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Studienordnung für den postgradualen Studiengang "Master of European Studies" (M.E.S.)

an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder(1)

vom 02.07.1997

 

Präambel
§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Studienziele und Fächerkombinationen
§ 3 Studieninhalte
§ 4 Berufsfelder
§ 5 Spezifik des Masterstudienganges
§ 6 Studienbeginn
§ 7 Regelstudienzeit
§ 8 Studienvoraussetzungen
§ 9 Allgemeine Struktur des Studienganges
§ 10 Leistungsnachweise und Belegveranstaltungen
§ 11 Leistungsnachweise und Credit Points
§ 12 Abschlussarbeit
§ 13 Master-Prüfung
§ 14 Studienplanung
§ 15 Erwerb eines Zertifikats
§ 16 Zum Studium für Studierende mit Behinderung
§ 17 Inkrafttreten

Gemäß § 91 Absatz 1, Ziffer 1 in Verbindung mit § 11 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg vom 24. Juni 1991 (Brandenburgisches Hochschulgesetz - GVBl. 1991, S.156) in der Fassung vom 22. Mai 1996 (GVBl. I, S. 173) haben die Fakultätsräte der juristischen, der kulturwissenschaftlichen sowie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) die folgende Studienordnung erlassen.(2)

Präambel

Die Europa-Universität Viadrina versteht sich als ein interdisziplinärer Verbund der hier vertretenen Fakultäten und deren Themenbereichen. Der Verschränkung der Lehr- und Forschungsgebiete der Fakultäten kommt vor dem Hintergrund der europäischen Einigung eine besondere Bedeutung zu.

Probleme und Chancen des europäischen Intergrationsprozesses lassen sich nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fächern erfassen. Daher wird der Zusammenführung von Einzeldisziplinen, ihrer Transzendierung in Richtung auf europäische Zusammenhänge sowie der interdisziplinären Verschränkung besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

§ 1
Geltungsbereich

Diese Studienordnung regelt unter Berücksichtigung der Prüfungsordnung für den postgradualen Studiengang "Master of European Studies" an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Ziele, Inhalte und Verlauf des Masterstudiengangs.

§ 2
Studienziele und Fächerkombinationen

(1) Der Graduiertenstudiengang führt zum Grad eines Masters of European Studies (M.E.S.).

(2) Der Studiengang gliedert sich in ein Zentralfach und zwei Module.

Als Zentralfach kann gewählt werden:

  • Jura mit drei Spezialgebieten
  • Kulturwissenschaften mit drei Spezialgebieten
  • Wirtschaftswissenschaften mit drei Spezialgebieten.

Als Module müssen je zwei Spezialgebiete aus dem Angebot der beiden anderen Fakultäten gewählt werden.

§ 3
Studieninhalte

Die Spezialgebiete der Fakultäten sind:

A) Juristische Fakultät

  1. Europarecht
  2. Europäischer Menschen- und Minderheitenrechtsschutz
  3. Rechtsvergleichung
  4. Europäische Verfassungsgeschichte
  5. Internationales Privatrecht
  6. Europäisches Wirtschaftsrecht
  7. Europäische Rechtsgeschichte

B) Kulturwissenschaftliche Fakultät

  1. Europäische Identität
  2. Geschichte der europäischen Nationen und des Nationalismus
  3. Minderheiten in Europa
  4. Migration in Europa
  5. Transformation europäischer Gesellschaften
  6. Moderne und Gegenmoderne
  7. Metropolen und Regionen
  8. Kommunikation und Medien in Europa
  9. Europäische Literatur und Kunst unter der Berücksichtigung von Literatur- und Kunsttheorie
  10. Rhetorik - Ästhetik - Wissen

C) Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

  1. Europäisches Management und Marketing
  2. Internationales Informationsmanagement
  3. Europäische Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik
  4. Europäische Integration und Globalisierung
  5. Transformation in Mittel- und Osteuropa
  6. Internationale Wirtschaftsbeziehungen
  7. Internationale Steuerlehre

§ 4
Berufsfelder

Die zunehmende internationale Verschränkung des Rechts, der Wirtschaft und der Kultur, die vermehrte Beschäftigung von Mitarbeitern aus anderen Sprach- und Kulturräumen und die immer komplexer werdenden Probleme in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft erfordern fachübergreifende Fähigkeiten.

Der Graduiertenstudiengang Master of European Studies soll europäischen Hochschulabgängern ermöglichen, vertiefte Einblicke in europäische Zusammenhänge zu gewinnen.

Die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung des Studiengangs und die hohe Eigenverantwortung der Studierenden bei der Organisation des Studiums fördern die Ausprägung von Qualifikation wie Organisationsfähigkeit, Fähigkeit zur Arbeit im Team, Leitung von Gruppen.

Als Arbeitsbereiche bieten sich insbesondere Tätigkeiten in den folgenden Arbeitsbereichen an, in denen sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche und juristische Kompetenzen gefragt sind:

  • europäische Institutionen und Organisationen
  • nationale und internationale Einrichtungen und Projekte
  • Öffentlichkeitsarbeit, Rechtsabteilungen und Personalwesen vornehmlich internationaler Betriebe
  • Lehr-, Forschungs- und Weiterbildungseinrichtungen
  • Medien, Journalismus, Verlagswesen
  • Stiftungen und Verbände
  • Stadt- und Regionalplanung, kommunale und regionale Kultureinrichtungen
  • Museums- und Ausstellungswesen
  • Tourismus.

§ 5
Spezifik des Masterstudiengangs

Der Studiengang weist folgende besondere Merkmale auf:

  • einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Vermittlung problemorientierter, interdisziplinärer Lehr- und Forschungsinhalte,
  • die Realisierung von vielfältigen Ausbildungsformen zur Vermittlung praxisnaher Fertigkeiten,
  • die Vermittlung spezifischen Wissens zu verschiedenen Bereichen der europäischen Kultur,
  • spezifisches Wissen aus den Arbeitsgebieten der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften in europäischen Zusammenhängen.

§ 6
Studienbeginn

Das Studium beginnt jeweils mit dem Winter- oder Sommersemester.

§ 7
Regelstudienzeit

Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich der Zeit für die Anfertigung der Abschlußarbeit und der Ablegung der mündlichen Abschlußprüfung vier Semester.

§ 8
Studienvoraussetzungen

(1) Als grundsätzliche Studienvoraussetzung gilt der Nachweis eines abgeschlossenen Hochschulstudiums. Für die Wahl des Zentralfaches und den Zugang zu den Spezialfächern gelten für die verschiedenen Fakultäten folgende Zugangsvoraussetzungen:

1. Juristische Fakultät:

Ein fachspezifisches, abgeschlossenes Hochschulstudium (Einzelheiten und Ausnahmen regelt die Fakultät)

2. Kulturwissenschaftliche Fakultät:

Ein abgeschlossenes Hochschulstudium

3. Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät:

Ein fachspezifisches, abgeschlossenes Hochschulstudium (Einzelheiten und Ausnahmen regelt die Fakultät)

(2) Von den Studierenden, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, wird i.d.R. die aktive Beherrschung der deutschen Sprache erwartet. Die DSH-Prüfung kann innerhalb des ersten Semesters an der Viadrina nachgeholt werden.

(3) Über die Zulassung von Studienortswechslern zum Masterstudiengang entscheidet der Prüfungsausschuß.

§ 9
Allgemeine Struktur des Studiengangs - Semesterwochenstunden

Das Master-Studium umfaßt mindestens 54 Semesterwochenstunden. Davon sind zu erbringen:

im Zentralfach: 24 SWS
im 1. Modul: 8 SWS
im 2. Modul: 8 SWS
Spracherwerb: 14 SWS.

§ 10
Leistungsnachweise und Belegveranstaltungen

(1) Leistungsnachweise werden für Veranstaltungen von 3 - 5 SWS vergeben. Um die internationale Vergleichbarkeit und Anrechenbarkeit der an der Viadrina erbrachten Leistungen zu gewährleisten - besonders für Gaststudierende und Studierende, die nur das Zertifikat erwerben wollen - werden den Veranstaltungen auch Credit Points (CP’s) zugeordnet (siehe auch § 11).

(2) Der Besuch mindestens folgender Lehrveranstaltungen wird verlangt:

6 Lehrveranstaltungen mit Leistungsnachweis im gewählten Zentralfach

24 SWS (54 Credit Points)

2 Lehrveranstaltungen mit Leistungsnachweis im 1. Modul

8 SWS (18 Credit Points)

2 Lehrveranstaltungen mit Leistungsnachweis im 2. Modul

8 SWS (18 Credit Points)

Spracherwerb

14 SWS

§ 11
Leistungsnachweise und Credit Points

(1) Leistungsnachweise (Scheine) werden für die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an Lehrveranstaltungen von 3 - 5 SWS vergeben. Voraussetzung des Scheinerwerbs ist der Nachweis einer mindestens mit "ausreichend" zu bewertenden individuell erkennbaren Gesamtleistung in der jeweiligen Lehrveranstaltung.

(2) Im Zentralfach Rechtswissenschaften ist der Erwerb von drei Leistungsnachweisen mit dem erfolgreichen Abschluß der ersten juristischen Staatsprüfung erbracht, sofern der Studierende in ihrem Rahmen eine Aufgabe aus dem Anwendungsbereich des Europarechts mindestens mit der Note "ausreichend" (4,0) bearbeitet hat (§ 26 Abs. 3 BbgJAO).

(3) Für Veranstaltungen, in denen ein Leistungsnachweis erbracht wurde, werden jeweils neun Credit Points vergeben.

In Anlehnung an das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) ergibt sich folgendes Credit Point System für den Master of European Studies:

Semester

SWS

Leistungsnachweise

Credit Points

1. Semester

12

+6 Spracherwerb

aus Zentralfach 2

aus Modulen 1

=insgesamt 3

27

(*)

2. Semester

12

+6 Spracherwerb

aus Zentralfach 1

aus Modulen 2

=insgesamt 3

27

(*)

3. Semester

12

+6 Spracherwerb

aus Zentralfach 3

aus Modulen 1

=insgesamt 4

36

4. Semester

 

Abschlußarbeit

mündliche Prüfung

15

15

=insgesamt 30

Summe

54

10 Leistungsnachweise

(aus Zentralfach 6 aus Modulen 4)

+Abschlußarbeit

+mündliche Prüfung

120

(*) Studierende, die nur ein oder zwei Semester an der Viadrina studieren, können durch freiwillige Teilnahme an studienbegleitenden Deutschkursen oder an Exkursionen Zusatzpunkte von jeweils 3 Credit Points erwerben.

§ 12
Abschlussarbeit

Die Abschlußarbeit ist eine selbständige wissenschaftliche Ausarbeitung und bildet einen Teil der Master-Prüfung. Das Thema der Arbeit sollte in der Regel aus einem der angebotenen Spezialgebiete innerhalb des gewählten Zentralfachs gewählt werden. Die Bearbeitungszeit von der Ausgabe des Themas bis zur Abgabe der Arbeit beträgt drei Monate. Der Umfang sollte in der Regel 60 Seiten nicht überschreiten. Der Kandidat soll in der Abschlußarbeit nachweisen, daß er imstande ist, ein Problem aus seinem Zentralfach selbständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten und die Ergebnisse sachgerecht darzustellen. Das Thema ist so zu stellen, daß die zur Bearbeitung vorgesehene Frist eingehalten werden kann.

§ 13
Master-Prüfung

Das Studium wird mit einer Master-Prüfung abgeschlossen. Die Master-Prüfung besteht aus den unter § 10 Abs. 2 genannten erbrachten Leistungsnachweisen, der Abschlußarbeit und der mündlichen Abschlußprüfung.

§ 14
Studienplanung

Um das Studium optimal durchführen zu können, werden folgende Möglichkeiten eingeräumt:

(1) Studienberatung

Eine Studienberatung wird durchgängig während der Vorlesungszeit angeboten. Insbesondere vor Aufnahme des Studiums wird der Besuch der Studienberatung dringend empfohlen.

(2) Betreuung durch Mentoren

Jeder Studierende sollte sich spätestens am Ende des ersten Semesters aus dem Kreis der Lehrenden der Fakultäten einen Mentor wählen, der sich zur Betreuung bereiterklärt.

§ 15
Erwerb eines Zertifikats

(1) Für Studierende, die nur ein Jahr an der Viadrina studieren, besteht die Möglichkeit, ein Zertifikat zu erwerben (MasPO § 17).

(2) Ein Zertifikat über ein zweisemestriges Studium im Studiengang "Master of European Studies" kann in der Regel nur erwerben, wer ein abgeschlossenes Hochschulstudium gemäß § 8 Abs. 1 nachweisen kann.

(3) Bei Gaststudierenden, die nur ein Zertifikat anstreben, kann von § 8 Abs. 3 abgesehen werden.

(4) Das einjährige Studium zum Erwerb eines Zertifikats umfaßt mindestens 36 Semesterwochenstunden. Davon sind zu erbringen:

  • im Zentralfach: 14 SWS
  • im 1. Modul: 5 SWS.

§ 16
Zum Studium für Studierende mit Behinderung

Bei der Gestaltung des Studienablaufs sowie bei der Erbringung von Leistungsnachweisen wird den spezifischen Belangen von Studierenden mit Behinderung grundsätzlich Rechnung getragen (MasPO §13).

§ 17
Inkrafttreten

Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in Kraft.

(1) Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat seine Zustimmung mit Erlaß vom 14.1.1999 erteilt.
(2) Im folgenden gelten alle Personen- und Funktionsbezeichnungen in dieser Ordnung für Frauen und Männer in gleicher Weise.