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Dr. Estela Schindel

Schindel_Estrela_quer ©Fest, Heide

Kulturwissenschaftliche Fakultät (Kuwi)
Akademische Mitarbeiterin , Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Viadrina Instituts für Europa-Studien (IFES)
Wissenschaftliche Geschäftsführung
Logenstraße 11
15230 Frankfurt (Oder)
🏠 LH 115
☏ +49 335 5534 2827
📠 +49 335 5534 2278
✉ schindel@europa-uni.de

Sprechzeiten

Sprechstunden finden im Wintersemester 2021/22 nach Vereinbarung per Email statt.


Forschungsschwerpunkte

  • EU-Grenzregime
  • Biopolitik
  • Soziale Dynamiken der Exzeption und Exklusion
  • Diktatur- und Gewaltforschung; Erinnerungskulturen 
  • Raum- und Stadtforschung mit Schwerpunkt Lateinamerika

Aktuelles Forschungsprojekt

Die EU-Außengrenzen als Verhandlungsraum des europäischen Selbstbildes und der Alterität. Eine kultursoziologische Untersuchung der Konstruktion des europäischen Selbstbildes, der Alterität und der Verschiebung von Gewalt an die Außengrenzen der EU
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Publikationen

Publikationen


Lebenslauf / Vita

Lebenslauf/Vita


Lehrveranstaltungen

Aktuelles Semester, WiSe 2021/22:

Europa und die Bürokratie: Genealogie und Gegenwart

Wie bürokratisch ist Europa? Der Europäischen Union wurde oft vorgeworfen, sie sei eine viel zu bürokratische Struktur. In diesem Seminar gehen wir der umgekehrten Fragestellung nach: Wie europäisch ist eigentlich die Bürokratie? Wir werden uns mit der Genealogie der westlichen Bürokratie als Verwaltungs- und Regierungsform befassen, um die historischen Bedingungen zu identifizieren, die sie ermöglicht haben. Dabei richten wir den Blick unter anderem auf die Kolonialgeschichte, die Entstehung und Konsolidierung der Nationalstaaten und die Anforderungen der Massengesellschaft. Neben den historischen und soziologischen Betrachtungen beschäftigt sich das Seminar mit der Auswirkung der bürokratischen Ordnungen auf die Subjektivität und die Kultur der Moderne sowie auf deren Repräsentation in den Künsten. Abschließend werden wir uns mit den Herausforderungen beschäftigen, die die Einführung der Digitalisierung in die Staatsverwaltung mit sich bringt.

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Öffentlich | Privat: Kritik und Krise einer modernen Dichotomie

Die Trennung zwischen Öffentlichem und Privatem ist eine zentrale Entwicklung der westlichen Moderne. Diese Teilung war ausschlaggebend für die Entstehung des Kapitalismus, der eine Normierung und Rationalisierung des Handelns in der öffentlichen Sphäre und auf dem Markt erforderte, während Gefühle in den privaten Raum verwiesen werden. Diese Dualität ist zentral für die Ausbildung der bürgerlichen Rationalität. Dabei basiert sie auf klassischen Dualismen der Moderne wie den Trennungen von Emotion/Intellekt, Natur/Kultur, oder konkret/abstrakt, die wiederum mit gewissen Zuschreibungen von Geschlechterrollen einhergehen und diese zugleich reproduzieren. In den letzten Jahrzehnten hat die Digitalisierung des sozialen und emotionalen Lebens durch die sozialen Netzwerke jedoch viele der Annahmen, auf denen diese Aufteilung basierte, destabilisiert, indem das Öffentliche zunehmend segmentiert und das Intime spektakularisiert wurde. Zudem führten in jüngster Zeit die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu einer Neukonfiguration der Trennung zwischen öffentlichen und privaten Bereichen, deren Umfang noch nicht abzusehen ist. Diese Lage nehmen wir als Anlass, um uns mit der Entstehung dieses Kategorienpaares sowie mit Kritiken und Alternativen auseinanderzusetzen, die vor allem aus feministischer Perspektive angeregt wurden.

Frühere Lehrveranstaltungen