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Zentrum für Lehre und Lernen

Kooperationsgruppen Digitale Lehre

Infoveranstaltung Kooperationsgruppen Digitale Lehre

Lehre kooperativ weiterentwickeln – Das Programm startet zum Wintersemester 21/22

  • Sie haben in den „Pandemie-Semestern“ gute Ideen für die Lehre entwickelt?
  • Sie würden gerne auch in Zukunft Ihre Lehrveranstaltungen um digitale Elemente anreichern?
  • Sie haben Ideen, um methodische Einführungsveranstaltungen als Blended-Learning-Arrangements weiterzuentwickeln?
  • Sie möchten in Ihren Lehrveranstaltungen in Präsenz und online die Studierenden stärker aktivieren und die verschiedensten Studierendengruppen besser unter einen Hut bekommen?

Ihre Kolleginnen und Kollegen möchten das auch! In den Kooperationsgruppen haben Sie die Gelegenheit, Ihre Expertise, Erfahrungen und Ideen zu teilen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Kooperationsgruppen arbeiten ein Jahr lang 14täglich gemeinsam an ihren Ideen, erproben sie in der Lehre und publizieren Ergebnisse. Es gibt ein optionales Begleitprogramm mit Weiterbildungsworkshops und Coachingmöglichkeiten sowie studentisches Feedback.

Es werden inhaltliche Schwerpunktsetzungen vorgeschlagen (siehe unten).

Sie haben die Möglichkeit, für die Teilnahme am Programm Entlastungsmittel zu bekommen. Zum Wintersemester können Sie eine SHK im Umfang von 6h/Woche einstellen oder ein zusätzliches Sachkostenbudget von 1.500 Euro für das Semester erhalten. Für das Sommersemester können nach Absprache mit den Vorgesetzten stattdessen auch Aufstockungen, Leistungszulagen oder eine Deputatsreduktion mit Ausgleich durch einen Lehrauftrag möglich werden.

Eckpunkte des Programms für den ersten Durchlauf:
(alle Informationen als pdf gibt es hier)

  • Ausschreibungszeitraum: bis 03.10.2021
  • Bewerbung mit Motivationsschreiben und ersten Ideen für Schwerpunktsetzungen  (siehe unten)
  • Auswahl und Zusammenstellung der Gruppen bis Semesterstart
    (5-10 Lehrende pro Gruppe), danach erfolgt die Besprechung und Organisation der Entlastungsmittel (siehe unten)
  • Starttermin nach Absprache in der zweiten Vorlesungswoche
  • Die Gruppen treffen sich zwei Semester lang 14täglich
  • Begleitende Weiterbildungen zu den Schwerpunktsetzungen der Gruppen und Coachingmöglichkeiten (beides optional)
  • Organisation studentischer Rückmeldung auf Lehrkonzepte
Informations-Veranstaltung 20.09.2021 18 - 19 Uhr
- Informationen zum Programm und offene Fragerunde -
Zoomlink: https://europa-uni-de.zoom.us/s/9379025025

Vor der Antragstellung wurden mit den Fakultäten und der AG Digitalisierung und Lehre einige inhaltliche Schwerpunkte für die Kooperationsgruppen erarbeitet, da diese nicht rein fachlich, sondern interdisziplinär zusammenarbeiten werden. Die Schwerpunktsetzungen bilden Themen ab, die im Kontext der Viadrina besonders relevant sind. Sie werden hier kurz erläutert. Es erleichtert die Zusammenstellung der Gruppen, wenn Sie in Ihrem Motivationsschreiben darauf eingehen, zu welchen der inhaltlichen Schwerpunkte die Lehrideen, die Sie weiterentwickeln möchten, passen. Gerne können Sie aber auch weitere, eigene Themen einbringen.

Thema Gestaltung von Einführungsveranstaltungen zu wissenschaftlichem Arbeiten und Methoden

An allen drei Fakultäten machen Lehrende der EUV die Erfahrung, jedes Semester viel Zeit mit der immer wieder ähnlichen Vermittlung von Basiskenntnissen zu verbringen, die evtl. besser investiert wäre in praktische Anwendung, Übung und Rückmeldung. Hier könnte eine Einbeziehung von digitalen Elementen in Konzepte des Blended Learning und des Flipped Classroom große Chancen bieten. Fragen könnten in diesem Zusammenhang sein, wie selbstgesteuerte Lernprozesse in der Studieneingangsphase durch Digitalisierung unterstützt werden können; welches Maß die Anteile an Selbstlernphasen haben und wie diese Phasen sinnvoll unterstützt werden können und dennoch die für die Studieneingangsphase ebenfalls so wichtige Hochschulsozialisation durch Mitstudierende stattfinden kann.

 Thema Kontakt und Präsenz

Ein Studium an einer Universität mehr bedeutet als konsumierenden Wissenserwerb, es sollte Handlungskompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung fördern. Es ist als Mehr-Wege-Kommunikation zu verstehen und zu gestalten. Dafür braucht es persönliche Sicht- und Spürbarkeit und eine wohlwollende, vertrauensstiftende Grundatmosphäre. Anders gesagt: es braucht Präsenz von Lehrenden und Lernenden, damit Resonanz entsteht. In den Leitideen für die Lehre heißt es dazu: „Lernen ist eine soziale Erfahrung. Direkte persönliche Kommunikation und Präsenz sind wesentliche Elemente erfolgreichen Lernens.“ Wie aber können Kontakt und Präsenz in Blended-Learning-Arrangements oder digitalen Settings entstehen und aufrechterhalten werden?

 Thema Verantwortungsbewusstsein und Verantwortungsbereitschaft

Die Viadrina versteht es im Sinne der „Bildung für nachhaltige Entwicklung" auch als „Ziel von Hochschullehre, Studierende zu gesellschaftlicher Verantwortung und zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen“ (Leitideen für die Lehre, S. 6). Studierende sollten deshalb im Studium gut darauf vorbereitet werden, Verantwortung reflektiert und gemeinwohlorientiert wahrzunehmen. Neben der direkten Thematisierung von Verantwortung bieten beispielsweise Service Learning, Problem-based Learning oder Forschendes Lernen Konzepte, die sich eignen, um Studierende stärker Eigenverantwortung für eigene Lernprozesse, aber auch in der Gesellschaft übernehmen zu lassen. Wie lassen sich solche Ansätze in digitalen oder hybriden Settings umsetzen oder durch digitale Arrangements unterstützen? Da es viele Lehr-Lern-Arrangements an der EUV gibt, die solchen Ansätzen folgen, ist dieses Thema für die Profilbildung sehr relevant.

 Thema ist Diversität im Kontext der Digitalisierung

In den Leitideen für die Lehre heißt es: „Die Viadrina betrachtet Diversität ihrer Mitglieder als Reichtum; deshalb fördert sie eine Wissenschafts- und Arbeitskultur, die Individualität respektiert, allen gleiche Chancen einräumt und bei der Entfaltung ihrer Talente und Potentiale unterstützt. Die Akzeptanz aller ihrer Mitglieder und das Engagement gegen Diskriminierung und Rassismus und für Gleichstellung gehören dabei untrennbar zusammen.“ (S. 2) Durch Digitalisierung und digitale Räume können sich hier Chancen ergeben, betrachtet man z.B. die fundamentale Frage der eigenen Identität im Sinne des Zwiespalts von „Wie will ich wahrgenommen werden?” und „Wie werde ich wahrgenommen?“. So könnten sie Lernenden die Möglichkeit geben, unabhängig von physischen oder psychischen Beeinträchtigungen in Lehr-Lernkontexten zu agieren und wahrgenommen zu werden. Dies zeigen erste Erfahrungen mit der Nutzung des virtuellen Campus „Lernspace 3D“, in dem Lehrende und Studierende als Avatare an ausgewählten Lehrveranstaltungen teilnehmen. Andererseits besteht jedoch auch die Gefahr, dass im Zuge der Digitalisierung Studierenden Teilhabe erschwert wird, z.B. durch fehlende Zugänge oder Barrieren in Lernplattformen und Materialien. In diesen KDL soll es darum gehen, Lehr- und Lernkonzepte weiter zu entwickeln, die die Digitalisierung als Chance für eine stärkere Diversitätsorientierung begreifen.

Die Gruppen werden durch Seminarleiter*innen strukturiert und moderiert, so dass sich die Mitglieder ganz auf die Weiterentwicklung ihrer Ideen konzentrieren können.

Die wissenschaftsbasierte Herangehensweise der Seminare orientiert sich am Format von Forschungsprozessen (Scholarship of Teaching and Learning, SoTL).  D.h., die Gruppen arbeiten wissenschaftsbasiert und folgen im Verlauf ihres Bestehens einem systematischen Prozess, in dem sie ausgehend von Erfahrungen, die die Mitglieder in ihrer Lehre gemacht haben, Probleme definieren, dazu den Forschungsstand recherchieren und diskutieren, Problemlösungen erarbeiten, in der Lehre erproben und auswerten und schließlich ihre so erlangten Erkenntnisse veröffentlichen.

Für diesen letzten Schritt der Veröffentlichung ist es das Ziel, dies explizit in Form von Open Educational Resources (OER) zu tun, die durch die teilnehmenden Lehrenden erstellt und veröffentlicht werden. Als OER kommen so unterschiedliche Produkte wie Handreichungen für Studierende, Lehrvideos, Moodlekurse, Prüfungsfragen oder Foliensätze in Betracht, die anderen Lehrenden sowohl an der EUV als auch darüber hinaus zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden können.

Lehrende werden bei der Erstellung eigener OER technisch, didaktisch und gestalterisch unterstützt. Dazu gehört auch die Klärung von Fragen nach Nutzungsrechten, die Wahl der passenden „creative commons licence“ sowie die Entscheidung für ein qualitätsgesichertes OER-Repositorium. Denn es ist wichtig, dass die erstellten Materialien in den jeweiligen disziplinären Zusammenhängen anerkannt, gefunden und genutzt werden können. Gerade für Lehrende in Qualifizierungsphasen ist die reputationsfördernde Wirkung durch dauerhafte Auffindbarkeit und überregionale Sichtbarkeit in der jeweiligen Disziplin entscheidend. 

 Um die studentische Perspektive gut einzubeziehen, arbeiten die Gruppen mit assoziierten studentischen Feedbackgeber*innen.

Motivationsschreiben: Bitte beschreiben Sie auf maximal einer Seite, welche Lehrideen Sie gerne weiterentwickeln würden und zu welchen der inhaltlichen Schwerpunkte diese passen würden (falls möglich). Bitte schicken Sie das Motivationsschreiben per E-Mail bis  03.10.2021 an zll@europa-uni.de

Zum Wintersemester starten bis zu drei Gruppen mit bis zu zehn Teilnehmenden. Eine weitere Ausschreibung wird es zum Wintersemester 2022/2023 geben.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL): zll@europa-uni.de

 Das Programm wird finanziert über die Stiftung Innovation in der Hochschullehre.