Karriere in Deutschland – Internationale Alumni der Viadrina berichten

Fünf internationale Alumni der Viadrina berichteten am 13. Juli 2023 im Rahmen einer Podiumsdiskussion des Career Centers über ihren Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Rund 30 Viadrina-Studierende hatten sich der englischsprachigen Online-Veranstaltung zugeschaltet. Viele internationale Studierende planen nach Studienende in Deutschland zu bleiben, erleben aber teilweise hohe Hürden. Höchste Zeit also diejenigen zu befragen, die es geschafft haben, nach dem Studium in Deutschland beruflich durchzustarten.

Hilfreich bei der Jobsuche war für die Podiumsgäste der gezielte Aufbau eines Netzwerks. Juana Corral, die an der Viadrina den Master of European Studies (MES) abgeschlossen hat und als Koordinatorin bei Kolko e. V. Menschenrechte für Kolumbien arbeitet, berichtete, dass Sie zu diesem Zweck an zahlreichen Konferenzen und Workshops zu ihrem Fachgebiet teilgenommen hat.

Agnieszka Kulik hingegen, die in den frühen 1990er Jahren an der Viadrina Betriebswirtschaftslehre studierte und heute bei der Immobilienbank Berlin Hyp arbeitet, empfahl den Studierenden möglichst viel Praxiserfahrung zu sammeln und dabei ruhig auch mal etwas zu wagen und Engagement zu zeigen. Sie habe bei BMW angerufen und ihre Enttäuschung kommuniziert, nachdem ein bereits zugesagtes Praktikum abgesagt wurde und konnte das Praktikum dann doch zu einem anderen Zeitpunkt absolvieren.

Auch für Mohammad Nurul Amin, der heute bei Mediamarkt/Saturn als Data Tracking Spezialist arbeitet, war ein Anruf ausschlaggebend für einen Job: „Das Stellenangebot war auf Deutsch. Ich habe angerufen und gefragt, ob es auch auf Englisch geht“, sagte er. Es ging, zumal er aufgrund seiner Programmierkenntnisse, die er sich neben seinem Studium in International Business Administration (IBA) angeeignet hatte, ein spannender Kandidat war.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Career Pilot Programms 2023. Foto: Sylvana Janisch


Sprache ist und war ein Thema für alle Podiumsgäste, sowohl im Studium als auch beim Jobeinstieg. Das Studium auf Deutsch empfanden einstimmig alle, die nicht auf Englisch studiert hatten, als große Herausforderung, besonders die Prüfungen und mündlichen Präsentationen. „Ich habe mich die ersten Jahre im Job weniger kompetent gefühlt als meine Kolleginnen und Kollegen, nur weil ich nicht so perfekt Deutsch gesprochen habe“, berichtete Stacy Karasch, Absolventin des IBA-Masters, die zur Zeit im International Office der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin im Bereich Marketing arbeitet. Dabei seien die Herkunftssprache und der Blick von außen eigentlich Pluspunkte auf dem Arbeitsmarkt. Luana Martin-Russu, MES-Absolventin, ergänzte, dass bei ihrem Arbeitgeber, dem Ecologic Institute, zwar alles bilingual sei, aber Deutschkenntnisse das Leben und Arbeiten in Deutschland einfacher machen und die Jobchancen erhöhen würden.

Neben hilfreichen Strategien für den Berufseinstieg und den im Laufe des Berufslebens erworbenen Erkenntnissen erhielten die teilnehmenden Studierenden auch Praktikums- und Jobangebote von den Alumni und die Möglichkeit, über soziale Netzwerke persönlichen Kontakt aufzunehmen.

Die Online-Veranstaltung bildete den Abschluss des diesjährigen Career Pilot Programms für internationale Studierende. In dem semesterbegleitenden Qualifizierungsprogramm können sie ihre persönlichen Kompetenzen ausbilden und den deutschen Arbeitsmarkt, Bewerbungsprozesse und Erwartungen von Arbeitgebern kennenlernen.

Text: Thekla Lange (Career Center)

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