Galatasaray Üniversitesi: "Istanbul war eine wunderbare Entscheidung."

Kulturwissenschaften (BA)

Der Link zum vollständigen Erfahrungsbericht.

Vorbereitung

Besonders wichtig war mir, eine zuverlässige Krankenversicherung. Dabei habe ich über die tk die Envivas-Auslandskrnakenversicherung für 5 Monate dazu gebucht, was mich ungefähr 200 Euro gekostet hat. Allerdings habe ich im Nachhinein gehört, es gäbe ein Abkommen zwischen Deutschland und der Türkei, womit sich eine Auslandskrankenversicherung gespart werden kann. Ich bin mit Turkish Airlines nach Istanbul geflogen, habe mir allerdings nur den Hinflug besorgt, da ich gehört habe, dass man mit einem türkischen Studi-Ausweis, auf den Rückflug extrem Rabatt erhalten kann.

Für das Visum wird ein vorübergehender Personalausweis, das Ikamet, ausgestellt. Glücklicherweise beantragt die Galatasaray Üniversitesi die Aufenthaltsgenehmigung, als eine der wenigen Universitäten mit den Studis zusammen, wodurch damit in der Regel kein Stress entsteht. Normalerweise muss man nur ein mal zum Immigration Office in Fatih, um seine Fingerabdrücke einzureichen und wenn man direkt bei Öffnung erscheint, dauert das eigentlich nicht lange. Ich rate nur sich direkt am Anfang darum zu kümmern, bevor alle anderen Erasmus-Studis anfangen, sich darum zu kümmern.  

Die erste Erinführungsveranstaltung fand am 10. September 2025 online statt und eine Woche später, am 17. September noch einmal in Präsenz. Beide sind verpflichtend gewesen.

Die Uni bietet ein Buddy-Programm an, wobei einem Erasmus-Studi ein Regelstudi zugeteilt werden kann. Ich habe mich dafür angemeldet, fand es allerdings ein wenig verwirrend, weil mein Buddy mir nie wirklich geantwortet hat. Allerdings habe ich bei anderen gehört, dass es bei ihnen gut geklappt hat und enge Freundschaften entstanden sind.

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Unterkunft

Meine Unterkunft habe ich über Airbnb gefunden. Für ein relativ großes Zimmer in Nisantasi habe ich ca. 450 Euro im Monat bezahlt. Ich wohnte mit meinen Vermietern (ein Pärchen) und einer weiteren Erasmus-Studentin zusammen. Insgesamt war ich damit sehr zufrieden, allerdings wird die Wohnung und damit auch das eigene Zimmer von den Vermietern gereinigt, was ich ein wenig seltsam fand, da ich ein Gefühl von Hotel und mangelnder Privatsphäre hatte.

Rückblickend würde ich eher Wohnungen in Besiktas oder Ortaköy empfehlen, da die Uni so besser erreichbar ist, da der Bus aus Nişantaşi ständig im Stau stand und ich im Endeffekt schneller zu Fuß war, obwohl selbst das eine knappe Stunde gedauert hat. Insbesondere in Besiktas pulsiert das Leben mit wunderbaren Bars, Cafés, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, die sich direkt am Bosporus befinden.

Studium an der Gasthochschule

Die meisten Kurse fanden auf französisch statt, es gab aber auch einige auf englisch. Ich belegte 3 Seminare, die jeweils 3 Stunden gingen. Zwischendrin gibt es kurze Pausen, manche Dozenten werden auch früher fertig, andere ziehen bis zur letzten Minute durch. Es gibt eine Anwesenheitspflicht in allen Kursen, die auch, zumindest in meinen Kursen strikt überprüft wurde. Den Türkisch-Kurs (2x die Woche 90min) kann ich nicht wirklich weiterempfehlen, da man eher nicht so viel Nützliches lernt. Nach 1 ½ Monaten, Ende November/Anfang Dezember gibt es Zwischenprüfungen, die ca 30 bis 40% von der Gesamtnote ausmachen. Die Abschlussklausuren wiegen meist 50%, der Rest ist Anwesenheit und mündliche Mitarbeit. Das Betreuungsangebot für Erasmus-Studis ist sehr gut, das Erasmusbüro hilft, wo es kann, die Mitarbeiter*innen sind super freundlich. Außerdem gibt es eine GSU Whatsappgruppe, in der oft auch wichtige Informationen geteilt werden.

Die Mensa ist sehr gut, umgerechnet bekommt man für ca. 1 Euro von Suppe, Salat, Hauptgericht, Nachtisch bis Brot und Wasser alles dazu.

Alltag und Freizeit

Istanbul hat unglaublich viel zu bieten. Es gibt super Parties und Clubs, oft auch zahlreiche Erasmus-Events, bei denen man Menschen aus aller Welt kennenlernen kann. Das kann nämlich nur innerhalb der Galatasaray-Uni ein wenig herausfordernd werden, da sehr viele Erasmus-Studis bereits in Gruppen aus zum Beispiel Frankreich anreisen und viel unter sich bleiben. Dafür lernt man in Bars und Clubs umso mehr Menschen kennen. Mit der blauen Istanbulkart, die als Studi vor Ort beantragt werden muss, kann man sich ein monatliches Abo für knapp 10 Euro kaufen und hat 200 Fahrten mit den Öffis zur Verfügung, was mehr als genug ist. Die Fähren sind mit inbegriffen, selbst zu den im Marmarameer liegenden Prinzeninseln. Sie bieten einen wunderbaren Zufluchtsort aus dem Großstadtgetummel. Mit dem Studi-Ausweis erhält man auch in fast allen Museen und Sehenswürdigkeiten Rabatt und zahlt meist nur bis zu 2 Euro Eintritt, in der ganzen Türkei, es lohnt sich also den Ausweis auch auf Reisen im Land mitzunehmen. Moscheen zu besichtigen ist ein Muss, genau wie ein traditioneller Hamambesuch. Der kostet mittlerweile bis zu 50 Euro, ist es aber auch für diese erholsame Erfahrung wert. Falls man auf französische/ frankophone Filme steht, ist das Institut Francais der richtige Ort: Hier kann man Filme aller Art für 2 Euro auf französisch mit türkischem Untertitel schauen. In Istanbul kann man auf jeden Fall günstig außerhalb essen: ciğköfte, Suppen, Pide oder Börek erhält man oft schon für unter 2 Euro.

Fazit

Istanbul war eine wunderbare Entscheidung. Ich musste mir genug Zeit geben, mich auf diese riesige, laute, volle Stadt einzulassen. Anfangs fühlte ich mich echt herausgefordert. Insbesondere bei alleiniger Ankunft ist schon der Gang zum Supermarkt eine reizüberflutete Erfahrung. Letztendlich kann ich guten Gewissens sagen: auch wenn es anfangs oft schwierig war, lohnt es sich, sich genug Zeit zu geben und sich voll und ganz auf diese interessante Stadt einzulassen. Ich dürte einige Menschen aus Istanbul oder generell aus der Türkei kennenlernen und kann bestätigen, dass alle Bekanntschaften unfassbar freundlich und jederzeit hilfsbereit waren. Auch dadurch habe ich mich die meiste Zeit total sicher gefühlt.

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