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Anonymisiertes Bewerbungsverfahren

Bewerben ohne Vorurteil

Europa-Universität Viadrina erprobt als erste Hochschule bundesweit anonymisierte Bewerbungsverfahren.

Menschen mit Migrationshintergrund oder Handicap, Frauen und ältere Arbeitnehmer: Auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitsplatz fühlen sie sich häufig benachteiligt.

Die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) zeigt nun, dass es aus Arbeitgebersicht
auch anders gehen kann: Als erste Hochschule bundesweit erprobt sie, wie anonymisierte Bewerbungen – ohne Angabe des Namens, Alters, Geschlechts und der Nationalität – eingesetzt werden können. „Ziel der Viadrina ist es, die Auswahlverfahren garantiert diskriminierungsfrei zu gestalten und jeder Bewerberin und jedem Bewerber die gleiche Chance auf eine Einstellung zu ermöglichen“, sagte Viadrina-Präsident Dr. Gunter Pleuger zum Auftakt des Projekts. Angewandt wird das anonymisierte Bewerbungsverfahren für alle Stellen in der gesamten Verwaltung. „Das erste anonymisierte Bewerbungsverfahren ist bereits angelaufen und zwei weitere Ausschreibungen stehen kurz bevor“, so Personaldezernentin Menekse Wenzler zum Stand des Projektes.

Anonymisierte Bewerbungen verteilen die Chancen gerechter, wie ein Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) im Jahr 2012 gezeigt hat. Zudem schaffen sie Transparenz im Auswahlverfahren. Durch den Verzicht auf persönliche Angaben wird im Bewerbungsprozess der Blick auf Eignung und Qualifikation gelenkt. ADS-Leiterin Christine Lüders lobte die Viadrina als „Vorreiterin in Sachen Antidiskriminierung“. Die erstmalige Anwendung des anonymisierten Bewerbungsverfahrens an einer Hochschule zeige, dass das Verfahren vielfältig einsetzbar sei. „Mehr und mehr Bundesländer testen das Verfahren oder stellen bereits auf anonymisierte Bewerbungsverfahren um. Das zeigt uns, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren zunehmend genutzt werden – ich hoffe, bald auch an anderen Universitäten“, sagte Lüders.

Die Europa-Universität Viadrina erhofft sich aus dem Test Erkenntnisse über die Umsetzbarkeit von anonymisierten Bewerbungsverfahren an einer Hochschule. Unterstützt wird sie dabei von der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Viadrina (KOWA), die bereits das Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wissenschaftlich begleitet hat.

 

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