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Studienordnung für den Master-Studiengang "Völkerrechtlicher Individualschutz - Internationale Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht"

Aufgrund von § 9 Abs. 1 i. V. m § 74 Abs. 1, Ziff. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg (Brandenburgisches Hochschulgesetz - BbgHG) vom 6. Juli 2004 (GVBl. Nr. 17, S. 394 ff.) hat der Fakultätsrat der Juristischen Fakultät folgende Studienordnung erlassen:[1]

 

Studienordnung für den Master-Studiengang
„Völkerrechtlicher Individualschutz – Internationale Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht“
an der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

 

vom 02.02.2005

 

 

§ 1
Grundsatz der Gleichbehandlung 

Alle Personen und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten für Frauen und Männer in glei­cher Weise. 

§ 2
Geltungsbereich 

Diese Studienordnung regelt Ziel, Inhalt und Aufbau des postgradualen universitären Studiums im Studiengang "Völkerrechtlicher Individualschutz – Internationale Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht" an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Diese Studienordnung gilt für alle Studierende dieses Studienganges. 

§ 3
Ziel des Studienganges 

(1) Ziel des Studienganges ist der Erwerb des Grades eines "Master of International Human Rights Law and International Humanitarian Law (LL.M.)". 

(2) Die Studierenden erwerben Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich des völkerrechtlichen Individu­alschutzes, die sie befähigen, sich auch berufsbegleitend auf Tätigkeiten in privaten und öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen für Interessenvertretung, Forschung und Lehre vorzubereiten. Um dies zu erreichen, wird insbesondere auf folgende Qualifikationen Wert gelegt: 

  • Umfassende Kenntnisse über das System des internationalen Individualschutzes unter Überwin­dung der Trennung von Friedens- und Kriegsvölkerrecht einschließlich philosophi­scher, politikwissenschaftlicher und geschichtlicher Grundlagen.
  • Vertiefte Kenntnisse über die rechtsverbindlichen und rechtsmittelbewährten internationalen Rechte und Garantien.
  • Förderung der Fähigkeiten zur Anwendung internationaler Schutzstandards in konkreten Lebens­sachverhalten.
  • Der Erwerb praktischer Fähigkeiten, wie z.B. Interessenvertretung, insbesondere in der Vertre­tung in internationalen Verfahren, der Sachverhaltsermittlung, der Konfliktlösung oder der wissenschaftlichen Arbeit und Forschung.
  • Die Stärkung der Teamfähigkeit sowie der Fähigkeit zur praktischen Anwendung theoreti­schen Wissens in Form von Fallstudien und in studienbegleitenden Projekten (Praktika).
  • Förderung der interkulturellen Kommunikation und des Wissensaustausches unter besonderer Berücksichtigung der Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas. 

(3) Der Studiengang wird in englischer und französischer Sprache abgehalten. 

§ 4
Träger des Studienganges 

Träger des Studienganges ist die Europa-Universität Viadrina. Die Verantwortung für den Inhalt und die Durchführung des Lehrangebotes trägt die Juristische Fakultät (die akademische Leitung des Stu­dienganges und das Master's Office). 

§ 5
Akademische Leitung 

(1) Die akademische Leitung besteht aus drei Hochschullehrern der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina.

 

(2) Die Mitglieder der akademischen Leitung werden von der Juristischen Fakultät auf 4 Jahre bestellt.

 

(3) Die akademische Leitung bestimmt aus ihrer Mitte einen Hochschullehrer als Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden.

 

(4) Entscheidungen der akademischen Leitung werden mehrheitlich getroffen. Die akademische Lei­tung ist beschlussfähig, wenn neben dem Vorsitzenden oder seinem Stellvertreter mindestens ein weiteres Mitglied anwesend ist. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. 

§ 6
Master's Office 

(1) Das Master's Office organisiert den Studiengang und erfüllt die ihm in der Zulassungs-, Studien- und Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben.

 

(2) Die akademische Leitung bestellt die Mitglieder des Master's Office und bestimmt deren Zuständig­keiten. 

§ 7
Qualifikation und Auswahl des Lehrpersonals 

Einschlägig qualifiziertes Lehrpersonal wird durch die akademische Leitung des Studienganges im Einvernehmen mit der Juristischen Fakultät ausgewählt. 

§ 8
Studienberatung und -betreuung 

(1) Die Studierenden sind gehalten, bei Aufnahme des Studiums ein ausführliches Beratungsgespräch über die individuellen Ziele und Rahmenbedingungen des Studiums zu führen. Dieses Beratungsge­spräch ist mit der akademischen Leitung oder dem Master's Office zu führen. Zu diesem Gespräch kön­nen Dritte (z.B. Vertreter der entsendenden Institution) nach Zustimmung des Studierenden hinzu­gezogen werden.

 

(2) Jeder Studierende wählt bis spätestens Ende des ersten Semesters im Einvernehmen mit dem Master's Office einen Mentor. 

§ 9
Studieninhalt 

(1) Das Studium gliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten Studienab­schnitt sind die Basispflichtmo­dule abzuleisten, im zweiten Studienabschnitt die Wahlpflichtmodule. Im dritten Abschnitt ist ein fach­spezifisches Praktikum zu absolvieren und die Abschlussarbeit (Master's Thesis) anzufertigen, an die sich eine mündliche Prüfung (Verteidigung) anschließt. Interessierte Stu­dierende können sich zudem im dritten Abschnitt an fachspezifischen Forschungsprojekten beteiligen.

 

(2) Die Basis- und Wahlpflichtmodule gliedern sich in Präsenz- und Fernstudien. Die Präsenzveran­staltungen finden in Frankfurt (Oder) statt. Die Vor- und Nachbereitung der Präsenzveranstaltungen erfolgt durch Fernstudien. Das Fernstudium basiert auf einer interaktiven Internetlernplattform.

 

(3) Die Studienleistungen werden mit den in Anlage 2 aufgeführten Credit Points (CP) angerechnet. Die Basis- und Wahlpflichtmodule enden mit je einer Prüfung. Anmeldung, Zulassung, Art und Durch­füh­rung sowie die Bewertung der Prüfungen bestimmen sich nach § 9 der Prüfungsordnung.

 

(4) Während des Studienganges ist ein Praktikum zu absolvieren.  

§ 10
Basispflichtmodule  

Die Basispflichtmodule sind:
 

  • Einführung (Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht)
  • Bürgerliche und politische Rechte
  • Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte
  • Verbot der Diskriminierung
  • Frauen- und Kinderrechte
  • Rechte von Minderheiten und Völkern
  • Flüchtlinge, Internally Displaced Persons und Migration
  • Individuelle (strafrechtliche) Verantwortlichkeit und Staatenverantwortlichkeit. 

§ 11
Wahlpflichtmodule 

(1) Die Wahlpflichtmodule umfassen neben den kontextbezogenen Lernmodulen (Kategorie I) auch Lernmodule zum Erweb praktischer Fähigkeiten (Kategorie II).

 

(2) Die Studierenden wählen in Abstimmung mit dem Master's Office und unter Berücksichtigung einer gleichmäßigen Auslastung der Lernmodule am Ende des Basispflichtabschnittes jeweils 2 Lernmodule aus den Kategorien I und II.

 

(3) Die folgenden Wahlpflichtmodule werden angeboten:

 

  • Kategorie (I)
  • - Justiz und (Straf-)Vollzug
  • - Demokratie, Rechtsstaat und Verwaltung
  • - Weltwirtschaftsordnung, Beschäftigung, Arbeitsbedingungen
  • - Medien und Wissenschaft
  • Kategorie (II)
  • - Konfliktverhütung/-management
  • - Erfüllung und Durchsetzung
  • - Interessenvertretung
  • - Forschung und Lehre. 

§ 12
Praktikum 

(1) Das Praktikum ist an einer Einrichtung zu absolvieren, die sich schwerpunktmäßig mit der Thema­tik des Studienganges befasst.

 

(2) Die Dauer des Praktikums beträgt mindestens 3 Monate.

 

(3) Die Wahl des Praktikumsplatzes erfolgt im Einvernehmen mit dem Master's Office.

 

(4) Der Nachweis des Praktikums erfolgt gemäß § 12 der Prüfungsordnung. 

§ 13
Master's Thesis (Abschlussarbeit) 

(1) Die Master's Thesis dient dem Nachweis, dass der Kandidat im Fachbereich des Studienganges selbständig wissenschaftlich arbeiten und die Ergebnisse sachgerecht darstellen kann.

 

(2) Anmeldung, Zulassung, Art und Durchführung sowie Bewertung der Master's Thesis bestimmen sich nach den §§ 13-15 der Prüfungsordnung. 

§ 14
Studienbeginn 

Das Studium kann zum jeweiligen Wintersemester aufgenommen werden. 

§ 15
In-Kraft-Treten 

Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in Kraft.

 

_______________________________________________________________________________________________

 

Anlage 1 Modularer Aufbau des Studienganges

Semester

1. Semester

2. Semester

3. Semester

4. Semester

Module

Basispflicht-module

 

Basispflicht-module

 

Wahlpflicht-module/
Praktikums-modul (Forschungs-modul)

 

Master's Thesis

 

Semesterwochenstunden (SWS)

20

20

20

20

Credit Points (CP)

30

30

30

30

 

Anlage 2 Studienablaufplan

Module

SWS

CP

1. Semester

2. Semester

3. Semester

4. Semester

Basispflichtmodule

40

60

 

 

 

 

Einführung (Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht)

6

9

P u. F

 

 

 

Bürgerliche und politische Rechte

6

9

P u. F

 

 

 

Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte

4

6

P u. F

 

 

 

Verbot der Diskriminierung

4

6

P u. F

 

 

 

Frauen- und Kinderrechte

4

6

 

P u. F

 

 

Rechte von Minderheiten und Völkern

4

6

 

P u. F

 

 

Flüchtlinge, Internally Displaced Persons und Migration

6

9

 

P u. F

 

 

Individuelle (strafrechtliche) Verantwortlichkeit und Staa­tenverantwort­lichkeit

6

9

 

P u. F

 

 

Wahlpflichtmodule
(Kategorie I)

2 x 2

2 x 3

 

 

 

 

Justiz und (Straf-)Vollzug

 

 

 

 

P u. F

 

Demokratie, Rechtsstaat und Verwaltung

 

 

 

 

P u. F

 

Weltwirtschaftsord­nung, Beschäfti­gung, Arbeitsbedingungen

 

 

 

 

P u. F

 

Medien und Wissenschaft

 

 

 

 

P u. F

 

Wahlpflichtmodule
(Kategorie II)

2 x 2

2 x 3

 

 

 

 

Konfliktverhütung/-management

 

 

 

 

P u. F

 

Erfüllung und Durchsetzung

 

 

 

 

P u. F

 

Interessenvertretung

 

 

 

 

P u. F

 

Forschung und Lehre

 

 

 

 

P u. F

 

Praktikumsmodul

12

18

 

 

x

 

(Forschungsmodul)

12

 

 

 

x

(x)

Master's Thesis

20

30

 

 

 

x

 

Präsenz (P)
Fernstudium (F)

 


[1] Die Präsidentin hat mit Verfügung vom 27.03.2006 ihre Genehmigung erteilt.