektes werden Bildungsformate, Methoden und konkrete Handreichungen für die grenzüberschreitende Bildungsarbeit zur regionalen Geschichte entwickelt und erprobt. Dabei werden deutsche und polnische Museen, Schulen und Geschichtsinitiativen eingebunden.
Aufgrund der über 40 Jahre langen relativen Grenzschließung zwischen Deutschland und Polen – und trotz ihrer Öffnung nach 1989 – sind Wissen und Wahrnehmung der gemeinsamen Geschichte und des Kulturerbes des historischen Raums Ostbrandenburgs und des Lebuser Landes bis Ende des Zweiten Weltkrieges, sowie die Geschichte der Region nach dem Krieg, im heutigen Bewusstsein weitgehend verloren gegangen bzw. wenig gegenseitig erzählt worden, so die Ausgangsbeobachtung der Antragstellerinnen. „Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, die Verbrechen des Dritten Reiches, die Grenzverschiebung und insbesondere die Flucht und Vertreibung sowie andere Zwangsmigrationen erschweren es, die gemeinsame Geschichte der Region anzuerkennen“, sagt Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach von der Europa-Universität Viadrina. Gleichzeitig sei genau diese Geschichte aber nicht nur lokal bedeutsam, sondern stehe beispielhaft für die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Um dieses Wissen zu fördern und den Transfer zu stärken, werden im Rahmen von Terra Transoderana ab Juli 2026 neue Methoden für Lehre, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Vermittlung erarbeitet und erprobt. Dazu gehören ein Geschichtsspiel, eine Bildungsreise für Schüler*innen sowie eine internationale Sommerakademie für Studierende. Die gemeinsamen Formate zielen darauf ab, das Thema Kulturerbe in der Region zu erschließen und regionale Narrative in die jeweilige Arbeit einzubeziehen. Neben Mitarbeitenden der Viadrina und der Universität Zielona Góra werden Fachleute aus Museen sowie deutsche und polnische Geschichtsvermittler*innen einbezogen.
Das Projekt basiert auf der mehr als 20-jährigen Erfahrung des Instituts für angewandte Geschichte – Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e. V., das von Viadrina-Studierenden gegründet wurde. Zu den Partner*innen des Projektes gehören darüber hinaus die Städte Zielona Góra und Frankfurt (Oder), das Museum des Lebuser Landes (Muzeum Ziemi Lubuskiej) in Zielona Góra, das Museum Viadrina, der Museumsverband des Landes Brandenburg e. V. und das Deutsch-Polnische Haus in Berlin.
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