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Studienordnung für den postgradualen, berufsbegleitenden Master-Studiengang Mediation

Studienordnung für den postgradualen, berufsbegleitenden Master-Studiengang Mediation

vom 4. Februar 2003

 

 

Aufgrund von § 9 Abs. 2 i. V. m. § 74 Abs. 1, Ziff. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg (Brandenburgisches Hochschulgesetz - BbgHG) vom 6. Juli 2004 (GVBl. Nr. 17, S. 394 ff.) hat die Europa-Universität Viadrina folgende Prüfungsordnung erlassen:[1]

 

Inhaltsverzeichnis

 

Präambel

 

I. Allgemeines

 

§ 1 Geltungsbereich

§ 2 Ausbildungsziele des Studiengangs

§ 3 Zulassung und Anmeldung zum Studium

§ 4 Studienorganisation und -beratung

§ 5 Lehrangebot

 

II. Struktur und Inhalt des Studienganges

 

§ 6 Studienumfang und -dauer

§ 7 Studienstruktur und -inhalte

 

II. Studienbegleitende Prüfungsleistungen und Master-Prüfung

 

§ 8 Studienbegleitende Prüfungsleistungen

§ 9 Studienabschließende Prüfung (Master-Prüfung)

 

IV. Weitere Bestimmungen

 

§ 10 Studium für Teilnehmer mit Behinderung

§ 11 Kooperationen

§ 12 Kosten

§ 13 Inkrafttreten

 

 

Präambel

 

Alle Personen- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten sinngemäß für Männer und Frauen in gleicher Weise.

 

 

I. Allgemeines

 

§ 1
Geltungsbereich

Diese Studienordnung regelt auf der Grundlage der Prüfungsordnung Ziele, Inhalte und Struktur des postgradualen, berufsbegleitenden Master-Studiengangs „Mediation“. Sie gilt für alle Studierenden des Studienganges.

 

§ 2
Ausbildungsziele des Studiengangs

(1) Der Studiengang führt zu dem akademischen Grad „Master of Arts“.

(2) Der Studiengang soll den Absolventen befähigen, als Mediator professionell und reflektiert zu handeln und sich zugleich mit den interdisziplinär verankerten Grundlagen von Mediation wissenschaftlich auseinander zu setzen. Dazu sind praktische Fähigkeiten und ein fundiertes theoretisches Wissen erforderlich. Entsprechend ergeben sich zwei eng miteinander verknüpfte Ausbildungsziele:

 

  • Erster Schwerpunkt ist die anwendungsorientierte Ausbildung: In einer den internationalen und nationalen Standards von 200 Stunden entsprechenden Ausbildung zum Mediator werden die praktischen mediativen Fähigkeiten sowie die mediationsspezifische Sozial- und Kommunikationskompetenz der Studierenden entwickelt.
  • Den zweiten Schwerpunkt bildet die umfassende Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen von Mediation auf der Basis der relevanten wissenschaftlichen Disziplinen. Dadurch soll insbesondere die Möglichkeit geschaffen werden, die an den Mediator herangetragenen Herausforderungen auf wissenschaftlichem Niveau zu analysieren. Die theoretische Abstraktion ermöglicht es zudem, die Übertragbarkeit mediativer Strukturen auf unterschiedliche Konfliktsysteme zu überprüfen.

 

§ 3
Zulassung und Anmeldung zum Studium

(1) Die Zulassung zum postgradualen Master-Studiengang „Mediation“ setzt ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraus. Über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse entscheidet der Prüfungsausschuss.

 

(2) Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift sowie die Fähigkeit, wissenschaftliche Lektüre in englischer Sprache zu verstehen. Dies ist durch entsprechende Zertifikate(z.B. TOEFL-Test) oder andere geeignete Nachweise zu belegen.  

(3) Das Studium kann nur zum Sommersemester aufgenommen werden.

 

§ 4
Studienorganisation und -beratung

(1) Die Geschlossenheit und Konstanz der Lehrgangsgruppe ist ein besonderes Merkmal dieses Studiengangs. Daher ist die Teilnahme an den Präsenzveranstaltungen in der festgelegten Abfolge obligatorisch.

(2) Zur wissenschaftlich-fachlichen Beratung und Betreuung der Studierenden stehen die akademischen Leiter des Studienganges und die jeweils beteiligten Dozenten zur Verfügung. Dies gilt insbesondere auch für den Teil der Studieninhalte, welcher im Rahmen des Fernstudiums erarbeitet wird.

 

§ 5
Lehrangebot

(1) Das Lehrangebot für diesen Studiengang setzt sich aus Präsenz-Lehrveranstaltungen und Fernstudien-Elementen zusammen. Einzelheiten regelt § 7 dieser Studienordnung.

(2) Darüber hinaus wird den Studierenden zur Vertiefung der Studieninhalte die Option weitergehender Wissensvermittlung mittels Datenträger und/oder mittels Internet geboten.

 

 

II. Struktur und Inhalt des Studienganges

 

§ 6
Studienumfang und -dauer

(1) Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich der Zeit für die Anfertigung der schriftlichen Abschlussarbeit und der Ablegung der mündlichen Abschlussprüfung drei Semester.

(2) Das Studium umfasst pro Semester 18 Semesterwochenstunden (SWS) im Rahmen von Präsenz- und Fernstudien-Modulen, insgesamt also 54 SWS.

 

§ 7
Studienstruktur und -inhalte

(1) Der Studiengang ist modular aufgebaut. Ein wesentlicher Bestandteil des Studiums sind obligatorische Präsenzmodule, die die relevanten Inhalte von Theorie und Praxis der Mediation interdisziplinär beleuchten. Dieses Studienangebot wird durch obligatorische Fernstudien-Module und einen Katalog von Präsenz-Wahlmodulen ergänzt. 

(2) Soweit Teilnehmer bei einer anerkannten Ausbildungseinrichtung eine Mediationsausbildung eines Standard-Umfangs von 200 Stunden ganz oder teilweise absolviert haben, ist eine Anrechnung auf die Präsenz-Praxis-Module möglich. Über die Anerkennung und ihren Umfang entscheidet der Prüfungsausschuss. Die vom Nachweis der Praxisfälle abgesehen – abgeschlossene Ausbildung an der Mediationsstelle Frankfurt (Oder) wird ausdrücklich anerkannt.

(3) Die zu vermittelnden Inhalte verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Module:

 

a) Präsenz-Praxis-Module (PPM)

  • Umfassende praktische Ausbildung zum Mediator

b) Präsenz-Theorie-Module (PTM)

  • Grundstrukturen und Techniken der Mediation
  • Risiken und Grenzen der Mediation
  • Zwischen Tradition und (Post-) Moderne: Hintergründe, Ziele und Entwicklungstendenzen der ADR-Bewegung
  • Streitbehandlungslehre
  • Entscheidungsfindung in Komplexität
  • Institutionalisierung und Professionalisierung der Materie

c) Fernstudien-Module (FM)

  • Vertiefung der Präsenz-Module
  • Erarbeitung spezieller Einsatzgebiete der Mediation (z.B. Mediation in der Arbeitswelt, in Schulen und im Völkerrecht)

d) Präsenz-Wahl-Module (PWM)

  • Mediation im Wirtschaftlichen Bereich
  • Mediation im Öffentlichen Bereich
  • Familienmediation
  • Interkulturelle Mediation

 

(4) Die Entscheidung über die Aufnahme weiterer und die Konkretisierung der vorhandenen Inhalte obliegt dem Prüfungsausschuss; ebenso die Zuordnung einzelner Veranstaltungen den unterschiedlichen Modularten. Die Bekanntgabe muss im kommentierten Vorlesungsverzeichnis erfolgen.

(5) Die Semesterwochenstunden verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Semester:

 

Semester

SWS

Module

1. Semester

5
3
10

PPM
PTM
FM

2. Semester

5
3
10

PPM
PTM
FM

3. Semester

2
10
6

PPM
FM
PWM

 

III. Studienbegleitende Prüfungsleistungen und Master-Prüfung
 

§ 8
Studienbegleitende Prüfungsleistungen

(1) Studienbegleitend werden von den Teilnehmern Prüfungsleistungen erbracht. Das Spektrum möglicher studienbegleitender Prüfungsleistungen reicht – je nach Modul – von Kursbegleitenden Emails (Abhandlungen des in einem Präsenzmodul diskutierten theoretischen Inhalts, deren Schwerpunkt auf der Erarbeitung einer individuellen Perspektive sowie der Einbettung in den Gesamtkontext des Themengebietes liegt) über sog. mediation journals (Aufsätze, die eine theoretische Reflexion der in einem Konflikt-Rollenspiel persönlich erlebten Prozesse und Dynamiken zum Gegenstand haben), mündliche Referate, Essays, Falldokumentationen und Erfahrungsberichte über absolvierte Praktika bis hin zur umfassenden Hausarbeit.

(2) In den Präsenz-Praxis-Modulen besteht die studienbegleitende Prüfungsleistung notwendig in dem Verfassen eines mediation journals; in den Präsenz-Theorie-Modulen in dem Verfassen einer Kursbegleitenden Email.

(3) Folgende Verteilung von credit points ist vorgesehen:

 

Semester

Semesterwochen-stunden

Leistungsnachweise in Credit Points

Credit Points gesamt

 

1. Semester

 

18

 

9   aus PPM

9   aus PTM

12 aus FM

 

 

30

2. Semester

18

9   aus PPM

9   aus PTM

12 aus FM

30

3. Semester

 

 

 

Master-Prüfung

18

3 aus PPM

3 aus PTM

3 aus PWM

 

- Abschlussarbeit

- Mündliche Präsentation und Diskussion

9

 

 

 

15

6

 

 

 

90

 

 

(4) Die Einzelheiten, insbesondere die Gewichtung einzelner Leistungsnachweise, regeln die §§ 9 und 10 der Prüfungsordnung.

 

§ 9
Studienabschließende Prüfung (Master-Prüfung)

(1) Die Master-Prüfung, deren erfolgreiches Ablegen den Abschluss des Studiengangs bildet, besteht aus zwei Teilen:

  1. Einer schriftlichen Abschlussarbeit, deren Umfang 40 Seiten nicht unter- und 60 Seiten nicht überschreiten sollte. Die Themenstellung erfolgt gemäß § 13 der Prüfungsordnung.
  2. Einer ca. 40-minütigen mündlichen Abschlussprüfung, die aus der Präsentation einer Falldokumentation und einem Prüfungsgespräch besteht.

(2) Einzelheiten regeln die §§ 11-18 der Prüfungsordnung.

 

IV. Weitere Bestimmungen

 

§ 10
Studium für Teilnehmer mit Behinderung

Bei der Gestaltung des Studienablaufs sowie bei der Erbringung von Prüfungsleistungen wird den spezifischen Belangen von Personen mit Behinderung nach Möglichkeit Rechnung getragen.

 

§ 11
Kooperationen

Die Möglichkeit zu nationalen und internationalen Kooperationen mit anderen Universitäten und Institutionen ist gegeben. Über Art und Umfang der jeweiligen Kooperation entscheidet der Prüfungsausschuss.

 

§ 12
Kosten

Das Studium ist kostenpflichtig. Einzelheiten sind der Gebührenordnung der Universität zu entnehmen.

 

§ 13
Inkrafttreten

Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in Kraft.



[1] Die Präsidentin hat ihre Genehmigung mit Verfügung vom 22.10.2004 erteilt.