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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Medieninformation Nr. 32-2009

Nr. 32 vom 27. Februar 2009

Blick in die Viadrina:
Ausführliche Informationen zu Publikationen der Viadrina-Professoren aus dem letzten Halbjahr

 

Rita Aldenhoff-Hübinger (Hrsg.): Max Weber. Agrarrecht, Agrargeschichte, Agrarpolitik. 
Vorlesungen 1894-1899 (Max Weber-Gesamtausgabe, III/5). J.C.B. Mohr, Tübingen: 2008.

 

Francois Bafoil / Timm Beichelt (Hrsg.): Européanisation. D’Ouest en EstParis: L’Harmattan, Collection Logiques Politiques: 2008.

 

Reinhard Blänkner (Hrsg.): Europäische Bildungsströme. Die Viadrina im Kontext der europäischen Gelehrtenrepublik der frühen Neuzeit (1506-1811). scripvaz Verlag Christof Krauskopf, Schöneiche bei Berlin: 2008.
Der Band fasst die Ergebnisse der Tagung anlässlich des Jubiläumsjahrs der Universität 2006 zusammen. Dem Band liegt eine zweifache Zielsetzung zugrunde: Die bislang nur unzureichend erforschte Geschichte der alten Viadrina soll nicht nur in ihrer Bedeutung als brandenburgische Landesuniversität, sondern darüber hinaus in ihren europäischen Bezügen gewürdigt werden. Konzeptueller Rahmen hierfür ist die „europäische Gelehrtenrepublik“ zwischen ihrer Formierung seit dem 15. Jahrhundert und ihrer neuständischen Transformation um 1800. Unter dieser zweifachen Fokussierung enthält der Band institutionengeschichtliche und biografische Beiträge zu einzelnen Gelehrten der alten Viadrina ebenso wie wissenschafts- und disziplingeschichtliche Aufsätze.

 

Kay Blaufus / Jochen Hundsdoerfer: Taxes and the Choice between risky and risk-free Debt: on the Neutrality of Credit Default Taxation, in: Review of Managerial Science: 2, (2008): 161-181.
Shareholders can decide if their corporation issues risky or risk-free debt. We identify tax systems in which the choice between risky and risk-free debt is not distorted by taxes. These credit default neutral tax systems make it possible to make capital structure decisions and firm valuations neglecting credit default risk, even after taxes. Thus credit default neutrality is a characteristic of a tax system that helps to reduce planning costs. Moreover, credit default neutrality is a necessary condition for financial neutrality of taxation. We find one class of credit default neutral taxes that preserves and another class that modifies the expected tax distribution between creditors and debtor firm. Finally, we show the influence of personal taxation on credit default neutrality.

 

Frank Bönker / Jan Wielgohs (Hrsg.): Postsozialistische Transformation und europäische (Des-)Integration. Metropolis-Verlag, Marburg: 2008.

 

Friedel Bolle / Simon Kemp: Can We Compare Life Satisfaction between Nationalities?- Evaluating Actual and Imagined Situations, in: Social Indicators Research, im Erscheinen.
Do differences in reported life satisfaction between societies reflect real differences or do they reflect cultural differences in the way people rate their experiences? Study 1 showed that imagining better or worse life situations affected student respondents’ ratings of their own life satisfaction, as predicted by range-frequency theory. Study 2 investigated how German and Polish students rated their actual life satisfaction and how satisfied they would be under three imagined scenarios. Study 3 similarly compared Danish and Hungarian students. Both studies found significant differences in the rating of the hypothetical situations, and moderate correlations between ratings of satisfaction in the hypothetical situations and reality, but in neither study were national differences in actual satisfaction predicted by differences in hypothetical satisfaction. Overall, the results suggest that national differences in rated life satisfaction are real rather than reflecting differences in how satisfaction is rated.

 

Michal Buchowski (Hrsg.): Polska – Ukraina. Pogranicze kulturowe i etniczne (Poland – Ukraine. Cultural and Ethnic Border). Polskie Towarzystwo Ludoznawcze, Wrocław/ Poznań: 2008.
The book addresses several issues related to cultural and social phenomena researched by ethnologists both from Poland and Ukraine that have emerged on contemporary border between these two countries. The volume is divided into six parts: 1. Memory and identity, 2. Borderland as a problem and practice, 3. Multiculturality: history and modernity, 4. Differences and conflicts, 5. Rituals and beliefs, 6. Folklore and costumes. Articles are based mostly on the first-hand fieldwork experience of the authors and give a grass-root level perspective on the subjects studied.

 

Ramona Simone Dornbusch: Grundlagenbildung und Inwertsetzung von Kulturlandschaft: Überblick über den Stand im Land Brandenburg, in: Bund für Heimat und Umwelt (Hrsg.): Kulturlandschaftliche Informationssysteme in Deutschland. Erfassen – Erhalten – Vermitteln, Bonn: 2008: 49-51.
Die Beschäftigung mit historischen Kulturlandschaften hat in wenigen Fachdisziplinen eine lange Tradition. In den letzten Jahren hat die Befassung mit flächenhaften Kulturgütern erheblich an Dynamik gewonnen. Der Stand der Kulturlandschaftsforschung und –erfassung ist dabei regional sehr verschieden. So bestehen vielfältige Initiativen und Systeme zur Erhebung und Inventarisierung von Kulturlandschaften. Überblicksartig werden in dem Beitrag der Forschungs- und Arbeitsstand im Bundesland Brandenburg vorgestellt und künftige Entwicklungsschwerpunkte aufgezeigt.

 

Martin Eisend: A Meta-analysis of Humor in Advertising, in: Journal of the Academy of Marketing Science,
im Erscheinen.This meta-analysis combines 369 correlations on the effects of humor in advertising and thus quantifies, updates, and expands previous literature reviews on the effects of humor in advertising. In line with previous reviews, the meta-analytic correlations demonstrate that humor in advertising significantly enhances AAD, attention, and positive affect. Contrary to the assumptions of previous reviews, there is no evidence that humor impacts positive or negative cognitions, and liking of the advertiser. The meta-analytic findings clarify some ambiguous prior conclusions: humor significantly reduces source credibility, enhances positive affect, ABR and purchase intention. The decline from lower order to higher order communication effects is particularly strong, with the effect size of the impact of humor on AAD being twice as large as the effect size for ABR. This impact of humor in advertising has been rather stable over the past decades. A moderator analysis reveals, however, that the findings of academic humor research are somewhat biased. As for the underlying theory, the positive and linear relationship between the funniness of the ad and brand attitudes supports an affective mechanism underlying the impact of humor in advertising.

 

Ulrich Häde: Rechtliche Vorgaben für die Organisation der Bankenaufsicht, in: Kluth/Müller/Peilert (Hrsg.):
Wirtschaft – Verwaltung – Recht. Festschrift für Rolf Stober. Verlag Heymanns, Köln/München: 2008: 467-482.
Nicht erst seit der aktuellen Finanzkrise ist die Verteilung der Bankenaufsicht auf zwei verschiedene Institutionen Gegenstand der Kritik. Es gibt Forderungen, diese Aufgabe allein der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) oder der Deutschen Bundesbank zuzuweisen. Der Verfasser beleuchtet in seinem Beitrag die rechtlichen Hintergründe der Konstruktion der Bankenaufsicht in Deutschland, geht auf Änderungsmöglichkeiten ein und erörtert schließlich, ob es zulässig wäre, die Bundesbank in diesem Bereich der Aufsicht des Bundesfinanzministeriums zu unterstellen.

 

Andrea Hausmann / Jana Körner (Hrsg.): Demografischer Wandel und Kultur. Veränderungen im Kulturangebot und der Kulturnachfrage. VS Verlag, Wiesbaden: 2008.
Das Buch beschäftigt sich mit den Folgen des demografischen Wandels für Kultur, Kulturpolitik und Kulturmanagement und zeigt Chancen für die Zukunft auf. Es werden grundlegende aktuelle Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Demografie und Kultur sowie damit einhergehende Herausforderungen für die Kultur und die Kultureinrichtungen thematisiert. Vertreter aus Wissenschaft und Praxis beleuchten unterschiedliche Fragestellungen und zeigen Lösungsansätze auf, die sich für die kulturellen und kulturpolitischen Handlungsfelder ergeben. Hierbei geht es unter anderem um den richtigen Umgang mit den künftigen Kulturnachfragern, die Angebotsgestaltung der Zukunft und das Marketing von Kultureinrichtungen.

 

Anselm Haverkamp: Diesseits der Oder – Frankfurter Vorlesungen. Kadmos, Berlin: 2008.
Diesseits der Oder: Frankfurter Vorlesungen enthält die zu charakteristischen Anlässen vom Autor gehaltenen Reden. In ihnen werden Gründzüge einer kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft entwickelt und in einem Entwurf des europäischen Kanons von Literatur und Philosophie erläutert.

 

Günter Faltin / Liv Kirsten Jacobsen: The Concept-Creative Business Model as Success Factor, in: Journal of International Business and Economy: 9, 1 (2008): 13- 35.
Die gegenwärtige Diskussion um Entrepreneurship ist in Deutschland vor allem betriebswirtschaftlich geprägt. Finanzierung, Marketing, Steuern und Buchhaltung – diese Aspekte sind ohne Frage wichtig. Elementar für Entrepreneurship aber ist etwas anderes: Entrepreneurship ist ein kreativer, zutiefst künstlerischer Akt. Es ist nicht nur die Gründung von Unternehmen, es ist die Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen, genuine eigene Ideen in die wirtschaftliche Tat umzusetzen. Kreativität ist das Potential, aus dem die Entdeckung von Möglichkeiten, Innovationen und Geschäftsmodellen erwächst. Das Unkonventionelle, das Andersdenken im unternehmerischen Konzept stellt den eigentlichen Erfolgsfaktor dar. Mit diesem Artikel soll ein Beitrag geleistet werden, die Kreativität und die künstlerische Komponente erneut ins Blickfeld der Forschung zu rücken. Verbunden mit der heute immer leichteren Arbeitsteilung kommt Entrepreneurship als Lebensperspektive für mehr Menschen in Frage, als bisher vermutet.

 

Jan C. Joerden: Staatswesen und rechtsstaatlicher Anspruch, Ethische Fragestellungen zwischen Recht und Politik. Duncker & Humblot, Berlin: 2008.
In diesem Band werden Überlegungen zum Spannungsverhältnis zwischen Recht und Politik zusammengeführt. Dabei werden Fragen zur rechtsstaatlichen Konstitution von Staatswesen aufgegriffen, die sonst eher am Rande allgemeiner Staatstheorien behandelt werden. Allerdings sollen nicht nur Grenzfragen, sondern immer auch Grundfragen der politischen Ethik zur Sprache kommen. Insbesondere geht es darum, die Reichweite politischer Verantwortlichkeit zu konkretisieren, die Gewaltenteilung als Strukturnotwendigkeit des Rechtsstaates zu belegen, die starre Dichotomie von Rechtsstaat und Unrechtsstaat infrage zu stellen, die Möglichkeiten des Strafrechts bei der „Aufarbeitung“ von untergegangenen Unrechtsregimen zu diskutieren, die Modalitäten noch akzeptabler Kooperation mit Unrechtsstaaten zu beschreiben, die Grenzen des Einsatzes heimlicher Ermittlungsmaßnahmen im Rechtsstaat näher zu bestimmen, die Leistungsfähigkeit umfassender Formeln zum Auffinden von Gerechtigkeit zu untersuchen, den möglichen Zusammenhang einer Rechtfertigung von Kollateralschäden und Kollektivschuld der betroffenen Staatsbürger zu klären und schließlich die Grenzen eines Folterverbots im Rechtsstaat zu erörtern.

 

Konstanze Jungbluth:  Zur Rekonstruktion gesprochener Sprache: Familienbücher des 19. Jahrhunderts aus Pernambuco, in:
Winkelmann, Otto (Hrsg.): Akten des XXIII. Romanistischen Kolloquiums: Angewandte Linguistik. Narr, Tübingen: 2008.
Das Ziel dieser deskriptiven Beschreibung handschriftlicher Quellen aus dem Nordosten Brasiliens ist  eine explorative Darstellung, die Ansatzpunkte für zukünftige Forschungsvorhaben benennt und die insbesondere sichtbar macht, worin der Wert dieser Dokumente für die sprachwissenschaftliche Forschung überhaupt liegt. In den Schulen Brasiliens wird heute nicht mehr die europäische Norm des Portugiesischen in Lehrbüchern, Grammatiken und Wörterbüchern unterrichtet. Vielmehr stehen seit etwa einer Generation Unterrichtswerke zur Verfügung, die der nachwachsenden Generation die brasilianische Standardnorm vermitteln. Insbesondere die an Sprachwandelprozessen interessierten Forscher möchten nun herausfinden, seit wann sich diese in lexikalischer wie auch in grammatischer Hinsicht eigenständige Form des Sprechens (und Schreibens) der portugiesischen Sprache von ihrem europäischen Vorbild entfernt hat. Die synchrone Beschreibung des brasilianischen Portugiesisch, wie sie in den Grammatiken und Wörterbüchern greifbar ist, soll diachron ergänzt werden, indem die Herausbildung der eigenen, postkolonialen Norm sprachgeschichtlich vertieft wird.

 

Ulrich Knefelkamp / Frank Martin (Hrsg.): Der Antichrist. Die Glasmalereien der Marienkirche 
in Frankfurt (Oder).
Edition Leipzig, Leipzig: 2008.

 

Alfred Kötzle / Guido Eilenberger (Hrsg.): Finanzstrategisch denken!. Springer, Berlin: 2008.
Finanzstrategisch denken – das klingt zunächst paradox. Denn finanziell zu denken heißt, sich an den Finanzmarkt anzupassen. Strategisch zu denken dagegen bedeutet, die Umwelt langfristig zu verändern und zu gestalten. Doch in letzter Zeit handeln immer häufiger Manager und Investoren scheinbar gegen die Gesetze des Kapitalmarktes. Parallel dazu finden Unternehmen neue Wege, sich dem Finanzmarkt nicht einfach anzupassen, sondern diesen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Wie die Autoren zeigen, handelt es sich hier nicht um einzelne Regelverstöße, sondern um einen tiefgreifenden Umbruch.

 

Olga Kurilo / Gerd-Ulrich Herrmann (Hrsg.): Täter, Opfer, Helden. Der Zweite Weltkrieg in der 
weißrussischen und deutschen Erinnerung. Metropol, Berlin: 2008.

 

Arno Brandt / Stefan Krätke / Claudia Hahn / Renate Borst (Hrsg.): Metropolregionen und Wissensvernetzung.
Eine Netzwerkanalyse innovationsbezogener Kooperationen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.
LIT - Verlag, Münster/Hamburg/ London: 2008.
Metropolregionen sind Zentren der heutigen Wissensökonomie. Die Leistungsfähigkeit metropolitaner Innovationssysteme ist vom Wissensaustausch zwischen regionalen Unternehmen sowie zwischen Wirtschaft und Wissenschaft abhängig. Daher sind regionale Wissensnetzwerke und die Förderung der Wissensvernetzung mit regions-internen und -externen Partnern eine zentrale Herausforderung für Metropolregionen. In diesem Buch wird eine exemplarische Analyse der regionalen Wissensvernetzung am Beispiel der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen präsentiert, die auch das Potenzial des methodischen Ansatzes der Netzwerkanalyse aufzeigt.

 

Karl Kurbel (Hrsg.): Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik. Oldenbourg, München: 2008.
http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de
In einem Gemeinschaftsprojekt von 169 Wissenschaftlern deutscher, österreichischer und Schweizer Universitäten wurde die „Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik” im Internet veröffentlicht. Unter Federführung von Professor Dr. Karl Kurbel betreuen und koordinieren fünf bekannte Wirtschaftsinformatik-Professoren als Herausgeber das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, durchgeführt wird. Jeder Herausgeber betreut ein Teilgebiet, wobei Themen wie Informations- und Wissensmanagement, Softwareentwicklung, betriebliche Informationssysteme, Informationstechnologie sowie Ausbildung und Forschung im Vordergrund stehen. Sie steht der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung. Leser können die Beiträge online kommentieren, diskutieren und Verbesserungsvorschläge machen.

 

Stephan Lanz / Gese Dorner / Katharina Gaber / Nele Harlan / Nadine Jäger / Sigurd Jennerjahn / 
Birke Otto / Swantje Plähn (Hrsg.): Funk the City. Sounds und Städtisches Handeln 
aus den Peripherien von Rio de Janeiro und Berlin. Berlin, b_books: 2008.

 

Sigurd Littbarski: Die Haftpflichtversicherung des Sachverständigen, in: Praxishandbuch Sachverständigenrecht. Verlag C. H. Beck, München: 2008: 572 - 605.
Die Gefahr, als Sachverständiger haftpflichtig zu werden, hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Umso wichtiger ist es daher für jeden Sachverständigen, entsprechende Haftpflichtversicherung zu haben. Der Beitrag zeigt die Möglichkeit und Grenzen des Versicherungsschutzes auf und berücksichtigt dabei auch die Rechtslage nach Inkrafttreten des neuen Versicherungsvertragsgesetzes am 1.1.2008.

 

Cornelia Müller: Metaphors Dead and Alive, Sleeping and Waking. A Dynamic View. Chicago, University of Chicago Press: 2008.

 

Alexander Nützenadel / Frank Trentmann (Hrsg.): Food and Globalization. Consumption, Markets and Politics in the Modern World. Berg Publishers, New York: 2008.
Food has a special significance in the expanding field of global history. Food markets were the first to become globally integrated, linking distant cultures of the world, and in no other area have the interactions between global exchange and local cultural practices been as pronounced as in changing food cultures.
In this wide-ranging and fascinating book, the authors provide an historical overview of the relationship between food and globalization in the modern world. Together, the chapters of this book provide a fresh perspective on both global history and food studies. As such, this book will be of interest to a wide range of students and scholars of history, food studies, sociology, anthropology and globalization.

 

Hermann Ribhegge: Denkanstöße zur Mindestlohnkontroverse, in: Wirtschaftsdienst, Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 4,
2008: 276 - 284.
In Deutschland wird anders als in den übrigen Industriestaaten heftig über das Für und Wider von Mindestlöhnen diskutiert. Wie wird die Diskussion theoretisch untermauert? Wie wirken sich Mindestlöhne auf Beschäftigung und Lohnniveau aus? Kann Armut durch die Festlegung von Mindestlöhnen vermieden werden?

 

Karl Schlögel: Terror und Traum – Moskau 1937. Carl Hanser Verlag, München: 2008.
Die Studien zum Stalinismus fallen in der Regel auseinander in die Darstellung entweder eines entfesselten Staatsterrorismus - "Säuberungen", Beseitigung der "alten bolschewistischen Garde" - oder bestimmter Modernisierungsprojekte - Bau der Metro, Technikbegeisterung, Massenkultur. Das vorliegende Buch versucht, das heillose Ineinander von Gewalt und gesellschaftlicher Mobilisation, von Gewalt von oben und Gewaltbereitschaft von unten zusammenzubringen. Dies geschieht in etwa 40 Studien zu zentralen Ereignissen zwischen August 1936 und Frühjahr 1938. Historiographisch neu daran ist der Versuch eines "Narrativs der Gleichzeitigkeit". Der Band ist mit zahlreichen Illustrationen versehen.

 

Anna Schwarz: Vom Paradigma der „nachholenden Modernisierung“ zum cultural turn: Sozialwisenschaftliche Transformationsforschung im Rückblick, in: Frank Bönker / Jan Wielgohs (Hrsg.): Postsozialistische Transformation und europäische (Des-)Integration. Metropolis-Verlag, Marburg: 2008: 23-40.
Dieser Eröffnungsbeitrag einer Konferenz zu den gesellschaftlichen Umbruchprozessen im postsozialistischen Mittel- und Osteuropa beginnt mit einer kritischen Bilanz teleologischer und kontextausblendender modernisierungs-theoretischer Grundannahmen in der Transformations-forschung. Dem werden die Differenziertheit der realen Transformationsverläufe sowie auch die  analytischen Perspektivenverschiebungen im Kontext einer kulturwissenschaftlich-reflexiven Wende in den hier beteiligten sozialwissenschaftlichen Diszplinen gegenübergestellt. Daraus folgt das Plädoyer dafür, durch die systematische Verbindung von ergebnisoffenen mikro- und mesoanalytischen Forschungsansätzen mit der Makroebene nach neuen theoretischen Einsichten über die generativen Mechanismen komplexen postsozialistischen Wandels in einer zunehmend globalisierten Welt zu suchen.

 

Thomas Serrier: Aneignung fremder Kulturen in plurikulturellen Städten in Nordosteuropa.
Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa e.V., Lüneburg: 2008.

 

Georgii Kasianov / Philipp Ther (Hrsg.): A Laboratory of Transnational History. Ukraine and Ukrainian Historiography since 1991. Central European University Press, Budapest: 2008.
Dieser Band ist ein Versuch, im Gegensatz zu den bisher veröffentlichten Nationalgeschichten der Ukraine die Annahme ethnischer und staatlicher Kontinuität in Frage zu stellen und wurde im November auf der jährlichen Convention der American Association for the Advancement of Slavic Studies im Rahmen eines kleinen Festakts des Verlags der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Bernd Vogenbeck / Juliane Tomann / Magda Abraham-Diefenbach (Hrsg.): Terra Transoderana: 
Zwischen Neumark und Ziemia
Lubuska. be.bra Verlag, Berlin: 2008.

 

Herbert Posser / Heinrich Amadeus Wolff (Hrsg.): Kommentar zur Verwaltungsgerichtsordnung. C.H. Beck, München: 2008.
Die Verwaltungsgerichtsordnung regelt das Verfahren vor den Verwaltungsgerichten. Der Kommentar hat das Ziel wissenschaftliche Diskussion und praktische Fragen miteinander zu verbinden. Es bemüht sich um Aktualität. Das Werk bildet eine Gemeinschaftsleistung von über 20 Autoren. Das Werk ist zugleich als online-Fassung verfügbar.

 

Paul Zalewski: Zwischen Stadtautobahnen und Traditionsinseln. Zur Rolle der Historizität im Wiederaufbau von Hannover nach 1945, in: Koldewey Gesellschaft, Bericht über die 44. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung 2006, Stuttgart: 2008: 28-36.
Der zukunftsträchtige und autogerechte Wiederaufbau von Hannover wurde mit einem rekordverdächtigen Tempo aufgenommen und baute auf zahlreichen Studien und Wettbewerben auf. Vom ≥Wunder„ des hiesigen Metropolenaufbaus schrieb ≥Der Spiegel„. Auch im Ausland sparte man nicht an Anerkennung. Der Text thematisiert den Dualismus der funktionalistischen Stadtplanung, die einerseits ihre ≥futuristische„ ˆ wie wir heute wissen, teils gescheiterte ˆ Visionen schonungslos durchsetzte. Der Stadtgeschichte wurden dabei exakt begrenzte ˆ und wenn es sein muss, nachgebaute Schauplätze im Stadtraum zugewiesen. Andererseits ˆ und das zeigt sich bei der Betrachtung von Hannover deutlich ˆ konnten die "Traditionsinseln" zum besänftigen der Bürgerschaft eingesetzt werden, die sich damals nicht immer mit den noch unvertrauten autogerechten Stadtkonzepten anfreunden wollte.