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Satzung zur Durchführung des Hochschulauswahlverfahrens in örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen

Satzung zur Durchführung des Hochschulauswahlverfahrens
in örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen der
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

 

 

vom 9.6.2004

 

 

Auf der Grundlage der Verordnung über die Vergabe von Studienplätzen in zulassungsbeschränkten Studiengängen durch die Hochschulen des Landes Brandenburg (HVVBbg) vom 20. November 2000 (GVBl. II S. 423) in der Fassung vom 12. Mai 2003 (GVBl.II/03 S. 338) in Verbindung mit § 67 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg (BbgHG) vom 20. Mai 1999 (GVBl. I S. 130), in der Fassung vom 23. März 2004 (GVBl. I S. 51), hat der Senat der Europa-Universität folgende Satzung erlassen:[1]

 

§ 1
Geltungsbereich

 

 

(1) Wenn die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber zum ersten Fachsemester, die den betroffenen Studiengang im Hauptantrag genannt haben, mindestens doppelt so hoch ist, wie die Zahl der dort verfügbaren Studienplätze, werden Hochschulauswahlverfahren gemäß § 7 Abs. 4 HVVBbg durchgeführt.

 

(2) Die Teilnehmenden am Auswahlverfahren werden nach der Qualifikation bestimmt. Die Zahl der Teilnehmer beträgt das Dreifache der im Ergebnis des Auswahlverfahrens zu vergebenden Studienplätze.

 

§ 2
 Auswahlkommissionen

 

 

(1) Für jeden der betroffenen Studiengänge wird jeweils ein Prüfungsausschuss eingesetzt, der Auswahlkommissionen bildet oder die Aufgaben einer Auswahlkommission selbst wahrnimmt. Im ersten Fall besteht die Kommission mindestens aus jeweils zwei prüfungsberechtigten Mitgliedern. Davon gehört jeweils mindestens ein Mitglied der Gruppe der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer an. Auf Antrag der Studierenden im Fakultätsrat kann ein studentisches Mitglied mit beratender Funktion teilnehmen.

 

(2) Die Verteilung der Bewerberinnen und Bewerber auf mehrere Auswahlkommissionen für einen Studiengang erfolgt durch Losentscheid durch die/den Prüfungsausschussvorsitzende/n.

§ 3
Auswahlverfahren

(1) Zur Vorbereitung des Auswahlverfahrens erhalten die studiengangführenden Auswahlkommissionen die Listen der teilnahmeberechtigten Bewerberinnen und Bewerber, sowie relevante Bewerbungsunterlagen (tabellarischer Lebenslauf, Zeugnisse etc.) vom Immatrikulationsamt.

 

(2) In dem Auswahlverfahren werden gemäß § 11 Abs. 2 HVVBbg folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung,
  • Einzelnoten in Fächern, die über die Eignung für den beantragten Studiengang besonderen Aufschluss geben können und
  • Berufsausbildung und/oder praktische Tätigkeit, die über die Eignung besonderen Aufschluss geben können.

(3) Der Vorschlag zur Zulassungsentscheidung erfolgt auf der Grundlage der festgestellten Eignung und Motivation für den beantragten Studiengang gemäß der Anlage zu dieser Satzung.

 

(4) Die Auswahl erfolgt nach den in der Anlage aufgeführten studiengangspezifischen Kriterien, die nach einer Skala von 0 bis 15 zu bewerten sind, analog den üblichen Schulnoten:

 

1+

= 15 Punkte

1   

= 14 Punkte

1-

= 13 Punkte

2+

= 12 Punkte

2

= 11 Punkte

2-

= 10 Punkte

3+

=   9 Punkte

3

=   8 Punkte

3-

=   7 Punkte

4+

=   6 Punkte

4

=   5 Punkte

4-

=   4 Punkte

5+

=   3 Punkte

5

=   2 Punkte

5-

=   1 Punkt

6

=   0 Punkte

 

(5) Diese Bewertung wird von allen Mitgliedern der Auswahlkommission für jedes fachspezifische Kriterium vorgenommen und im Wege der arithmetischen Mittelung zu einer Messzahl geformt, die dann die Rangfolge der Bewerbungen bildet. Bei gleicher Messzahl entscheidet die Durchschnittsnote der HZB, nachrangig die Wartezeit und notfalls das Los.

 

(6) In Studiengängen, in denen durch eine Feststellungsprüfung die studiengangbezogene Eignung festgestellt wird, werden die Studienplätze innerhalb der Quote nach § 7 Abs. 4 Buchstabe c HVVBbg allein auf Grund des Ergebnisses der Eignungsfeststellungsprüfung (Rangfolge) vergeben.

§ 4
Auswahlgespräche

(1) Werden Auswahlgespräche durchgeführt, erfolgt die Einladung durch die jeweilige Auswahlkommission mit einer Frist von mindestens 10 Tagen.

 

(2) Die Auswahlkommissionen führen die Auswahlgespräche als nicht öffentliche Einzelgespräche oder Gruppengespräche durch, wobei nicht mehr als 5 Bewerber teilnehmen sollen. Die Gesamtdauer beträgt in der Regel 30 Minuten.

 

(3) Über den Verlauf des Auswahlgespräches wird ein Protokoll angefertigt, das den Ort, den Zeitpunkt und die Dauer des Gesprächs, die Anwesenden, die wesentlichen Gesprächsinhalte und Bewertungspunkte sowie einen Vorschlag zur Zulassungsentscheidung enthält. Das Protokoll ist von allen Mitgliedern der Auswahlkommission zu unterzeichnen.

 

(4) Erscheinen Bewerberinnen oder Bewerber nicht zum Auswahlgespräch oder kann das Auswahlgespräch aus Gründen, die die Bewerber zu vertreten haben, nicht zu Ende geführt werden, besteht kein Anspruch auf einen weiteren Termin.

 

(5) Die teilnehmenden Bewerberinnen und Bewerber haben das Recht, ihrer Auswahlkommission bis zum Beginn der Auswahlgespräche weitere relevante Unterlagen vorzulegen (berufliche Ausbildung, Auslandsaufenthalte, ggf. Begründung der speziellen Motivation etc.).

 

§ 5
Auswahlentscheidung

 

(1) Die Entscheidung über die Auswahl trifft die Präsidentin der Europa-Universität auf der Grundlage des Vorschlags zur Zulassungsentscheidung der jeweiligen Auswahlkommission.

 

(2) Das Ergebnis der Entscheidung wird den Bewerberinnen und Bewerbern schriftlich mitgeteilt. Der Bescheid ist mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

 

§ 6
In-Kraft-Treten

 

Diese Satzung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Europa-Universität in Kraft.

 

Anlage

zu der Satzung zur Durchführung des Hochschulauswahlverfahrens in örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

 

Bei Gewichtung der Einzelfächer werden nur Oberstufenfächer (letzte vier Halbjahre) berücksichtigt.[1] Die Präsidentin hat ihre Genehmigung mit Verfügung vom 30.06.2004  erteilt.

 

Fach/Studiengang

Gewichtung

Berufsausb./

sonstiges

HZB-Note

Einzelfachnoten

Praktische Tätigkeit[2]

 

Rechts-wissenschaften

50%

25%

Mathematik,

Muttersprache,

1. Fremdsprache

25%

Diplomverwaltungswirt,

Diplomfinanzwirt,

Rechtsanwaltsfachang.,

Steuerfachangestellter,

Rechtspfleger,

Bankkaufmann,

Versicherungskaufmann

oder vergl. ausl. Berufe

 

Wirtschafts-wissenschaften

 

 

 

 

ab WS 04/05

35%

35%

Mathematik,

Muttersprache,

1. Fremdsprache

 

30%

kaufm. Ausbildung/  Beruf,

Bankausbildung/Beruf o.

vergl. ausl. Berufe

 

ab WS 05/06

30%

30%

Mathematik,

Muttersprache,

1. Fremdsprache

10%

kaufm. Ausbildung/     Beruf,

Bankausbildung/Beruf o.

vergl. ausl. Berufe

30%

Motivations-schreiben

Kultur-wissenschaften

40%

40%

Muttersprache,

1. Fremdsprache,

bestes Fach aus dem Bereich der philosophisch-historisch-gesellschafts-wissenschaft-lichen Fächer

20%

Berufsausbildung (nicht spezifiziert)

 

 


[1] Die Präsidentin hat ihre Genehmigung mit Verfügung vom 30.06.2004  erteilt.

[2] Im Bedarfsfall werden die Prüfungskommissionen zur Differenzierung weitere Kriterien festlegen (z.B. Berufsausbildung vorhanden/nicht vorhanden, Qualität des Abschlusses bzw. der Berufsausbildung vorhanden/nicht vorhanden, Dauer der Berufstätigkeit)