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Studien- und Prüfungsordnung für den Studiengang Volkswirtschaftslehre mit dem Abschluss Bachelor

Aufgrund von § 13 Abs. 2, Satz 1 und § 9 Abs. 2, Satz 1 in Verbindung mit § 74 Abs. 1, Ziffer 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg (Bran­den­burgisches Hochschulgesetz - BbgHG) vom 06. Juli 2004 (GVBl. Nr. 17, S. 394 ff.) hat der Fakultätsrat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frank­furt (Oder) mit Zustimmung des Senates die folgende Studien- und Prüfungsordnung erlassen:[1]

 

 

Studien- und Prüfungsordnung
für den Studiengang
Volkswirtschaftslehre
mit dem Abschluss Bachelor
der Europa-Universität Viadrina

 

vom 11. Mai 2005

 

 

Inhalt

 

I  Allgemeine Vorschriften

§ 1 Grundsatz der Gleichberechtigung

§ 2 Zweck der Bachelorprüfung

§ 3 Geltungsbereich

§ 4 Akademischer Grad

§ 5 Aufnahme des Studiums

§ 6 Ausbildungsziele

§ 7 Studiendauer, Gliederung des Studiums und ECTS Punkte

§ 8 Träger des Lehrangebots, Lehrveranstaltungen

§ 9 Praktika, Auslandsstudien

§ 10 Prüfungsausschuss

§ 11 Prüfer und Beisitzer

§ 12 Bewertung der Prüfungsleistungen

§ 13 Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß

§ 14 Anerkennung von Studienzeiten, Stu­dienleistungen und Prüfungsleistungen

§ 15 Keine Wiederholung erfolgreich abgelegter Prüfungen

§ 16 Ungültigkeit von Prüfungen

 

II Besondere Vorschriften

§ 17 Zulassung zu Prüfungen

§ 18 Umfang des Studiums

§ 19 Bachelor-Orientierungsphase

§ 20 Bachelor-Profilierungsphase

§ 21 Gestaltung der Prüfung

§ 22 Anerkennung von im Ausland erbrachten Prüfungsleistungen

§ 23 Bachelorarbeit

§ 24 Zulassung und Anmeldung zur Bachelor-arbeit

§ 25 Fristen und Bewertung der Bachelorarbeit

§ 26 Bestehen der Prüfung zum Bachelor

§ 27 Zeugnis, Diploma Supplement

§ 28 Urkunde über den Erwerb des akademischen Grades „Bachelor of Science“

§ 29 Einsicht in die Prüfungsakten

§ 30 Zum Studium für Studierende mit einer Behinderung

§ 31 Studienberatung

§ 32 Betreuung der Studierenden durch Mentoren

§ 33 Inkrafttreten

 

 

I  Allgemeine Vorschriften

 

§ 1
Grundsatz der Gleichberechtigung

 

Alle Personen- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten für Männer und Frauen in gleicher Weise.

 

§ 2
Zweck der Bachelorprüfung

 

Die Prüfung zum Bachelor of Science bildet den ersten berufsqualifizierenden Abschluss im Rahmen des konsekutiven Studienganges Volkswirtschaftslehre. Durch die Prüfung soll der Kandidat nachweisen, dass er über grundlegende Fachkenntnisse verfügt, die Zusammenhänge des Faches überblickt sowie die internationale Dimension des Wirtschaftsgeschehens und dessen gesellschaftliche Implikationen zu erkennen vermag. Mit der Bachelorarbeit soll der Kandidat nachweisen, dass er fähig ist, das erlernte wissenschaftliche Instrumentarium auf praktische Probleme selbständig anzuwenden.

 

§ 3
Geltungsbereich

 

Diese Studien- und Prüfungsordnung der Europa-Univer­sität Viadrina regelt für den Studiengang Volkswirtschaftslehre mit dem Ab­schluss Bachelor den Studien­ablauf zur Erlangung des akademischen Grades gemäß § 4.

 

§ 4
Akademischer Grad

 

Nach bestandener Bachelorprüfung wird den Absolventen des Studiengangs Volkswirtschaftslehre der akademische Grad "Bachelor of Science" (abgekürzt B.Sc.) verliehen.

 

§ 5
Aufnahme des Studiums

 

(1) Vor der Aufnahme des Studiums weisen die Studierenden ihre besondere Eignung für das Studium nach. Der Nachweis der Eignung erfolgt durch das Zeugnis der Hochschulreife. Darüber hinaus können weitere Zulassungs­voraussetzungen in Übereinstimmung mit der Verordnung über die Vergabe von Studien­plätzen in zulassungsbeschränkten Studien­gängen durch die Hochschulen des Landes Brandenburg (Hochschulvergabeverordnung - HVVBbg) vom Fakultätsrat in Form einer Satzung beschlossen wer­den.

 

(2) Das Studium wird zum Wintersemester eines jeden Jahres aufgenommen und beginnt zeitgleich mit den anderen Studiengängen der wirt­schaftswissenschaftlichen Fakultät der Euro­pa-Universität Viadrina.

 

§ 6
Ausbildungsziele

 

(1) Den Studierenden der wirtschaftswissen­schaftlichen Fakultät soll durch ihr Studium die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Denken und verantwortungsbewussten Handeln ver­mittelt werden.

 

(2) Primäres Ziel der Ausbildung an der wirt­schafts­wissenschaftlichen Fakultät ist die Aneignung geeigneter Methoden, die zum Erkennen, Formulieren und wissenschaft­lichen Bearbeiten einzel- und gesamtwirt­schaftlicher Probleme befähigen. Bedingt durch die Ausrichtung der Fakultät und die besondere Auslandsorientierung des Studien­ganges wird dem internationalen Charakter des Wirtschaftsgeschehens in der Ausbildung besondere Bedeutung beigemessen. Daher strebt der Studiengang Volkswirtschaftslehre an, eine profunde betriebswirt­schaftliche und volkswirtschaftliche Ausbildung mit dem Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen zu verbinden und die Studienfächer international auszurichten. Aspekte der Interdisziplinarität in der Lehre werden dabei besonders berücksichtigt.

 

(3) Ziel der wissenschaftlichen Ausbildung ist die Ausbildung der Studierenden zur Berufsfähigkeit. Die für die Berufsfertigkeit notwendigen Qualifikationen können und sollen an der Hochschule nicht vermittelt werden.

 

§ 7
Studiendauer, Gliederung des Studiums und ECTS Punkte

 

(1) Die Regelstudienzeit beträgt für den Abschluss Bachelor einschließlich der Zeit für die Anfertigung der Bachelorarbeit drei Jahre. Der Studienumfang beträgt für den Abschluss Bachelor 180 ECTS Punkte und höchstens 115 Lehrveranstaltungsstunden.

 

(2) Die ersten drei Semester des Bachelorstudien­gangs Volkswirtschaftslehre bilden die Orientierungsphase, der zweite Studienabschnitt dient als Profilierungsphase.

 

(3) Die Bachelor-Orientierungsphase des Studien­gangs Volkswirtschaftslehre umfasst in der Regel drei Semester. Sie dient der Vermittlung grundlegender betriebswirt­schaftlicher und volks­wirtschaftlicher Kennt­nisse und Methoden.

 

(4) Die anschließende Bachelor-Profilierungsphase umfasst in der Regel drei weitere Semester. In ihr soll der Studierende seine Kenntnisse vertiefen und sich gemäß seinen Interessen auf Teilgebiete seines Faches spezialisieren. Am Ende des Bachelor-Studiums sollen die Studierenden über Fachkenntnisse verfügen, die die internationale Dimension des Wirtschaftsgeschehens und deren gesellschaftliche Implikationen erkennen lassen und ihnen die selbständige Anwendung des erlernten wissenschaftlichen Instrumentariums auf praktische Probleme ermöglicht.

 

(5) Der erfolgreiche Studienfortschritt wird durch die Vergabe von Credit Points (Leistungs­punkten, Kreditpunkten) gemessen. Die Europa-Universität Viadrina vergibt Kreditpunkte nach dem ECTS-System.

Dabei entspricht 1 Kreditpunkt i.d.R. einer Arbeitsbelastung von insgesamt 30 Arbeits­stunden. Bei den Lehrveranstaltungen wird davon ausgegangen, dass jede Veranstaltungs­präsenzstunde zwei weitere Arbeitsstunden in Form von ergänzenden Studien (z.B. Hausauf­gaben, Vorbereitung von Kurzvorträgen und Präsentationen) sowie Selbststudien (z.B. vertiefende Lektüre zur persönlichen Vor- bzw. Nachbereitung) erfordert. Ein Semester umfasst i.d.R. 30 Kreditpunkte, was einer Arbeitsbe­lastung von 900 Arbeitsstunden entspricht. Der Gesamtumfang des Bachelorprogramms beträgt somit 180 Kreditpunkte (= 5400 Arbeits­stunden) gemäß § 18 Abs. 1.

 

§ 8
Träger des Lehrangebots, Lehrveran­staltungen

 

(1) Träger des Studiengangs ist die Europa-Universität Viadrina durch die Hochschul­lehrer und Privatdozenten der Wirtschaftswis­senschaftlichen, der Rechtswissenschaft­lichen und der Kulturwissenschaftlichen Fa­kultät sowie durch die Mitarbeiter des Spra­chenzentrums. In- und ausländische Hoch­schullehrer, Gastdozenten sowie wissenschaftliche Mitarbeiter an Lehrstühlen und Forschungsinstituten sind nach Genehmigung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses berechtigt, Lehrveranstaltungen im Studiengang Volkswirtschaftslehre abzuhalten sowie Prüfungen durchzuführen und zu be­werten. Übungen und vorlesungs­begleitende Veranstaltungen können von wissenschaftlichen Mitarbeitern, Hilfskräften und Tutoren abgehalten werden.

 

(2) Lehrveranstaltungen im Studium sind ins­besondere Vorlesungen, Übungen, Seminare, Arbeitsgemeinschaften, Exkursionen und Tutorien. Die Ankündigung der Veranstaltun­gen erfolgt jeweils zum Ende eines Studien­halbjahres für das folgende Studienhalbjahr im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis.

 

(3) Vorlesungen vermitteln eine studienfach-spezifische Grundorientierung, machen mit Forschungsgegenständen und -ergebnissen vertraut, weisen auf künftige Forschungsauf­gaben hin und geben einschlägige Literatur­hinweise. Besonderer Wert wird auf Internationalität und Inter­disziplinarität des Lehrangebotes gelegt.

 

(4) Übungen und Tutorien dienen der Ein­übung der durch Vorlesungen und Literatur­studium erworbenen Kenntnisse. Sie sollen das Problemverständnis der Studierenden entwickeln sowie zur Formulierung und Bear­beitung wissenschaftlicher Fragestellungen anleiten.

 

(5) Seminare dienen der Anwendung allge­meiner Lehrinhalte eines Faches auf spezielle Problemfelder beziehungsweise der Vertie­fung von durch Vorlesungen und Literatur­studium erworbenen Kenntnissen. In Semi­naren sollen Studierende an der Aufarbeitung des bisherigen wissenschaftlichen Kenntnis­standes und der Lösung offener Fragen durch Referate und Teilnahme an der Diskussion mitwirken.

 

§ 9
Praktika, Auslandsstudien

 

(1) Als Ergänzung des Studiums ist ein Praktikum im Gesamtumfang von 12 Wochen Pflichtbestandteil der Bachelorprüfung. Es wird empfohlen, das Praktikum in die vor­lesungsfreie Zeit zu legen. Den Studierenden wird nahe gelegt, sich insbeson­dere im Ausland um Praxiserfahrung zu be­mühen. Die Fakultät begrüßt das Bemühen der Studierenden und studentischer Einrich­tungen und unterstützt sie nach Möglichkeit bei der Beschaffung und Organisation von Praktika. Das Pflichtpraktikum kann durch eine Projektveranstaltung ersetzt werden.

 

(2) Den Studierenden wird ein Aus­landsstudium empfohlen. Dies trägt dem Grundgedanken einer inter­national ausgerichteten Hochschule ebenso wie der internationalen Orientierung des Studien­gangs Rechnung. Die Fakultät unterstützt die Studierenden hierbei durch den Aufbau nationaler und internationaler Hoch­schulkontakte.

 

§ 10
Prüfungsausschuss

 

(1) Für die Organisation der Prüfungen und die durch diese Studien- und Prüfungsordnung zugewiesenen Auf­gaben ist der Prüfungsausschuss der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zustän­dig. Der Prüfungsausschuss wird aus drei der Fakultät angehörenden Professoren, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie einem Vertreter der Studierenden ge­bildet.

 

(2) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sowie deren Stellvertreter werden vom Fakultätsrat für zwei Jahre bestellt. Die Amtszeit des studentischen Mitglieds beträgt ein Jahr. Der Prüfungs­ausschuss bestimmt aus seiner Mitte einen der Professoren zum Vorsitzenden sowie dessen Stell­vertreter. Der Prüfungsausschuss kann Regelentscheidungen an seinen Vorsitzenden delegieren.

 

(3) Der Prüfungsausschuss achtet darauf, dass die Bestimmungen der Studien- und Prüfungsordnung einge­halten werden. Er berichtet regelmäßig der Fakultät über die Entwicklung der Prüfungen und der Studienzeiten, gibt Anregungen zur Reform der Studien- und Prüfungsordnung und legt die Verteilung der Fachnoten und der Gesamtnoten offen. Er entscheidet insbesondere über die An­rechnung von Studien- und Prüfungsleistungen sowie die Zulassung zu den Prüfungen und setzt in der Regel die Prüfungstermine fest.

 

(4) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, an der Abnahme von Prüfungen teilzunehmen.

 

(5) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und deren Stellvertreter unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Sofern sie nicht im öffentlichen Dienst stehen, sind sie durch den Vorsitzenden zur Verschwiegenheit zu verpflichten.

 

§ 11
Prüfer und Beisitzer

 

(1) Der Prüfungsausschuss bestellt die Prüfer und die Beisitzer. Er kann die Bestellung dem Vor­sitzenden übertragen. Professoren, Juniorprofessoren und promovierte Mitarbeiter der Wirtschaftswissenschaft­lichen Fakultät bedürfen keiner Bestellung als Prüfer für das von ihnen vertretene Fach. Zu Prüfern können auch andere Mitglieder des wissenschaftlichen Personals der Europa-Universität Viadrina gemäß § 12 Abs. 3 BbgHG sowie Lehrbeauftragte bestellt werden, die über ein abgeschlossenes Masterstudium oder einen gleichwertigen anderen Abschluss verfügen.

 

(2) Für die Prüfer und die Beisitzer gilt § 10 Abs. 5 entsprechend.

 

(3) Prüfungsleistungen sind von mindestens zwei Prüfern zu bewerten.

 

(4) Bei mündlichen Prüfungen ist die Teilnahme eines Prüfers und eines Beisitzers erforderlich, der den Prüfungsverlauf in einem Protokoll festhält. Beisitzer müssen zum wissenschaftlichen Personal der Europa-Universität Viadrina gehören und über mindestens einen dem Diplom oder Master gleich­wertigen Abschluss und die notwendige Sachkunde, die in der Regel durch ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium nachgewiesen wird, verfügen.

 

§ 12
Bewertung der Prüfungsleistungen

 

(1) Die Noten für die einzelnen Prüfungsleistungen werden von dem jeweiligen Prüfer festge­setzt. Für die Bewertung der Prüfungsleistungen sind folgende Noten zu verwenden:

 

1

=

sehr gut

=

eine hervorragende Leistung;

2

=

gut

=

eine Leistung, die erheb­lich über den durch­schnitt­lichen Anforderungen liegt;

3

=

befriedigend

=

eine Leistung, die den durchschnittlichen Anforderungen entspricht;

4

=

ausreichend

=

eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anfor­derungen genügt;

5

=

nicht ausreichend

=

eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den An­for­derungen nicht genügt.

 

(2) Zur differenzierten Bewertung der Prüfungsleistungen können Zwischenwerte durch Ernied­rigen oder Erhöhen der einzelnen Noten um 0,3 gebildet werden, die Noten 0,7; 4,3; 4,7 und 5,3 sind dabei ausgeschlossen.

 

(3) Ist in der Prüfung zum Bachelor eine Gesamtleistung als Durchschnitt von Einzelleistungen oder von Einzelbewertungen zu bewerten, so ist die Note der Gesamtleistung wie folgt festzusetzen:

 

bei einem Durch­schnitt bis 1,5

=

sehr gut

bei einem Durchschnitt über 1,5 bis 2,5

=

gut

bei einem Durchschnitt über 2,5 bis 3,5

=

befriedigend

bei einem Durchschnitt über 3,5 bis 4,0

=

ausreichend

bei einem Durchschnitt über 4,0

=

nicht ausreichend.

 

Bei der Bildung der Fachnoten und Gesamtnoten wird nur die erste Dezimalstelle hinter dem Komma berücksichtigt; alle weiteren Stellen werden ohne Rundung gestrichen.

 

(4) Den in § 12 Abs. 3 genannten Noten ent­spre­chen die nachfolgenden Noten nach dem ECTS-System. Alle Scheine, die im Studien­gang Volkswirtschaftslehre ausgestellt werden, beinhalten die Auskunft über das folgende Umrechnungssystem der Noten.

 

Grades

Remarks

ECTS

1,0 and 1,3

Excellent: outstanding performance with only minor errors

A

1,7 and 2,0

Very Good: above average standard but with some errors

B

2,3 and 2,7

Good: generally sound work with a number of notable errors

C

3,0 and 3,3

Satisfactory: fair but with significant shortcomings

D

3,7 and 4,0

Sufficient: performance meets minimum criteria

E

5,0

Fail: considerable further work is required

Fx/Fail

 

§ 13
Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß

 

(1) Eine Prüfungsleistung gilt als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet, wenn der Kandidat zu einem Prüfungstermin ohne triftige Gründe nicht erscheint oder wenn er nach Beginn der Prü­fung ohne triftige Gründe von der Prüfung zurücktritt. Dasselbe gilt, wenn eine schriftliche Prü­fungsleistung nicht innerhalb der vorgegebenen Bearbeitungszeit erbracht wird.

 

(2) Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe müssen dem Prüfungs­ausschuss unverzüglich schriftlich angezeigt und glaubhaft gemacht werden. Bei Krankheit des Kandidaten ist ein ärztliches Attest vorzulegen. Werden die Gründe vom Prüfungsausschuss an­erkannt, so wird in Absprache mit dem Prüfer ein neuer Termin anberaumt. Die bereits vorlie­genden Prüfungsergebnisse sind anzurechnen.

 

(3) Versucht der Kandidat, das Ergebnis seiner Prüfungsleistungen durch Täuschung oder Be­nutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beein­flussen, gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet. Ein Kandidat, der den ordnungsgemäßen Ablauf der Prü­fung stört, kann von dem jeweiligen Prüfer oder Aufsichtführenden von der Fortsetzung der Prü­fungsleistung ausgeschlos­sen werden. In diesem Fall gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet. In schwerwiegenden Fällen kann der Prüfungsausschuss den Kandidaten von der Erbringung weiterer Prüfungsleistungen in diesem Studiengang aus­schließen. Dies gilt insbesondere für den Fall der Täuschung bei der Anfertigung von Seminar- und Bachelor­arbeiten. Als schwerwiegender Fall gilt in der Regel auch ein wiederholter, gravierender Täuschungsversuch.

 

(4) Belastende Entscheidungen des Prüfungs­ausschusses sind dem Kandidaten unverzüg­lich schriftlich mitzuteilen, zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

 

§ 14
Anerkennung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen

 

(1) Studienzeiten in demselben Studiengang an anderen Hochschulen mit Promotionsrecht im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes werden angerechnet. Dabei erbrachte Studien- und Prüfungs­leistungen können auf Antrag anerkannt werden, wenn sie in Art und Umfang einer Studien- und Prüfungsleistung im Sinne dieser Studien- und Prüfungsordnung entsprechen.

 

(2) Studienzeiten in anderen Studiengängen sowie dabei erbrachte Studien- und Prüfungs­leistun­gen können auf Antrag anerkannt werden, soweit diese fachlich gleichwertig sind.

 

(3) Über die Anerkennung der Studienzeiten sowie die Gleichwertigkeit von Studienleistun­gen und Prüfungsleistungen entscheidet der Prüfungsausschuss.

 

(4) Studienleistungen, die an anderen Hochschulen in einem Zeitraum erworben werden, in dem der Student an der Europa-Universität Viadrina immatrikuliert ist, können nur mit vorheriger Genehmigung des Prüfungsausschusses nach Absprache mit einem Fachvertreter anerkannt werden.

 

§ 15
Keine Wiederholung erfolgreich abgelegter Prüfungen

 

(1) Eine an der Europa-Universität Viadrina erfolgreich abgelegte Prüfung kann nicht wiederholt werden.

 

(2) Ein an einer Hochschule im Geltungsbereich des Hochschulrahmenge­setzes erworbener Bachelorabschluss in einem betriebswirtschaftlichen Studiengang kann an der Europa-Universität Viadrina nicht erneut erworben werden.

 

§ 16
Ungültigkeit von Prüfungen

 

(1) Hat der Kandidat bei der Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach der Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so kann der Prüfungsausschuss nachträglich diejenigen Prüfungsleistungen, bei deren Erbringung der Kandidat getäuscht hat, für nicht bestanden erklären.

 

(2) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Prüfung nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Prüfung geheilt. Hat der Kandidat die Zulassung vorsätzlich zu Unrecht erwirkt, so entscheidet der Prüfungsausschuss.

 

(3) Dem Kandidaten ist vor der Entscheidung Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

 

(4) Das unrichtige Prüfungszeugnis ist einzuziehen und gegebenenfalls ein neues zu erteilen. Mit dem unrichtigen Prüfungszeugnis ist auch die Bachelorurkunde einzuziehen, wenn die Prüfung aufgrund einer Täuschung für „nicht bestanden“ erklärt wird. Eine Entscheidung nach Abs. 1 und 2 ist nach einer Frist von fünf Jahren ab dem Datum des Prüfungszeugnisses ausgeschlossen.

 

 

II Besondere Vorschriften

 

§ 17
Zulassung zu Prüfungen

 

(1) Zu Prüfungen im Rahmen des Bachelorstudiums kann nur zugelassen werden, wer

 

  • 1.  an der Europa-Universität Viadrina immatrikuliert ist und
  • 2.  seinen Prüfungsanspruch in einem univer­sitären wirtschaftswissenschaftlichen Stu­diengang nicht verloren hat.

 

§ 18
Umfang des Studiums

 

(1) Das Studium zum Bachelor umfasst Veranstaltungen aus den wirtschaftswissenschaftlichen Kernbereichen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Veranstaltungen aus dem interdisziplinären Bereich der Kultur- und Rechtswissenschaften sowie Veranstaltungen des Sprachenzentrums der Europa-Universität Viadrina. Den Abschluss des Studiums bildet die Anfertigung einer Bachelorarbeit. (vgl. Übersicht 1)

 

Übersicht 1:

Themenbereiche der
Veranstaltungen

LVS

Credit Points

Orientierungsphase

(1. bis 3. Semester):

 

 

1.  Externes Rechnungswesen

4

6

2.  Internationales Management

4

6

3.  Volkswirtschaft (Einführung)

3

5

4.  Wirtschaftsinformatik

4

6

5.  Mathematik

4

6

6.  Marketing

4

6

7.  Mikroökonomie

4

6

8.  Wirtschaftspolitik

4

6

9.  Statistik I

4

6

10. Recht

2

4

11. Investition & Finanzierung

4

6

12. Mikroökonomie II

4

6

13. Makroökonomie

4

6

14. Ringvorlesung der Wirtschaftswissenschaftlichen Dozenten

2

3

15. Sprachausbildung Fremdsprache 1 (Unicert II)

8

12

Profilierungsphase
(4. bis 6. Semester):

 

 

16.  Ökonometrie

3

5

17.  Statistik II

3

5

18.  Kapitalmärkte & Finanzwirtschaft

3

5

19.  Internationale Wirtschaftsbeziehungen

3

5

20.  Europäische Integration

3

5

21.  Europäische Wirtschafts- & Sozialpolitik

3

5

22.  Geld & Währung

3

5

23.  Industrieökonomik

3

5

24.  VWL (Seminar od. Projekt od. Fallstudie)

3

5

25.  Internationale Besteuerung

3

5

26.  Besondere VWL (Wahlfach)

3

5

27.  Besondere VWL (Wahlfach)

3

5

28.  Kulturwissenschaften

2

3

29.  Sprachausbildung Fremdsprache 1 (Unicert III) oder Fremdsprache 2 (Unicert II)

8

12

30.  Pflichtpraktikum

 

5

31.  Bachelorarbeit

 

10

Gesamt:

105

180

 

(2) Die angegebene Zahl der Lehrveranstaltungsstunden (LVS) gibt die Gesamtpräsenzstundenzahl an, in welchen Vorlesungs- und Übungsteile eine Einheit bilden.

 

(3) Die Veranstaltungen und die Wahlmöglich­keiten werden im Kommen­tierten Vorlesungsverzeichnis dokumentiert. Bestehen mehrere Zuordnungsmöglichkeiten, kann der Studierende über die Zuordnung frei entscheiden. Eine Doppelzuordnung ist ausgeschlossen.

 

(4) Über die Zuordnung der Lehrveranstaltungen zu den einzelnen Themenbereichen entscheiden die Fach­vertreter verbindlich bei der Ankündigung der Lehrveranstaltung.

 

(5) Die gemäß Absatz 1 zugeordneten Veranstaltungen zu 1-15 gehören zur Orientierungsphase der ersten drei Fachsemester, die Veranstaltungen zu 16-31 bilden im zweiten Studienabschnitt die Profilierungsphase. Die Veranstaltungen zu 1-5 werden dem ersten Semester, die Veranstaltungen zu 6-10 dem zweiten, die Veranstaltungen zu 11-15 dem dritten Semester zugeordnet.

 

(6) Jeder Kandidat hat die erfolgreiche Teilnahme an den im jeweiligen Studienabschnitt geforderten Veranstaltungen gemäß § 18 Abs. 1 gegenüber dem Prüfungsamt nachzuweisen. Ferner gilt der Nachweis der Fremdsprache gem. § 18 Abs. 1 Ziffer 29 als erbracht, wenn der Studierende ein einsemestriges Auslandsstudium, welches durch drei vom Prüfungsausschuss anerkannte und vor Ort erbrachte Leistungsnachweise dokumentiert wird, oder ein 12-wöchiges Praktikum in dieser Sprache erfolgreich absolviert hat.

 

§ 19
Bachelor-Orientierungsphase

 

(1) Den Studierenden steht frei, in welcher Reihenfolge sie die im § 18 Abs. 1 angeführten obligatorischen Prü­fungsleistungen der Nummern 1-15 ablegen. Kenntnisse der Mathe­matik sind jedoch von fundamentaler Bedeutung für die Erfassung statistischer, volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaft­licher Fragestellungen. Für das Fach Volks­wirtschaftslehre sind Kenntnisse des betrieblichen Rechnungswesens unabdingbar.

 

(2) Über die wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung hinaus muss jeder Student im Laufe der Orientierungsphase Kenntnisse in einer Fremdsprache nachweisen. Fremdsprachenkenntnisse werden durch den erfolgreichen Abschluss der allgemeinsprach­lichen Ausbildung des Sprachen­zentrums nachgewiesen. Für ausländische Studierende, die ihre Studierfähigkeit für diesen Studiengang nicht in deutscher Sprache nachgewiesen haben, ist Deutsch als erste Fremdsprache (DSH) obligatorisch.

 

§ 20
Bachelor-Profilierungsphase

 

Zur Erlangung des Bachelors absolviert der Studierende in der Profilierungsphase gemäß § 18 Abs. 1 die Fächer der Nummern 16-31. Die Fächer dienen der Vertiefung des in der Orientierungsphase angeeig­neten Wissens sowie der internationalen Ausrichtung und sind für das Verständnis des Studienfaches von zentraler Bedeu­tung.

 

§ 21
Gestaltung der Prüfung

 

(1) In jeder Veranstaltun­g der Nummern 1 bis 29 gemäß § 18 Abs. 1 ist eine Prüfungs­leistung zu erbringen.

 

(2) Die Prüfung zum Bachelor besteht aus Fachprüfungen, die als Sukzessivprüfungen in den jeweiligen Studienabschnitten, in denen die Veranstaltungen angeboten werden, abgelegt werden sowie der Anfertigung einer Bachelorarbeit.

 

(3) In jeder gemäß § 18 Abs. 1 zugeordneten Veranstaltung der Orientierungsphase (Nr. 1-14) ist eine Klausurleistung im Umfang von insgesamt 60-120 Minuten zu bestehen. Diese kann eine oder zwei Teilklausuren umfassen. Eine mündliche Prüfung kann nur in begründeten Ausnahmefällen durch den Prüfungsausschuss genehmigt werden. Die Art und den Umfang der Sprachenprüfung regelt die Prüfungsordnung des Sprachenzentrums.

 

(4) Alle Prüfungsleistungen des zweiten Studienabschnitts (Profilierungsphase) kön­nen auf mehrere Arten erbracht werden:

 

  • 1.  durch eine oder mehrere Klausuren im Gesamtumfang von zwei Stunden oder durch (minimal 15-, maxi­mal 30-minütige) mündliche Prüfungen,
  • 2.  durch schriftliche Ausarbeitungen und möglicherweise zusätzliche Referate,
  • 3.  durch eine Kombination der unter 1. und 2. genannten Leistungen.

 

Nach Maßgabe der jeweils angegebenen Hilfsmittel können die Möglichkeiten der Infor­mationstechnik genutzt werden. Die Art der Erbringung der Prüfungsleistungen wird vor Beginn der Veranstaltung vom Dozenten verbindlich angekündigt.

 

(5) In dem durch Abs. 4, Ziffer 1 bezeichneten Fall wird ein Prüfungsschein erteilt, in Ziffer 2 ein Eigenleistungsschein. In Abs. 4, Ziffer 3 wird je nachdem, welche Art der Prüfungsleistung überwiegt, ein Prüfungs- oder ein Eigenleistungsschein erteilt. In diesem Fall liegt die Ent­scheidung über die Zuordnung zu Prüfungs- oder Eigenleistungsscheinen bei dem Dozenten.

 

(6) Der Dozent legt mit der Ankündigung einer Lehrveranstaltung neben der Zuordnung zu einem Themenbereich der Nummern 1-14 und 16-27 die Kriterien für den Scheinerwerb fest. Die Teilnahme an den Prüfungen kann von der erfolgreichen Beteiligung an den Übungen oder anderen Studienleistungen abhängig gemacht werden. Zu Beginn des Semesters wird den Studierenden mit­geteilt, welche Art von Schein (Prüfungs- bzw. Eigenleistungsschein) sie mit welchen Einzelleistungen erwerben können und auf welche Weise sich die Gesamt­note aus diesen Einzelleistungen ergibt.

 

(7) Der in einer Veranstaltung erreichte Schein enthält neben der Zuordnung zu den Nummern 1-14 und 16-27 eine explizite Angabe über die Scheinkategorien nach Abs. 5, eine Zusammen­stellung der für die Bewertung relevanten Einzelleistungen sowie die insgesamt erzielte Note nach dem in § 12 spezifizierten Schema.

 

(8) Alle Studierenden der Volkswirtschaftslehre müssen im Bachelorstudium mindestens drei und höchstens fünf Prüfungsleistungen durch Eigenleistungsscheine in den Veranstaltungen zu 16 bis 27 der Profilierungsphase gemäß § 18 Abs. 1 erwerben.

 

(9) Zu jeder Veranstaltung, die zu einem Prüfungsschein führen soll, werden mehrere Prüfungstermine angeboten. Dies sind mindestens zwei bei Veranstaltungen der Orientierungsphase und zwei bei Veranstaltungen der Profilierungsphase. Alle Prüfungen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät werden in der Regel in Prüfungsblocks am Ende des Semesters bzw. vor Beginn des Folgesemesters zusammengefasst. Die Prüfungsleistung ist bestanden, sobald in einer dieser Prüfungen eine mindestens ausreichende Leistung (Note kleiner oder gleich 4,0) erzielt wurde.

 

(10) Durch das Sprachenzentrum können gleichwertige, nicht an der Europa-Universität Viadrina erworbene Leistungsnachweise anerkannt werden.

 

§ 22
Anerkennung von im Ausland erbrachten Prü­fungsleistungen

 

(1) Durch ein Auslandsstudium können grundsätzlich höchstens 6 Veranstaltungen der Profilierungsphase durch entsprechende Leistungen aus dem Ausland ersetzt werden. Eine Anrechnung in der Orientierungsphase ist nicht zulässig.

 

(2) Leistungen werden anerkannt, sofern die Gleichwertigkeit festgestellt wird. Die von der Zentrale für ausländisches Bildungswesen im Ständigen Sekretariat der Kultusminister­kon­ferenz veröffentlichten Äquivalenzempfehlun­gen sind zu berücksichtigen. Darüber hinaus können im Ausland erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen, die im Rahmen von Koopera­tions- und Austauschprogrammen der Wirtschafts­wissenschaft­lichen Fakultät mit ausländischen Hochschulen erbracht worden sind, anerkannt werden.

 

(3) Es können dabei höchstens zwei an einer ausländischen Hochschule erbrachte Leistungen als äquivalent zu einem Eigenleistungsschein anerkannt werden.

 

(4) Wird das Auslandsstudium im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung der Wirtschafts­wissenschaftlichen Fakultät durchgeführt, kann der Prüfungsausschuss über die in Abs. 1 und 3 genannten Grenzen hinaus Leistungen anerkennen.

 

(5) Die Noten der im Ausland erbrachten Leistungen werden nach § 12 dieser Studien- und Prüfungsordnung umgerechnet und gehen auf diese Weise in die Durch­schnittsbildung ein.

 

(6) Im Prüfungszeugnis wird vermerkt, welche der dort aufgeführten Prüfungsleistungen an aus­ländischen Hochschulen erbracht worden sind.

 

(7) Zur Anerkennung von im Ausland abgelegten Leistungen ist ein schriftlicher Antrag an den Prüfungsausschuss zu richten. Diesem Antrag sind die für eine Entscheidung erforderlichen Unterlagen beizufügen. Für Studiengänge im Rahmen von Kooperationsabkommen kann der Prüfungsausschuss ein ver­einfachtes Verfahren fest­le­gen.

 

§ 23
 Bachelorarbeit

 

(1) Zum Erwerb des Bachelors muss jeder Studierende eine Bachelorarbeit anfertigen, in der er nachweist, dass er zur eigenständigen Anwendung wirtschaftswissenschaftlicher Methoden, zur geistigen Durchdringung der wissenschaftlichen Literatur sowie zur Abfassung wissenschaft­lichen Anforderungen genügender Texte in der Lage ist. Die Bachelorarbeit behandelt somit eine wissenschaftliche Fragestellung. Sie kann darüber hinaus ein praxisorientiertes Anwendungsprojekt beinhalten.

 

(2) Die Anfertigung der Bachelorarbeit erfolgt im dritten Studienjahr.

 

 

(3) Der Student sucht sich unter den Professoren und Juniorprofessoren der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einen Betreuer für die Bachelorarbeit aus. Findet der Student keinen Betreuer, so bekommt er durch den Prüfungsausschussvorsitzenden einen Betreuer zugewiesen.

 

§ 24
Zulassung und Anmeldung zur Bachelorarbeit

 

(1) Voraussetzung für die Anmeldung zur Bachelorarbeit ist, dass der Kandidat alle Leistungen der Orientierungsphase und mindestens 10 Leistungen des zweiten Studienabschnitts erbracht hat.

 

(2) Der Kandidat stellt beim Prüfungsamt einen Antrag auf Zulas­sung zur Bachelorarbeit. Dem Antrag beizulegen sind die Nachweise über die vor Beginn der Bachelorarbeit zu erbringenden Prüfungsleistungen.

 

(3) Nach Zulassung zur Bachelorarbeit legt der Betreuer in Absprache mit dem Kandidaten und einem zweiten Prüfer das Thema der Bachelorarbeit fest. Der zweite Prüfer muss zum wissen­schaftlichen Personal der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina gehören. Außerdem muss der zweite Prüfer durch einen wirtschaftswissenschaft­lichen, mindestens dem Diplom bzw. Master gleichwertigen Abschluss ausgewiesen sein. Der Betreuer teilt das Thema zusammen mit dem Datum seiner Festlegung dem Prüfungsamt mit. Der Zeitpunkt der Themenvergabe ist akten­kundig zu machen.

 

(4) Die Bachelorarbeit soll in deutscher oder englischer Sprache abgefasst  werden. Über Aus­nahmen entscheidet der Prüfungsausschuss auf Antrag des Kandidaten und nach Rücksprache mit dem Betreuer und dem zweiten Prüfer. Der entsprechende Antrag ist mit dem Antrag auf Zulas­sung zur Bachelorarbeit zu stellen.

 

§ 25
Fristen und Bewertung der Bachelorarbeit

 

(1) Die Bearbeitungszeit der Bachelorarbeit beträgt acht Wochen. Die Bearbeitungszeit beginnt am Tag der Themenvergabe durch den Betreuer.

 

(2) Im Falle der Erkrankung des Kandidaten kann die Bearbeitungszeit der Bachelorarbeit auf Antrag des Kandidaten durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses verlängert werden. Dem Antrag ist ein ärztliches Attest beizufügen, aus dem die voraussichtliche Dauer der Erkrankung hervorgeht. Die festge­legte Dauer der Verlängerung hat sich daran zu orientieren.

 

(3) Die Bachelorarbeit ist beim Prüfungsamt fristgerecht in zwei Exemplaren abzu­liefern. Der Text der Arbeit muss entweder mit einer Schreibmaschine oder mit einem Computer-Textverarbeitungsprogramm in Druckschrift erstellt sein. Der Abgabezeitpunkt ist aktenkundig zu machen. Bei der Abgabe der Bachelorarbeit hat der Kandidat in schriftlicher Form zu ver­sichern, dass er seine Arbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat.

 

(4) Bei Versäumnis der Frist wird die Bachelorarbeit vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet.

 

(5) Bei fristgerechter Abgabe der Bachelorarbeit wird diese von dem Betreuer der Arbeit und dem zweiten Prüfer mit einer Note nach dem in § 12 spezifizierten Schema benotet. Die Note der Bachelorarbeit ergibt sich als Durchschnitt der von beiden Gutachtern vergebenen Noten. Sofern mindestens ein Gutachter die Note 5,0 vergibt, wird vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses ein dritter Gutachter bestimmt. Der Prüfungs­ausschuss entscheidet dann auf der Basis der drei Gutachten und nach Anhörung des Betreuers über die schriftliche Note der Bachelorarbeit. Steht der Betreuer der Bachelorarbeit zu deren Be­gutachtung nicht zur Verfügung, bestellt der Prüfungsausschuss einen anderen sachkundigen Erstgutachter.

 

(6) Nach Abgabe der Bachelorarbeit ist diese in der Regel innerhalb von sechs Wochen zu be­werten.

(7) Bei einer nicht ausreichenden schriftlichen Note der Bachelorarbeit (Notenschnitt der Gutachten größer als 4,0) kann einmal ein neues Thema vergeben werden, für das die gleichen Bearbeitungsfristen gelten.

 

§ 26
Bestehen der Prüfung zum Bachelor

 

(1) Die Prüfung zum Bachelor ist bestanden, wenn bis zum Ende des 3. Stu­dienjahres alle Einzelleistungen nach § 18 Abs. 1 erfolgreich (Note kleiner oder gleich 4,0) erbracht worden sind.

 

(2) Nicht bestandene Prüfungen zu Veranstaltungen der Orientierungsphase dürfen maximal zweimal wiederholt werden. Wird eine Leistung dreimal mit nicht ausreichend (Note größer 4,0) bewertet, so ist die Bachelorprüfung endgültig nicht bestanden.

 

(3) Nicht bestandene Prüfungen zu Veranstaltungen der Profilierungsphase dürfen wiederholt werden. Sie zählen als Fehlversuch, wenn sie im vierten oder einem höheren Fachsemester erworben werden. Bei mehr als 9 Fehlversuchen in der Profilierungsphase ist die Bachelorprüfung endgültig nicht bestanden.

 

(4) Hat der Kandidat am Ende des ersten, zweiten bzw. dritten Semesters in der Summe weniger als 15, 35 bzw. 70 ECTS Punkte durch bestandene Studienleistungen aus dem gesamten Bachelorprogramm erbracht, so gilt die Bachelorprüfung als endgültig nicht bestanden. Spätestens am Ende des vierten Semesters müssen alle Leistungen der Orientierungsphase erworben worden sein. Erfolgt dieser Nachweis nicht, so gilt die Bachelorprüfung als endgültig nicht bestanden.

 

(5) Hat der Kandidat am Ende des dritten Studienjahres 70 oder mehr ECTS Punkte aus den Veranstaltungen der Profilierungsphase erworben, so bekommt er auf Antrag an den Prüfungsausschuss ein Verlängerungssemester zum Abschluss seines Bachelorstudiums gewährt. Liegen am Ende des siebten Semesters nicht alle Leistungsnachweise vor, so gilt die Bachelorprüfung als endgültig nicht bestanden.

 

(6) Studierende ab dem zweiten Semester sind grundsätzlich für das jeweils nächste Semester zur Rückmeldung gesperrt, es sei denn, sie können bis zum Ende der Rückmeldefrist die jeweils erforderlichen Leistungen, die spätestens zu Beginn des Semesters hätten vorliegen müssen, nachreichen. Kann der Kandidat die erforderlichen Leistungen nicht nachweisen, so ist die Bachelorprüfung endgültig nicht bestanden.

 

(7) In besonderen Härtefällen (wie längere Krankheit) kann der Prüfungsausschuss auf schrift­lichen Antrag hin eine Ausnahme von § 26 Abs. 4-5 gewähren und eine weitergehende Fristverlängerung aussprechen.

 

(8) Durch Inanspruchnahme der gesetzlichen Schutzfristen des Mutterschutzgesetzes und der Elternzeit entstehen keine Nachteile.

 

§ 27
Zeugnis, Diploma Supplement

 

(1) Im Rahmen des Studienganges Volkswirtschaftslehre wird mit dem Bachelorabschluss ein Zeugnis über den Erwerb des akademischen Grades "Bachelor of Science" erstellt, das von dem Vorsitzenden des Prü­fungsausschusses unterzeichnet wird.

 

(2) Das Zeugnis enthält die in den Veranstaltungen erzielten Noten nach dem in § 12 festgelegten Schema, das Thema der Bachelorarbeit sowie deren Note, die Studienzeit in Monaten bis zur Ablegung der letzten für den Bachelor erforderlichen Leistung sowie die Ge­samtnote des Bachelors.

 

(3) Das Zeugnis enthält auch einen Hinweis auf die beiden Sprachprüfungen und das Pflichtpraktikum.

 

(4) Die Gesamtnote des Bachelors bestimmt sich als Durchschnitt aus den Einzelleistungen der Veranstaltungen zu 1 bis 13 mit einfacher Wertung, der Veranstaltungen zu 16 bis 28 mit vierfacher Wertung sowie der Note der Bachelorarbeit mit achtfacher Wertung.

 

(5) Bei überragenden Leistungen kann das Gesamturteil "mit Auszeichnung bestanden" erteilt werden. Als Kriterium gilt eine Durchschnittsnote von 1,3 oder besser.

 

(6) Das Zeugnis trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist.

 

(7) Es wird je ein Zeugnis in deutscher und englischer Sprache erstellt. Zusätzlich erhält jeder Studierende ein Diploma Supplement in englischer Sprache entsprechend den Vorschriften des „European Diploma Supplement Model“.

 

(8) Kandidaten, die die Prüfung zum Bachelor nicht bestanden haben, erhalten auf Antrag eine Bescheinigung, in der die erbrachten Studienleistungen sowie die Gründe für das Nichtbestehen der Prüfung dokumentiert sind.

 

§ 28
Urkunde über den Erwerb des akademischen Grades „Bachelor of Science“

 

(1) Gleichzeitig mit dem Zeugnis wird dem Kandidaten die Urkunde über den Erwerb des aka­demischen Grades "Bachelor of Science" mit dem Datum des Zeugnisses ausgehändigt. Darin wird die Verleihung des akademischen Grades "Bachelor of Science" beurkundet.

 

(2) Die Urkunde über den Erwerb des akademischen Grades "Bachelor of Science" wird vom Dekan der Wirtschaftswissenschaft­lichen Fakultät und dem Vor­sitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem Siegel der Hochschule versehen.

 

(3) Es wird je eine Urkunde in deutscher und englischer Sprache erstellt.

 

§ 29
Einsicht in die Prüfungsakten

 

(1) Für jede Klausur ist innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe der Ergebnisse ein Termin für die Einsicht in die korrigier­ten Arbeiten festzulegen.

 

(2) Innerhalb eines Jahres nach Abschluss des Prüfungsverfahrens wird dem Kandidaten auf An­trag in angemessener Frist Einsicht in seine schriftlichen Prüfungsarbeiten, die darauf bezogenen Gutachten der Prüfer und in die Prüfungsprotokolle gewährt.

 

§ 30
Zum Studium für Studierende mit einer Behinderung

 

(1) Bei der Gestaltung des Studienablaufs sowie bei der Erbringung von Leistungsnachweisen wird versucht, den spezifischen Belangen von Studierenden mit Behinderung im Einzelfall Rechnung zu tragen.

 

(2) Belegt der Kandidat durch ein ärztliches Attest, dass er wegen länger andauernder oder ständiger körperlicher Behinderung nicht in der Lage ist, die Prüfung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, hat der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dem Kandi­daten zu gestatten, gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form zu erbringen. Ent­sprechendes gilt für die anderen Studienleistungen.

 

§ 31
Studienberatung

 

(1) Die Fakultät orientiert sich bis spätestens zum Ende des ersten Jahres des Studiums über den bisherigen Studienverlauf, informiert die Studierenden und führt gegebenenfalls eine Studienberatung durch.

 

(2) Eine Fachstudienberatung erfolgt durch die Betreuer des Studiengangs. Diese beraten auch hinsichtlich des Studienplanes. Für die fächerspezifische Beratung stehen die Professoren und die Mitarbeiter des betreffenden Lehrstuhls zur Verfügung.

 

§ 32
Betreuung der Studierenden durch Mentoren

 

Um einen engen Kontakt der Studierenden mit dem Lehrpersonal sicherzustellen, wird jedem Studierenden bei der Auf­nahme des Studiums ein Mentor zugeteilt. Jedem Studierenden wird empfohlen, pro Jahr mindestens einmal ein Beratungs­gespräch mit seinem Mentor zu führen.

 

§ 33
Inkrafttreten

 

Diese Studien- und Prüfungsordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekannt­machungen der Europa-Universität Viadrina in Kraft.

 


[1] Die Präsidentin hat mit Verfügung vom 23.09.2005 ihre Genehmigung erteilt.