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Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die studienbegleitende Fremdsprachenausbildung

 

Inhaltsverzeichnis

   
1. Allgemeines
2. Struktur der Ausbildung
3. Zulassung zu den einzelnen Ausbildungsstufen
4. Lernziele der Ausbildungsstufen
5. Prüfung zum Abschluß der allgemeinsprachlichen Ausbildung
5.1 Zulassung und Anmeldung zur Prüfung
5.2 Organisation und Durchführung der Prüfung
5.3 Prüfungsaufbau
5.3.1 Schriftliche Prüfung
5.3.1.1 Leseverstehen
5.3.1.2 Schriftlicher Ausdruck
5.3.1.3 Hörverstehen
5.3.2 Mündliche Prüfung
5.4 Bewertung der Prüfungsleistungen
5.5 Zeugnis
5.6 Wiederholung der Prüfung
5.7 Versäumnis, Rücktritt, Täuschungshandlung
6. Zertifikatsprüfung
6.1 Zulassung und Anmeldung zur Prüfung
6.2 Organisation und Durchführung
6.3 Prüfungsaufbau
6.3.1 Schriftliche Prüfung
6.3.1.1 Leseverstehen und schriftlicher Ausdruck
6.3.1.2 Hörverstehen
6.3.2 Mündliche Prüfung
6.4 Bewertung der Prüfungsleistungen
6.5 Zertifikat
6.6 Wiederholung der Prüfung
6.7 Versäumnis, Rücktritt, Täuschungshandlung
7. Inkrafttreten

1. Allgemeines

Bedingt durch die internationale Ausrichtung ist die Fremdsprachenausbildung ein integraler Bestandteil des Studiums an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Allgemeines Ziel der Ausbildung im Sprachenzentrum ist sowohl die fremdsprachliche als auch die interkulturelle Kompetenz der Studierenden. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung gilt für alle am Sprachenzentrum der Europa-Universität Viadrina angebotenen Sprachen, mit Ausnahme von Deutsch als Fremdsprache und Latein für Juristen.

2. Struktur der Ausbildung

Die Ausbildung führt zum Erwerb von Fachsprachenzertifikaten in den Fachrichtungen Rechts-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften. Sie gliedert sich in allgemeinsprachliche Ausbildung und Fachsprachenausbildung. Die allgemeinsprachliche Ausbildung umfaßt 4 Stufen zu jeweils 4 Semesterwochenstunden (Grundstufe 1a, Grundstufe 1b, Grundstufe 2 und Aufbaustufe). Die einzelnen Stufen werden in der Regel mit einer Klausur abgeschlossen. Die allgemeinsprachliche Ausbildung wird mit der Prüfung zum Abschluß der allgemeinsprachlichen Ausbildung abgeschlossen. In ihr weisen die Studierenden nach, daß sie alltägliche Kommunikationssituationen problemlos in der Fremdsprache bewältigen und komplexere Medientexte verstehen können. Sie kennen wesentliche Elemente der Kultur des Ziellandes. Die erfolgreich abgeschlossene Prüfung wird durch ein Zeugnis bescheinigt. Das Bestehen der Prüfung ist die Voraussetzung zur Zulassung zur fachsprachlichen Ausbildung.

Die fachsprachliche Ausbildung umfaßt 2 Stufen (Zertifikatsstufe 1, Zertifikatsstufe 2) zu jeweils 4 Semesterwochenstunden. Zertifikatsstufe 1 wird in der Regel mit einer Klausur, Zertifikatsstufe 2 mit der Zertifikatsprüfung abgeschlossen. Die Studierenden weisen in der Prüfung nach, daß sie mit den Grundprinzipien der Wissenschaftskommunikation ihres Faches in der Fremdsprache vertraut sind. Sie wissen um die kulturelle Bedingtheit dieser Kommunikation. Nach Bestehen der Prüfung wird ein Fachsprachenzertifikat erteilt.

Die einzelnen Ausbildungsstufen werden während der Vorlesungszeit angeboten.

Die Intensivkurse während der vorlesungsfreien Zeit sind als Ergänzung und Intensivierung, nicht als Ersatz für Semesterkurse gedacht.

3. Zulassung zu den einzelnen Ausbildungsstufen

Durch einen Einstufungstest zu Beginn des Wintersemesters wird ermittelt, auf welcher Stufe die Studierenden in die Sprachausbildung einsteigen können. In der Regel ist der erfolgreiche Abschluß der niedrigeren Stufe Voraussetzung für den Übergang in die nächsthöhere Stufe. Über Ausnahmen entscheiden die Fachlektoren.

4. Lernziele der Ausbildungsstufen

Grundstufe 1a
Die Teilnehmer haben keine Vorkenntnisse. Sie eignen sich ausbaufähige Grundkenntnisse in der Fremdsprache an.

Grundstufe 1b
Die Teilnehmer haben sich bereits geringe Kenntnisse angeeignet. Auf dieser Stufe werden die Kenntnisse aufgefrischt und erweitert.

Grundstufe 2
Die Teilnehmer können sich in standardisierten Alltagssituationen verständlich machen. Auf dieser Stufe wird die Kommunikationsfähigkeit in komplexen Situationen und das Verstehen von Originaltexten (mündlich/schriftlich) trainiert.

Aufbaustufe
Die Teilnehmer haben gute Vorkenntnisse. Sie haben die Fremdsprache bereits in realen Situationen kommunikativ eingesetzt. Originaltexte (vor allen Dingen aus den Medien) können sie relativ problemlos verstehen. In den Kursen der Aufbaustufe steht die Landeskunde des Ziellandes im Mittelpunkt. Die Studierenden wählen in der Regel jeweils zwei 2-stündige, thematisch orientierte Kurse.

Zertifikatsstufe 1
Hier werden die Studierenden gezielt auf das Studium ihres Faches im Ausland vorbereitet. Sie werden dabei mit dem fachbezogenen Wortschatz und mit relevanten Fachtextsorten vertraut gemacht.

Zertifikatsstufe 2
Im Mittelpunkt steht das Studium der Fachsprache und die Berufs- und Wissenschaftskommunikation innerhalb des jeweiligen Faches. Den Studierenden soll die Kulturbedingtheit der verschiedenen Kommunikationsformen innerhalb eines Fachgebietes vermittelt werden.

Diese Stufe schließt mit der Zertifikatsprüfung ab. Nach Bestehen der Prüfung wird das Fachsprachenzertifikat erteilt.

5. Prüfung zum Abschluß der allgemeinsprachlichen Ausbildung

5.1 Zulassung und Anmeldung zur Prüfung
Zugelassen zur Prüfung zum Abschluß der allgemeinsprachlichen Ausbildung werden Studierende, die an der Europa-Universität Viadrina als ordentliche Studierende eingeschrieben sind und die an mindestens vier Semesterwochenstunden der Aufbaustufe der betreffenden Sprache erfolgreich teilgenommen haben. Über Ausnahmen entscheidet der Prüfungsausschuß auf schriftlichen Antrag der Studierenden.

Die/der Kandidat(in) darf die betreffende Prüfung nicht schon endgültig nicht bestanden haben.

Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt schriftlich beim zentralen Prüfungsamt innerhalb der öffentlich bekanntgegebenen Termine. Die Ablehnung der Prüfungszulassung wird den Bewerbern schriftlich und unter Angabe der Gründe mitgeteilt.

5.2 Organisation und Durchführung der Prüfung
Für die Planung, Organisation und Durchführung ist der Prüfungsausschuß "Allgemeinsprache" verantwortlich. Dem Prüfungsausschuß gehören die folgenden Mitglieder an:

- der Geschäftsführer/die Geschäftsführerin des Sprachenzentrums
- 2 hauptamtliche Lehrkräfte des Sprachenzentrums
- 1 Studierende(r)

Der Geschäftsführer gehört dem Prüfungsausschuß kraft Amtes an. Die übrigen Mitglieder werden vom Rektor ernannt. Die hauptamtlichen Lehrkräfte werden vom Geschäftsführer zur Ernennung vorgeschlagen. Das Studentenparlament schlägt das studentische Mitglied vor. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuß beträgt in der Regel 2 Jahre. Der Geschäftsführer ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses, kann den Vorsitz jedoch einem anderen Mitglied des Ausschusses übertragen.

Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, an mündlichen Prüfungen teilzunehmen.

Der Prüfungsausschuß bestellt in der Regel für jede im Sprachenzentrum unterrichtete Sprache eine Prüfungskommission. Im Bedarfsfall können auch mehrere Prüfungskommissionen gebildet werden. Die Prüfungskommission besteht aus zwei Lehrkräften, von denen mindestens eine hauptamtlich am Sprachenzentrum tätig sein muß.

Die Prüfungskommission erstellt die Prüfungsunterlagen und reicht diese beim Prüfungsausschuß zur Bestätigung ein. Sie führt die Prüfung durch und legt dem Prüfungsausschuß das Ergebnis der Prüfung zur Bestätigung vor. Der Prüfungsausschuß stellt das Ergebnis der Prüfung fest und übermittelt es dem zentralen Prüfungsamt. Dieses teilt das Ergebnis dann der/dem Kandidatin(en) schriftlich mit.

5.3 Prüfungsaufbau
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

5.3.1 Schriftliche Prüfung
Es werden die Fertigkeiten Leseverstehen, schriftlicher Ausdruck und Hörverstehen geprüft. Die Prüfungsdauer beträgt insgesamt 90 Minuten. Als Hilfsmittel ist ein einsprachiges Wörterbuch zugelassen.

5.3.1.1 Leseverstehen
Der/dem Kandidatin(en) wird ein authentischer Text im Umfang von 800 - 1000 Wörtern vorgelegt. Der Text muß einen direkten Bezug zu landeskundlichen Themen aufweisen. Als mögliche Aufgabentypen zur Überprüfung des Textverständnisses kommen in Frage:

- Beurteilung von Aussagen zum Text im multiple choice Verfahren
- Paraphrasierung von Schlüsselbegriffen
- Bearbeitung von Lückentexten

5.3.1.2 Schriftlicher Ausdruck
Die/der Kandidat(in) erstellt einen kurzen Text im Umfang von 150 - 200 Wörtern, der einen Bezug zu dem unter 5.3.1.1 erwähnten Lesetext aufweist. Als mögliche Texttypen kommen in Frage:

- Zusammenfassung
- Kommentar (z. B. in Form eines Briefes)

Für die Prüfungsteile Leseverstehen und schriftlicher Ausdruck stehen insgesamt 70 Minuten zur Verfügung.

5.3.1.3 Hörverstehen
Der/dem Kandidatin(en) wird Text von ungefähr 3 Minuten Länge vorgespielt (Audio- oder Videokassette). Der Text sollte Merkmale der gesprochenen Sprache aufweisen. Das Verständnis wird durch eine kommunikative Aufgabe auf der Basis des Hörtextes überprüft, die die Kandidaten zu lösen haben. Für diesen Prüfungsteil stehen 20 Minuten zur Verfügung.

5.3.2 Mündliche Prüfung
Die mündliche Prüfung wird von der Prüfungskommission abgenommen. Als mögliche Aufgabentypen kommen in Frage:

- Kommentar zu einer Vorlage (z.B. Tabelle, Grafik, Bild, Statistik, Kurztext)
- Gespräch über ein landeskundliches Thema, das die/der Kandidat(in) selbst wählt

Die Prüfung dauert mindestens 10 und höchstens 15 Minuten. Von der mündlichen Prüfung kann befreit werden, wenn alle Teile der schriftlichen Prüfung mit mindestens ausreichend bewertet wurden.

5.4 Bewertung der Prüfungsleistungen

5.4.1
Die schriftlichen und mündlichen Prüfungsleistungen werden von den beiden Mitgliedern der Prüfungskommission bewertet. Weichen die Bewertungen der Prüfer voneinander ab, wird die Note als arithmetisches Mittel aus den Bewertungen berechnet.

5.4.2
Alle Prüfungsteile (Leseverstehen, schriftlicher Ausdruck, Hörverstehen, mündliche Prüfung) gehen gleichwertig in die Gesamtnote ein. Die Gesamtnote ergibt sich als Mittel der Noten der Teilprüfungen.

5.4.3
Die Prüfung ist bestanden, wenn die Gesamtleistung mit mindestens ausreichend bewertet wurde.

5.4.4
Die Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen wird durch folgende

Prädikate und Notenstufen ausgedrückt:

1 = sehr gut = eine hervorragende Leistung;
2 = gut = eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt;
3 = befriedigend = eine Leistung, die den durchschnittlichen Anforderungen entspricht;
4 = ausreichend = eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt;
5 = nicht ausreichend = eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt.

5.4.5.
Ist bei der Prüfung eine Leistung als Durchschnitt von Einzelleistungen oder von Einzelbewertungen zu bewerten, so ist die Note der Gesamtleistung wie folgt festzusetzen:

bei einem Durchschnitt bis 1,5 = sehr gut
bei einem Durchschnitt über 1,5 bis 2,5 = gut
bei einem Durchschnitt über 2,5 bis 3,5 = befriedigend
bei einem Durchschnitt über 3,5 bis 4,0 = ausreichend
bei einem Durchschnitt über 4,0 = nicht ausreichend

5.4.6
Bei der Bewertung aller Prüfungsteile gehen die sprachliche Angemessenheit, die sprachliche Richtigkeit und die sachliche Angemessenheit zu je einem Drittel in die Gesamtbewertung ein.

5.5 Zeugnis
Über die bestandene Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt. Es enthält die Gesamtnote der Prüfung. Das Zeugnis wird vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und einem Mitglied der Prüfungskommission unterzeichnet.

5.6 Wiederholung der Prüfung
Die Prüfung kann bei Nichtbestehen zweimal wiederholt werden.

5.7 Versäumnis, Rücktritt, Täuschungshandlung

5.7.1
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn der Kandidat zu einem Prüfungstermin ohne triftigen Grund nicht erscheint oder wenn er nach Beginn der Prüfung ohne triftige Gründe zurücktritt. Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe müssen dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unverzüglich schriftlich mitgeteilt und belegt werden. Bei Krankheit der/des Kandidatin(en) kann der Vorsitzende des Prüfungsausschusses die Vorlage eines ärztlichen Attestes verlangen. Erkennt er die Gründe an, so wird ein neuer Termin festgesetzt. Die bereits vorliegenden Prüfungsleistungen sind in diesem Fall anzurechnen.

5.7.2
Die Prüfung kann von der Prüfungskommission als nicht bestanden erklärt werden, wenn der Kandidat eine Täuschungshandlung begangen hat oder zu täuschen versucht hat. Wird die Täuschung entdeckt, nachdem der/dem Kandidatin(en) bereits das Zeugnis übermittelt worden ist, so kann das Zeugnis eingezogen werden, wenn die Täuschungshandlung nicht länger als ein Jahr zurückliegt.

6. Zertifikatsprüfung

6.0
Die Zertifikatsprüfung wird in den Fachrichtungen Rechts-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften durchgeführt.

6.1 Zulassung und Anmeldung zur Prüfung
Zugelassen zur Zertifikatsprüfung werden Studierende, die an der Europa-Universität Viadrina als ordentliche Studierende eingeschrieben sind und an den Veranstaltungen der Zertifikatsstufen 1 und 2 erfolgreich teilgenommen haben.

Über Ausnahmen entscheidet der Prüfungsausschuß auf schriftlichen Antrag der Studierenden.

Die/der Kandidat(in) darf die betreffende Prüfung nicht schon endgültig nicht bestanden haben. Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt schriftlich beim zentralen Prüfungsamt innerhalb der öffentlich bekanntgegebenen Termine. Die Ablehnung der Prüfungszulassung wird den Bewerbern schriftlich und unter Angabe der Gründe mitgeteilt.

6.2 Organisation und Durchführung
Für die Planung und Organisation ist der Prüfungsausschuß "Fachsprache" verantwortlich. Dem Prüfungsausschuß gehören die folgenden Mitglieder an:

- der wissenschaftliche Leiter des Sprachenzentrums
- der Geschäftsführer des Sprachenzentrums
- 2 hauptamtliche Lehrkräfte des Sprachenzentrums
- je ein Fachvertreter pro Fachrichtung (Rechts-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften)
- 1 Studierende(r)

Der wissenschaftliche Leiter und der Geschäftsführer gehören dem Prüfungsausschuß kraft Amtes an. Die übrigen Mitglieder werden vom Rektor ernannt. Die hauptamtlichen Lehrkräfte werden vom wissenschaftlichen Leiter zur Ernennung vorgeschlagen. Die Fakultäten für Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Kulturwissenschaften schlagen je ein Mitglied vor. Das Studentenparlament schlägt das studentische Mitglied vor. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuß beträgt in der Regel 2 Jahre. Der wissenschaftliche Leiter des Sprachenzentrums ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses, kann den Vorsitz jedoch einem anderen Mitglied des Ausschusses übertragen.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, an mündlichen Prüfungen teilzunehmen.

Der Prüfungsausschuß bestellt in der Regel für jede im Sprachenzentrum unterrichtete Fachsprache eine Prüfungskommission. Im Bedarfsfall können auch mehrere Prüfungskommissionen gebildet werden. Die Prüfungskommission besteht aus zwei Lehrkräften,

von denen mindestens eine hauptamtlich am Sprachenzentrum tätig sein muß.

Die Prüfungskommission erstellt die Prüfungsunterlagen und reicht diese beim Prüfungsausschuß zur Bestätigung ein. Sie führt die Prüfung durch und legt dem Prüfungsausschuß das Ergebnis der Prüfung zur Bestätigung vor. Der Prüfungsausschuß stellt das Ergebnis der Prüfung fest und übermittelt es dem zentralen Prüfungsamt. Dieses teilt das Ergebnis dann der/dem Kandidatin(en) schriftlich mit.

6.3 Prüfungsaufbau
Die Prüfung findet jeweils am Ende der Zertifikatsstufe 2 statt. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

6.3.1 Schriftliche Prüfung
Es werden die Fertigkeiten Leseverstehen, schriftlicher Ausdruck und Hörverstehen geprüft. Die Prüfungsdauer beträgt insgesamt 180 Minuten. Als Hilfsmittel ist ein einsprachiges Wörterbuch zugelassen.

6.3.1.1 Leseverstehen und schriftlicher Ausdruck
Beide Fertigkeiten werden im Zusammenhang überprüft. Den Kandidaten wird ein authentischer Text im Umfang von 1000 bis 1500 Wörtern vorgelegt. Der Text muß fachbezogen sein und einen hohen Anteil an fachsprachlichen lexikalischen Einheiten aufweisen. Als mögliche Aufgabentypen kommen in Frage:

- Zusammenfassung in der Fremdsprache im Umfang von ca. 300 Wörtern
- Erklärung von Fachtermini im Kontext des Textes
- schriftliche Reaktion auf den Text im Umfang von mindestens 500 Wörtern

Für diesen Prüfungsteil stehen 135 Minuten zur Verfügung.

6.3.1.2 Hörverstehen
Der/dem Kandidatin(en) wird ein Text von ungefähr 5 Minuten Länge vorgespielt (Audio- oder Videokassette). Der Text sollte Merkmale der gesprochenen Sprache aufweisen und ein Teil eines Fachvortrages sein. Der Inhalt des Textes muß einen hohen Anteil an fachsprachlichen lexikalischen Einheiten aufweisen. Das Verständnis wird anhand von Fragen zum Text überprüft. Für diesen Prüfungsteil stehen 45 Minuten zur Verfügung.

6.3.2 Mündliche Prüfung
Die mündliche Prüfung wird von der Prüfungskommission abgenommen. Als mögliche Aufgabentypen kommen in Frage:

- Fachvortrag der / des Kandidatin (en) (Dauer: höchstens 5 Minuten) und Fragen hierzu
- Reaktion auf eine Vorlage (Kurztext, Grafik, Tabelle)
- Gespräch über ein unvorbereitetes Thema fachlichen Inhalts

Dieser Prüfungsteil dauert in der Regel 20 Minuten.

6.4 Bewertung der Prüfungsleistungen

6.4.1
Die schriftlichen und mündlichen Prüfungsleistungen werden von den beiden Mitgliedern der Prüfungskommission bewertet. Weichen die Bewertungen der Prüfer voneinander ab, wird die Note als arithmetisches Mittel aus den Bewertungen berechnet.

6.4.2
Alle Prüfungsteile (Leseverstehen, schriftlicher Ausdruck, Hörverstehen, mündliche Prüfung) gehen gleichwertig in die Endnote ein, die auf eine der unter 6.4.4 aufgeführten Noten gerundet wird. Die Endnote ergibt sich als Mittel der Noten der Teilprüfungen.

6.4.3
Die Prüfung ist bestanden, wenn die Leistungen aller Prüfungsteile mit mindestens ausreichend bewertet wurden.

6.4.4
Die Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen wird durch folgende Prädikate und Notenstufen ausgedrückt:

1 = sehr gut = eine hervorragende Leistung;
2 = gut = eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt;
3 = befriedigend = eine Leistung, die den durchschnittlichen Anforderungen entspricht;
4 = ausreichend = eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt;
5 = nicht ausreichend = eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt.

6.4.5
Ist bei der Prüfung eine Leistung als Durchschnitt von Einzelleistungen oder von Einzelbewertungen zu bewerten, so ist die Note der Gesamtleistung wie folgt festzusetzen:

bei einem Durchschnitt bis 1,5 = sehr gut
bei einem Durchschnitt über 1,5 bis 2,5 = gut
bei einem Durchschnitt über 2,5 bis 3,5 = befriedigend
bei einem Durchschnitt über 3,5 bis 4,0 = ausreichend
bei einem Durchschnitt über 4,0 = nicht ausreichend

6.4.6
Bei der Bewertung aller Prüfungsteile gehen die sprachliche Angemessenheit, die sprachliche Richtigkeit und die sachliche Angemessenheit zu je einem Drittel in die Gesamtbewertung ein.

6.5 Zertifikat
Über die bestandene Prüfung wird ein Zertifikat ausgestellt. Es enthält die Angabe der Sprache, der Fachrichtung, die Noten der Einzelleistungen und die Gesamtnote der Prüfung. Es wird vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und einem Mitglied der Prüfungskommission unterzeichnet.

6.6 Wiederholung der Prüfung
Die Prüfung kann bei Nichtbestehen zweimal wiederholt werden.

6.7 Versäumnis, Rücktritt, Täuschungshandlung

6.7.1
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn die/der Kandidat(in) zu einem Prüfungstermin ohne triftigen Grund nicht erscheint oder wenn er nach Beginn der Prüfung ohne triftige Gründe zurücktritt. Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe müssen dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unverzüglich schriftlich mitgeteilt und belegt werden. Bei Krankheit der/des Kandidatin(en) kann der Vorsitzende des Prüfungsausschusses die Vorlage eines ärztlichen Attestes verlangen. Erkennt er die Gründe an, so wird ein neuer Termin festgesetzt. Die bereits vorliegenden Prüfungsleistungen sind in diesem Fall anzurechnen.

6.7.2
Die Prüfung kann von der Prüfungskommission als nicht bestanden erklärt werden, wenn die/der Kandidat(in) eine Täuschungshandlung begangen hat oder zu täuschen versucht hat. Wird die Täuschung entdeckt, nachdem der/dem Kandidatin(en) bereits das Zeugnis übermittelt worden ist, so kann das Zeugnis eingezogen werden, wenn die Täuschungshandlung nicht länger als ein Jahr zurückliegt.

7. Inkrafttreten

Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.