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Promotionsordnung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

Aufgrund von § 84 Abs. 1, Ziffer 5 i. V. m. § 22 Abs. 2 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg (Brandenburgisches Hochschulgesetz) vom 24. Juni 1991 (GVBI. S. 156) in der Fassung vom 16. Oktober 1992 (GVBI. I, S. 422) hat der Senat der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) auf Vorschlag der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät die folgende Promotionsordnung erlassen:

Promotionsordnung für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Vom 25. Oktober 1995

Inhalt

Präambel
§ 1 Verleihung des Doktorgrades
§ 2 Promotionsverfahren
§ 3 Promotionsausschuß
§ 4 Verfahren bei Ehrenpromotion
§ 5 Zulassungsvoraussetzungen
§ 6 Antrag auf Zulassung zum Promotionsverfahren
§ 7 Vorausentscheidung
§ 8 Betreuung des Dissertationsvorhabens
§ 9 Seminarscheine
§ 10 Antrag auf Zulassung zur Doktorprüfung
§ 11 Dissertation
§ 12 Bewertung der Dissertation
§ 13 Umarbeitung der Dissertation
§ 14 Abgelehnte Dissertation
§ 15 Promotionskommission
§ 16 Mündliche Prüfung (Disputation)
§ 17 Bewertung der Promotionsleistungen
§ 18 Wiederholung der Disputation
§ 19 Besondere Mitteilung ablehnender Entscheidungen
§ 20 Veröffentlichung der Dissertation
§ 21 Vollzug der Promotion
§ 22 Rücknahme und Widerruf der Zulassung; Ungültigkeit von Promotionsleistungen
§ 23 Ungültigkeit und Entziehung des Doktorgrades
§ 24 Aussetzung des Promotionsverfahrens
§ 25 Inkrafttreten

Präambel

Alle Personen- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten sinngemäß für Männer und Frauen in gleicher Weise.

§ 1
Verleihung des Doktorgrades

(1) Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) verleiht den akademischen Grad eines "Doktors der Wirtschaftswissenschaften" (abgekürzt: Dr. rer. pol.) aufgrund einer wissenschaftlichen Abhandlung (Dissertation) und einer mündlichen Prüfung (Disputation). Frauen können den akademischen Grad einer "Doktorin der Wirtschaftswissenschaften" (abgekürzt: Dr. rer. pol.) beantragen. Die Promotion dient dem Nachweis der Befähigung zu vertiefter wirtschaftswissenschaftlicher Arbeit.

(2) Die Würde eines "Doktors der Wirtschaftswissenschaften ehrenhalber" oder einer "Doktorin der Wirtschaftswissenschaften ehrenhalber" (Dr. rer. pol. h.c.) darf nur in Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen verliehen werden.

§ 2
Promotionsverfahren

(1) Das Promotionsverfahren wird durch den Dekan, den Fakultätsrat und die Prüfungsorgane durchgeführt.

(2) Prüfungsorgane sind der Promotionsausschuß und die Promotionskommission.

§ 3
Promotionsausschuß

(1) Für die organisatorische und verwaltungsmäßige Durchführung der Promotionsangelegenheiten ist der Fakultätsrat zuständig. Er setzt einen Promotionsausschuß ein.

(2) Der Fakultätsrat bestellt den Promotionsausschuß und den Vorsitzenden, der ein Universitätsprofessor sein muß, für die Dauer von zwei Jahren. Dem Promotionsausschuß gehören drei Universitätsprofessoren und ein promovierter wissenschaftlicher Assistent oder promovierter wissenschaftlicher Mitarbeiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an. Mitarbeiter, die die Zulassung zur Promotion beantragt haben, sind von der Mitgliedschaft im Promotionsausschuß ausgeschlossen. Für jedes Mitglied ist ein Vertreter zu bestellen.

(3) Der Promotionsausschuß ist dem Fakultätsrat rechenschaftspflichtig. Er unterrichtet den Fakultätsrat von seinen Entscheidungen und den Entscheidungen der von ihm berufenen Promotionskommissionen. Der Fakultätsrat kann beim Verdacht von Verfahrensmängeln bei der Durchführung einer Promotion oder in Streitfällen zwischen Promotionsausschuß und einem Kandidaten oder einem Doktoranden eingreifen und muß auf Antrag eines Mitgliedes des Promotionsausschusses oder auf Antrag des Kandidaten oder Doktoranden oder des Betreuers die erforderliche Entscheidung treffen. Das gilt entsprechend für die Promotionskommissionen. Der Fakultätsrat kann jedoch nicht die von Gutachtern oder Mitgliedern gegebenen Gutachten ändern.

(4) Der Ausschuß ist beschlußfähig, wenn sämtliche Mitglieder mindestens zwei Wochen vorher schriftlich geladen sind und die Mehrheit der Mitglieder anwesend ist. Die Mitglieder sind verpflichtet, an den Sitzungen und Abstimmungen teilzunehmen.

(5) Der Promotionsausschuß beschließt mit der Mehrzahl der abgegebenen Stimmen in Sitzungen. Stimmenthaltungen, geheime Abstimmungen und Stimmrechtsübertragungen sind nicht zulässig. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.

§ 4
Verfahren bei Ehrenpromotion

(1) Die Verleihung der Ehrendoktorwürde (§ 1 Abs. 2) setzt einen schriftlichen Antrag von mindestens drei Universitätsprofessoren der Fakultät voraus. Er ist beim Dekan zu stellen. Der Dekan leitet den Antrag allen Mitgliedern des Promotionsausschusses im Umlaufverfahren zur Stellungnahme zu. Wenn mindestens drei Mitglieder des Promotionsausschusses die vorgeschlagene Ehrenpromotion befürworten, entscheidet der Fakultätsrat über sie durch Beschluß.

(2) Der Dekan vollzieht den Beschluß durch Aushändigung der Urkunde. Das Recht zur Führung des Ehrendoktortitels wird durch die Aushändigung der Urkunde begründet.

§ 5
Zulassungsvoraussetzungen

(1) Voraussetzungen für die Zulassung zum Promotionsverfahren sind grundsätzlich:

a) ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes und
b) als Abschlußergebnis mindestens die Note "gut" oder
c) ein mit der Note „sehr gut" abgeschlossenes Fachhochschulexamen der Studienrichtung Wirtschaftswissenschaft.

(2) Besitzt der Bewerber einen anderen Studienabschluß einer Universität oder gleichgestellten Hochschule als den in Abs. 1, Buchstabe a) vorgeschriebenen oder entspricht sein Abschlußergebnis nicht der in Abs. 1, Buchstabe b) genannten Note, kann er zum Promotionsverfahren zugelassen werden, wenn seine Qualifikation für das Fachgebiet, dem das Dissertationsvorhaben angehört, gewährleistet ist. Der Promotionsausschuß kann den Bewerber unter der Auflage zum Promotionsverfahren zulassen, innerhalb einer bestimmten Frist Leistungsnachweise zu erbringen, deren Erwerb zur Ergänzung der von dem Kandidaten nachgewiesenen Kenntnisse für die angestrebte Promotion erforderlich ist.

(3) Entspricht das absolvierte Studium nicht dem in Abs. 1, Buchstabe a) genannten, gilt diese Voraussetzung gleichwohl als erfüllt, wenn der Bewerber eine mindestens dreisemestrige Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder als Assistent an einer Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einer Universität oder gleichgestellten Hochschule nachweisen kann.

(4) Bewerber, die entsprechende Examina im Ausland bestanden haben, werden zum Promotionsverfahren zugelassen, wenn der Promotionsausschuß feststellt, daß das erlangte Prädikat der in Abs. 1, Buchstabe b) genannten Abschlußnote entspricht und die Gleichwertigkeit des Abschlusses gewährleistet ist. Die Absätze 2 und 3 gelten entsprechend.

(5) Der Bewerber ist von der Zulassung ausgeschlossen, wenn er an einer Universität eine wirtschaftswissenschaftliche Doktorprüfung endgültig nicht bestanden hat.

§ 6
Antrag auf Zulassung zum Promotionsverfahren

(1) Der Antrag auf Zulassung zur Promotion ist an den Dekan zu richten; dieser leitet den Antrag an den Promotionsausschuß weiter.

(2) Dem Antrag sind Unterlagen beizufügen, durch die in geeigneter Weise das Vorliegen der Voraussetzungen gemäß § 5 nachgewiesen werden kann. Daneben sind Arbeitstitel und Arbeitsplan des Dissertationsvorhabens vorzulegen. Das Dissertationsvorhaben muß einem Fachgebiet entstammen, das wenigstens von einem Universitätsprofessor bzw. Privatdozenten an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät vertreten wird. Der Kandidat muß ferner einen Betreuer aus der Fakultät vorschlagen, der das Fachgebiet vertritt und zur Übernahme dieser Funktion bereit ist.

(3) Über Anträge auf Zulassung zum Promotionsverfahren entscheidet der Promotionsausschuß. Ablehnungen sind schriftlich zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

§ 7
Vorausentscheidung

Auf Antrag des Bewerbers nimmt der Promotionsausschuß die in § 5 bzw. § 6 vorgesehenen Entscheidungen über einzelne Zulassungsvoraussetzungen schon vor der Einreichung des Promotionsantrags vor.

§ 8
Betreuung des Dissertationsvorhabens

(1) Das Recht, Doktoranden anzunehmen und die Doktorarbeit zu betreuen, haben alle Universitätsprofessoren bzw. Privatdozenten, die ständigen Gastprofessoren, Honorarprofessoren und emeritierte oder im Ruhestand befindliche Professoren der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

(2) Der Betreuer der Dissertation verpflichtet sich durch eine Erklärung gegenüber dem Doktoranden und dem Promotionsausschuß zur Betreuung des Dissertationsvorhabens für die Dauer der Bearbeitung. Sehen sich der Betreuer oder der Doktorand im Laufe der Arbeit veranlaßt, das Betreuungsverhältnis zu beendigen, so sind sie verpflichtet, den Promotionsausschuß unter Angaben von Gründen unverzüglich zu benachrichtigen. Scheidet der Betreuer aus der Fakultät aus, so behält er das Recht, die Betreuung der Dissertation zu Ende zu führen und der Promotionskommission anzugehören.

(3) An einem Dissertationsvorhaben können im Einvernehmen der Beteiligten weitere Universitätsprofessoren oder habilitierte Wissenschaftler an der Betreuung mitwirken.

(4) Der Betreuer muß dem Doktoranden angemessen zur Beratung und Besprechung des Dissertationsvorhabens zur Verfügung stehen.

(5) Endet die Betreuung des Dissertationsvorhabens durch Rücktritt, Ausscheiden oder Tod des Betreuers, sucht der Promotionsausschuß ein fachlich für das Dissertationsvorhaben zuständiges Mitglied der Fakultät, das zur Annahme von Doktoranden berechtigt ist, für die Betreuung im Einvernehmen mit dem Kandidaten zu gewinnen.

§ 9
Seminarscheine

(1) Im Laufe des Doktoratsstudiums, aber noch vor Abfassung der Reinschrift, sind durch den Kandidaten zwei Seminarscheine (Oberseminarscheine) in Doktorandenseminaren zu erwerben.

(2) Ein Seminarschein sollte durch einen Vortrag über Ergebnisse und angewandte Methoden des Dissertationsvorhabens im Rahmen eines Seminars oder Kolloquiums an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) erworben werden.

§ 10
Antrag auf Zulassung zur Doktorprüfung

(1) Der Antrag auf Zulassung zur Doktorprüfung ist schriftlich an den Dekan zu richten. Dieser leitet den Antrag an den Promotionsausschuß weiter. Beizufügen sind:

a) ein in deutscher oder englischer Sprache abgefaßter Bericht über den beruflichen Werdegang, in dem der Bewerber insbesondere auch den Verlauf seiner Ausbildung darzulegen hat;
b) der Nachweis, daß der Bewerber zur Promotion zugelassen worden ist;
c) Nachweis über die schon bestandenen Prüfungen (2 Oberseminarscheine);
d) die Dissertation in drei maschinengeschriebenen, gebundenen und mit Seitenzahlen versehenen Exemplaren;
e) eine ehrenwörtliche Erklärung des Bewerbers darüber, welche Doktorprüfung er schon bestanden hat;
f) die ehrenwörtliche Versicherung, daß der Bewerber die Abhandlung selbst verfaßt, sich keiner fremden Hilfe bedient und keine anderen als die im Schriftenverzeichnis der Abhandlung angeführten Schriften benutzt, und daß die Abhandlung nicht Gegenstand einer Doktorprüfung einer anderen Universität, Hochschule oder Fakultät war.

(2) Über den Antrag auf Zulassung zur Doktorprüfung entscheidet der Promotionsausschuß durch schriftlichen Bescheid, der im Falle der Ablehnung zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen ist. Die Zulassung ist zu versagen, wenn

a) die erforderlichen Unterlagen unvollständig oder unrichtig sind,
b) die geforderten Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind.

(3) Die Zurücknahme des Antrags auf Zulassung zur Doktorprüfung ist solange zulässig, als nicht durch ablehnende Entscheidung über die Dissertation das Promotionsverfahren beendet ist oder die mündliche Prüfung begonnen hat.

§ 11
Dissertation

(1) Die Dissertation muß ein wirtschaftswissenschaftliches Thema behandeln und eine selbständige wissenschaftliche Leistung des Bewerbers darstellen. Sie ist in deutscher oder englischer Sprache abzufassen. Auf Antrag des Bewerbers und mit Zustimmung des Betreuers der Arbeit kann der Promotionsausschuß die Einreichung in französischer oder polnischer Sprache zulassen.

(2) Der Promotionsausschuß bestimmt für die Doktorarbeit zwei Berichterstatter, darunter den Betreuer der Arbeit. Dieser erstattet den ersten Bericht. Der Promotionsausschuß kann auch einen auswärtigen Zweitberichterstatter bestellen. Bei Doktorarbeiten, die das Fachgebiet einer anderen Fakultät berühren, kann der zweite Berichterstatter einer anderen Fakultät angehören; in solchen Fällen erfolgt die Benennung im Einverständnis mit dem Dekan dieser Fakultät. Bei Doktorarbeiten, die in englischer, französischer oder polnischer Sprache eingereicht werden, kann als Zweitberichterstatter ein Universitätsprofessor oder ein anderes habilitiertes Mitglied der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einer Universität oder gleichgestellten Hochschule dieses Sprachraumes bestellt werden.

(3) Emeritierte oder im Ruhestand befindliche Professoren sind zur Übernahme eines Zweitberichts nicht verpflichtet.

§ 12
Bewertung der Dissertation

(1) Jeder Berichterstatter gibt über die Dissertation ein begründetes Gutachten ab. Das Gutachten kann Auflagen für die endgültige Fassung enthalten. Auflagen, die die Änderung des Themas der eingereichten Dissertation zum Ziele haben, sind unzulässig. In dem Gutachten ist entweder die Annahme oder die Ablehnung der Arbeit vorzuschlagen. Der Antrag auf Annahme ist mit einem Vorschlag für die Note der Arbeit zu verbinden.

(2) Die Begutachtung durch die Berichterstatter soll binnen vier Monaten erfolgen.

(3) Sprechen sich beide Berichterstatter für die Annahme der Arbeit aus, so wird die Arbeit mit den Gutachten für die habilitierten Mitglieder der Fakultät und die Mitglieder des Promotionsausschusses im Dekanat zwei Wochen zur Einsicht ausgelegt. Die Arbeit ist angenommen, wenn nicht ein habilitiertes Mitglied der Fakultät innerhalb einer weiteren Frist von einer Woche der Annahme widerspricht. Im Falle eines Widerspruchs, der schriftlich begründet werden muß, entscheidet der Fakultätsrat über die Annahme der Arbeit.

(4) Schlägt der eine Berichterstatter die Annahme der Arbeit, der andere ihre Ablehnung vor und beharren die Berichterstatter auf ihren Vorschlägen, entscheidet der Promotionsausschuß. Vor der Einberufung des Promotionsausschusses wird die Arbeit mit den Gutachten für die habilitierten Mitglieder der Fakultät und die Mitglieder des Promotionsausschusses zwei Wochen im Dekanat zur Einsicht ausgelegt. Der Promotionsausschuß muß zur Vorbereitung der Beschlußfassung einen weiteren auswärtigen Berichterstatter bestimmen.

(5) Weichen die Vorschläge für die Benotung der Arbeit um mehr als eine Notenstufe voneinander ab, so bestimmt der Promotionsausschuß einen weiteren, eventuell auswärtigen, Berichterstatter.

(6) Wird die Arbeit abgelehnt, so kann der Bewerber sein Promotionsgesuch mit einer Arbeit über ein anderes Thema einmal wiederholen.

§ 13
Umarbeitung der Dissertation

(1) Die Arbeit kann dem Bewerber zur Umarbeitung zurückgegeben werden, wenn beide Berichterstatter dies vorschlagen oder der Promotionsausschuß dies nach § 12 Abs. 3 oder 4 beschließt.

(2) Wird die Arbeit zur Umarbeitung zurückgegeben, und nicht binnen eines Jahres oder einer dem Bewerber vom Promotionsausschuß bewilligten längeren Frist, die zwei Jahre nicht übersteigen darf, wieder vorgelegt, so gilt diese als abgelehnt.

(3) An Stelle der Umarbeitung kann der Bewerber innerhalb einer Frist, die zwei Jahre nicht überschreiten darf, mit einer neuen Dissertation die Prüfung wiederholen. Bei Fristversäumung gilt die Dissertation als abgelehnt.

§ 14
Abgelehnte Dissertationen

Abgelehnte Arbeiten bleiben mit allen Gutachten bei den Akten der Fakultät.

§ 15
Promotionskommission

(1) Nach Annahme hat der Doktorand die Dissertation in einer Disputation zu verteidigen. Dazu beruft der Promotionsausschuß nach Vorliegen der Gutachten unverzüglich die Promotionskommission für das anstehende Promotionsverfahren.

(2) Die Aufgaben der Promotionskommission sind:

a) die Bewertung der Dissertation unter Zugrundelegung der vorliegenden Gutachten,
b) das Ansetzen und die Durchführung der Disputation,
c) die Bewertung der Disputation,
d) die Bildung der Gesamtnote.

(3) Die Promotionskommission besteht aus vier Universitätsprofessoren bzw. Privatdozenten und einem promovierten wissenschaftlichen Assistenten oder promovierten wissenschaftlichen Mitarbeiter. Mindestens ein Berichterstatter gehört der Promotionskommission an. Die Promotionskommission tagt nicht öffentlich.

(4) Für interdisziplinäre Vorhaben sind die fachlich betroffenen Fakultäten bei der Besetzung der Promotionskommission angemessen zu berücksichtigen.

(5) Die Promotionskommission kann Beschlüsse nur mit den Voten aller stimmberechtigten Mitglieder fassen. Scheidet ein Mitglied aus, so ergänzt der Promotionsausschuß im Einvernehmen mit der Promotionskommission diese entsprechend.

(6) Die Promotionskommission benennt aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden für die Disputation und bestellt einen Protokollanten. Der Vorsitzende darf nicht zugleich Betreuer der Arbeit sein.

§ 16
Mündliche Prüfung (Disputation)

(1) Die Disputation soll innerhalb von sechs Wochen nach der Annahme der Arbeit stattfinden. Auf Antrag des Doktoranden kann die Promotionskommission die Frist verlängern.

(2) Der Vorsitzende der Promotionskommission teilt deren Zusammensetzung und den Disputationstermin dem Doktoranden mit. Der Doktorand hat der Promotionskommission spätestens zwei Wochen vor dem Disputationstermin in deutscher oder englischer Sprache Thesen zu seiner Dissertation vorzulegen.

(4) Die Disputation wird in deutscher oder englischer Sprache abgehalten. Sie erstreckt sich auf die Dissertation, die Gutachten und die eingereichten Thesen und beginnt mit einem Vortrag des Doktoranden von etwa 30 Minuten. Die Disputation dauert eineinhalb bis zwei Stunden.

(5) Die Mitglieder des Promotionsausschusses, der Promotionskommission sowie andere habilitierte oder promovierte Mitglieder der Fakultät sind berechtigt, an den Doktoranden im Rahmen der Disputation Fragen zu stellen.

(6) An der Disputation können die Mitglieder anderer Fakultäten der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) nach Maßgabe der vorhandenen Plätze als Zuhörer teilnehmen.

(7) Während der vorlesungsfreien Zeit finden keine Disputationen statt.

(8) Bleibt ein Doktorand ohne hinreichenden Grund der Disputation fern, so gilt die mündliche Prüfung als nicht bestanden. Die für das Fernbleiben geltend gemachten Gründe müssen dem Promotionsausschuß unverzüglich schriftlich angezeigt und glaubhaft gemacht werden. Bei Erkrankung des Doktoranden kann der Promotionsausschuß die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen. Der Promotionsausschuß entscheidet, ob die geltend gemachten Gründe hinreichend sind.

§ 17
Bewertung der Promotionsleistungen

(1) Als Noten der einzelnen Prüfungsleistungen und als Gesamtnote werden vergeben:

summa cum laude (1)
= eine ganz hervorragende Leistung
magna cum laude (2)
= eine besonders anzuerkennende Leistung
cum laude (3) = eine gute Leistung
rite (4) = eine ausreichende Leistung
insufficienter (5) = eine ungenügende Leistung.
 

(2) Über die Note der mündlichen Prüfung entscheidet die Promotionskommission im Anschluß an die Disputation. Sie stellt auch die Promotionsgesamtnote fest.

(3) Wird die Leistung des Doktoranden in der mündlichen Prüfung mit insufficienter bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

(4) Die Promotionsgesamtnote wird aus dem Durchschnitt der Noten der Gutachten und der Note der Disputation festgesetzt.

(5) Das Ergebnis der Disputation und die Promotionsgesamtnote werden dem Doktoranden durch den Vorsitzenden der Promotionskommission in Gegenwart derselben mitgeteilt.

(6) Über die mündliche Prüfung ist Protokoll zu führen. Das Protokoll ist durch den Vorsitzenden der Promotionskommission zu unterzeichnen und wird zu den Prüfungsakten genommen.

(7) In der Promotionsurkunde wird die Gesamtnote der Promotion ausgewiesen.

§ 18
Wiederholung der Disputation

Wird die mündliche Prüfung nicht bestanden, so kann sie einmal wiederholt werden. Die Wiederholung der Disputation kann nicht vor Ablauf des auf die Prüfung folgenden Semesters erfolgen; sie muß spätestens innerhalb eines Jahres nach der Prüfung stattfinden. Den Termin bestimmt der Promotionsausschuß. Bei Versäumung dieser Frist gilt die mündliche Prüfung endgültig als nicht bestanden.

§ 19
Besondere Mitteilung ablehnender Entscheidungen

Die Ablehnung der Dissertation und die Entscheidung über das Nichtbestehen der Disputation sind dem Bewerber innerhalb eines Monats vom Promotionsausschuß in einem schriftlichen Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung zu eröffnen.

§ 20
Veröffentlichung der Dissertation

(1) Nach Bestehen der mündlichen Prüfung ist vor Veröffentlichung der Dissertation die Druckerlaubnis einzuholen. Sie ist vom Promotionsausschuß zu erteilen, wenn der für den Druck vorgesehene Text der begutachteten Fassung entspricht.
Der Promotionsausschuß kann Abweichungen von dieser Regelung genehmigen, wenn der Erstberichterstatter zustimmt. Im Falle von Auflagen darf die Druckerlaubnis nur erteilt werden, wenn diese erfüllt sind; die Feststellung hierüber trifft der Promotionsausschuß.

(2) Der Doktorand hat innerhalb eines Jahres nach Bestehen der mündlichen Prüfung die Dissertation in 80 gedruckten Exemplaren bei der Fakultät einzureichen. Wird die Dissertation von einem wissenschaftlichen Fachverlag, der eine ausreichende Verbreitung der Arbeit gewährleistet, als Monographie in einer Auflagenhöhe von mindestens 300 Exemplaren herausgebracht oder erscheint sie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift, so ermäßigt sich die Zahl der abzuliefernden Pflichtexemplare auf 5.

(3) Auf den abzuliefernden Exemplaren sind auf der Rückseite des Titelblattes die Namen des Erstberichterstatters und des Zweitberichterstatters sowie der Tag der mündlichen Prüfung aufzuführen. Sie müssen mit einem Bericht über den beruflichen Werdegang des Doktoranden abschließen.

(4) Der Fakultätsrat kann einen gekürzten Abdruck gestatten, wenn ein besonderes Interesse an der Veröffentlichung der Arbeit in einer bestimmten wissenschaftlichen Reihe oder Zeitschrift besteht.

(5) Werden die Pflichtexemplare nicht innerhalb eines Jahres nach bestandener Prüfung eingereicht, erlöschen alle durch die Prüfung erworbenen Rechte. Der Dekan kann in besonderen Fällen die Frist zur Ablieferung verlängern. Der Antrag muß vom Bewerber rechtzeitig gestellt und begründet werden.

§ 21
Vollzug der Promotion

(1) Nach Einreichung der Pflichtexemplare wird der Doktorgrad (Dr. rer. pol.) durch Aushändigung der Promotionsurkunde verliehen. Die Urkunde enthält den Titel der Dissertation, den Tag der Disputation, die Promotionsgesamtnote und den Namen des Rektors und des Dekans. Sie wird in deutscher Sprache abgefaßt und vom Dekan unterschrieben.

(2) Das Recht zur Führung des Doktortitels wird erst durch die Aushändigung der Promotionsurkunde begründet. Der Fakultätsrat kann ausnahmsweise den Bewerber ermächtigen, den Titel schon früher zu führen; die Ermächtigung darf nur erteilt werden, wenn der Doktorand nachweist, daß die Drucklegung gesichert ist und in absehbarer Zeit erfolgen wird.

§ 22
Rücknahme und Widerruf der Zulassung; Ungültigkeit von Promotionsleistungen

(1) Ergibt sich vor Aushändigung der Promotionsurkunde, daß der Bewerber über eine Zulassungsvoraussetzung getäuscht hat, so kann die Zulassung zur Promotion zurückgenommen werden.

(2) Ergibt sich vor Aushändigung der Promotionsurkunde, daß der Bewerber bei einer Promotionsleistung getäuscht hat, so können einzelne oder alle Promotionsleistungen für ungültig erklärt werden.

(3) Entscheidungen nach § 22 Abs. 1 und 2 trifft der Promotionsausschuß.

§ 23
Ungültigkeit und Entziehung des Doktorgrades

(1) Der Doktorgrad kann durch Beschluß des Promotionsausschusses entzogen werden, wenn

a) der Promovierte wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden ist, oder
b) wegen einer vorsätzlichen Straftat verurteilt worden ist, bei deren Vorbereitung oder Begehung er den Doktorgrad mißbraucht hat, oder
c) der Doktorgrad durch Täuschung erworben worden ist oder wesentliche Voraussetzungen für die Verleihung irrtümlich angenommen worden sind.

(2) Vor der Beschlußfassung ist der Rektor zu hören. Dem Promovierten ist Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

§ 24
Aussetzung des Promotionsverfahrens

Während eines Ermittlungs- oder Strafverfahrens wegen einer Straftat, die im Fall der Verurteilung die Entziehung des Doktorgrades rechtfertigen würde, kann das Promotionsverfahren ausgesetzt werden. Die Entscheidung hierüber trifft der Fakultätsrat.

§ 25
Inkrafttreten

Diese Promotionsordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den „Amtlichen Bekanntmachungen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)" in Kraft.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat seine Genehmigung mit Erlaß vom 11.3.1996, Az.: 2545-02/002, erteilt.