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Studienordnung für den postgradualen Studiengang "Master of European Studies" vom 20.06.2001

Studienordnung
für den postgradualen Studiengang
"Master of European Studies"

vom 20.06.2001

Gemäß § 74 Absatz 1, Ziffer 1 in Verbindung mit § 9 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg vom 20. Mai 1999 (Brandenburgisches Hochschulgesetz - GVBl. Nr. 8, S. 130 ff.) haben die Fakultätsräte der juristischen, der kulturwissenschaftlichen sowie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) die folgende Studienordnung erlassen:12

§ 1 Anwendungsbereich
§ 2 Studienziele und Fächerkombinationen
§ 3 Sprachkenntnisse
§ 4 Lehrveranstaltungsstunden, Leistungsnachweise und Kreditpunkte
§ 5 Studienplanung
§ 6 Berufsfelder
§ 7 Spezifik des Masterstudiengangs
§ 8 Studienbeginn
§ 9 Inkrafttreten

§ 1
Anwendungsbereich

Diese Studienordnung regelt auf der Grundlage der Prüfungsordnung für den postgradualen Studiengang "Master of European Studies" Ziele, Inhalte und Verlauf des Masterstudiengangs.

§ 2
Studienziele und Fächerkombinationen

(1) Der Studiengang gliedert sich in ein Zentralfach und zwei Module.

(2) Das Zentralfach bezeichnet den Schwerpunkt des Studiums. Innerhalb des Zentralfaches müssen mindestens drei Spezialgebiet gewählt werden.

Zentralfächer sind:

  • Kulturwissenschaften
  • Rechtswissenschaften und
  • Wirtschaftswissenschaften.

Innerhalb des Studiums ist der Wechsel zum Zentralfach "Kulturwissenschaften" jederzeit möglich.

(3) Ein Modul besteht aus zwei Leistungsnachweisen aus zwei verschiedenen Spezialgebieten. Sie müssen dem Lehrangebot der beiden Fakultäten entnommen werden, die nicht für das Zentralfach zuständig sind.

(4) Die Spezialgebiete sind:

A) Juristische Fakultät

  1. Europarecht
  2. Europäischer Menschen- und Minderheitenrechtsschutz
  3. Rechtsvergleichung
  4. Völkerrecht
  5. Internationales Privatrecht
  6. Europäisches Wirtschaftsrecht
  7. Europäische Verfassungs- und Rechtsgeschichte.

B) Kulturwissenschaftliche Fakultät

  1. Europäische Identität
  2. Geschichte der Europäischen Nationen
  3. Europäische Transformation und Integration
  4. Historizität und Medialität
  5. Metropolen und Regionen
  6. Kommunikation und Medien in Europa
  7. Literatur und Kunst in Europa
  8. Ost-West-Vergleiche

C) Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

  1. Europäisches Management und Marketing
  2. Internationales Informationsmanagement
  3. Europäische Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik
  4. Europäische Integration und Globalisierung
  5. Transformation in Mittel- und Osteuropa
  6. Internationale Wirtschaftsbeziehungen
  7. Internationale Steuerlehre

(5) Den Spezialgebieten werden in jedem Semester eine oder mehrere Lehrveranstaltungen zugeordnet. Die Veröffentlichung erfolgt über das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis (KVV). Darin wird die Lehrveranstaltung als "grundständig" oder "fortgeschritten" gekennzeichnet. Interdisziplinäre Lehrveranstaltungen werden ebenfalls im KVV entsprechend gekennzeichnet. Dabei wird die jeweilige Fachzuordnung bekannt gegeben. Bestehen mehrere Möglichkeiten, können Studierende über die Zuordnung selbst entscheiden.

(6) In Abhängigkeit davon, welcher fachlichen Prägung das vorangegangene Studium war, können die Studierenden im Hinblick auf die Erlangung der Zulassungsvoraussetzungen für die Abschlussarbeit Lehrveranstaltungen nach folgenden Maßgaben belegen:

Studierende, die als Zentralfach Rechtswissenschaften wählen, können in diesem Bereich keine Grundlagenveranstaltungen belegen.

Studierende, die als Zentralfach Kulturwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften wählen, können maximal einen Leistungsschein aus einer Grundlagen-Lehrveranstaltung der Juristischen Fakultät erbringen.

Im Übrigen gilt:
In den Wirtschaftswissenschaften werden Veranstaltungen aus dem Grundstudium angeboten. Die Teilnahme ist regelmäßig Voraussetzung für das Verständnis der Fortgeschrittenen-Veranstaltungen und wird daher empfohlen. In diesen Veranstaltungen können keine Leistungsnachweise erworben werden.

In den Kulturwissenschaften werden Veranstaltungen aus dem Grundstudium angeboten. In diesen Veranstaltungen können Leistungsnachweise erworben werden, wenn sie dem Niveau der Fortgeschrittenen Veranstaltung entsprechen. Es bedarf der Zustimmung des Prüfungsausschussvorsitzenden.

§ 3
Sprachkenntnisse

(1) Zum ordnungsgemäßen Studium gehört für alle Studierende die Teilnahme an Sprachkursen im Umfang von 14 LVS.

(2) Deutsche Studierende müssen darüber hinaus in einer Fremdsprache die "Allgemeinsprachliche Prüfung" (Unicert II) ablegen.

§ 4
Lehrveranstaltungsstunden, Leistungsnachweise und Kreditpunkte

(1) Das Master-Studium umfasst mindestens 54 Lehrveranstaltungsstunden. Davon entfallen auf:

das Zentralfach:

24 LVS

das 1. Modul:

8 LVS

das 2. Modul:

8 LVS

Spracherwerb:

14 LVS.

(2) Die Zertifikatsausbildung umfasst mindestens 36 Lehrveranstaltungsstunden. Davon entfallen auf

das Zentralfach:

14 LVS

das 1. Modul:

5 LVS

das 2. Modul:

5LVS

Spracherwerb:

12 LVS.

(3) Leistungsnachweise werden für Veranstaltungen von 2 - 5 LVS vergeben.

(4) Der Studienfortschritt wird in Kreditpunkten gemessen. Für Veranstaltungen, in denen Leistungsnachweise erbracht wurden, werden regelmäßig neun Kreditpunkte vergeben. In Anlehnung an das Europäische System zur Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen ergibt sich die Anrechnung gemäß nachstehender Tabelle.

Semester

LVS

Leistungsnachweise

Kreditpunkte

1. Semester

14

+6 Spracherwerb

aus Zentralfach 2 aus Modulen 1

=insgesamt 3

27

(*)

2. Semester

14

+4 Spracherwerb

aus Zentralfach 2 aus Modulen 2

=insgesamt 4

36

(*)

3. Semester

12

+4 Spracherwerb

aus Zentralfach 2

aus Modulen 1

=insgesamt 3

27

4. Semester

 

Abschlussarbeit

mündliche Prüfung

15

15

=insgesamt 30

Summe

54

10 Leistungsnachweise

(aus Zentralfach 6 aus Modulen 4)

+Abschlussarbeit

+mündliche

Prüfung

120

(*) Studierende, die nur ein oder zwei Semester an der Viadrina studieren, können durch freiwillige Teilnahme an studienbegleitenden Deutschkursen oder an Exkursionen Zusatzpunkte von jeweils 3 Credit Points erwerben.

§ 5
Studienplanung

Um das Studium optimal durchführen zu können, werden folgende Möglichkeiten eingeräumt:

(1) Fach-Studienberatung
Eine Fach-Studienberatung wird durchgängig während der Vorlesungszeit durch den Koordinator des Studienganges angeboten. Insbesondere vor Aufnahme des Studiums wird der Besuch der Fach-Studienberatung dringend empfohlen.

(2) Betreuung durch Mentoren
Jeder Studierende sollte sich spätestens am Ende des ersten Semesters aus dem Kreis der Lehrenden der Fakultäten einen Mentor wählen, der sich zur Betreuung bereiterklärt.

§ 6
Berufsfelder

Die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung des Studienganges soll Studierende auf internationale Arbeitsbereiche vorbereiten in denen sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche und juristische Fähigkeiten gefragt sind. Für die ausländischen Studierenden bieten sich nach ihrer Rückkehr in die Heimatländer hervorragende Perspektiven. Durch den Erwerb von Wissen sowohl auf der wirtschaftlichen als auch der rechtlichen und kulturellen Ebene europäischer Länder und der EU besitzen sie eine Kompetenz, die ihnen den Umgang mit international agierenden Unternehmen und Institutionen ermöglicht und so einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschafft. Deutsche Absolventen erhalten durch dieses Studium die Möglichkeit, ihr disziplinär erworbenes Wissen aus dem Erststudium durch Kenntnisse aus anderen Disziplinen zu erweitern und so Grenzen zu transzendieren. Gerade diese Kompetenz wird von den Unternehmen zunehmend nachgefragt. Des weiteren erlangen sie durch die erworbenen Fremdsprachenkenntnisse in einer Wirtschaftswelt, die durch Globalisierung gekennzeichnet ist, einen Vorteil gegenüber ihren Mitbewerbern auf dem Arbeitsmarkt.

§ 7
Spezifik des Masterstudiengangs

Der Studiengang weist folgende besondere Merkmale auf:

  • einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Vermittlung problemorientierter, interdisziplinärer Lehr- und Forschungsinhalte,
  • die Vermittlung praxisnaher Fertigkeiten durch die Anwendung von vielfältigen Ausbildungsformen,
  • spezifisches Wissen aus den Arbeitsgebieten der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften im kulturellen europäischen und insbesondere osteuropäischen Kontext,
  • spezifisches Wissen aus den Arbeitsgebieten der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften in europäischen Zusammenhängen.

§ 8
Studienbeginn

Das Studium beginnt in der Regel jeweils zum Wintersemester.

§ 9
Inkrafttreten

Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den "Amtlichen Bekanntmachungen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)" in Kraft. Gleichzeitig tritt die "Studienordnung für den Graduiertenstudiengang Master of European Studies (M.E.S.) an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)" vom 2. Juli 1997 außer Kraft.

1Die Präsidentin hat ihre Genehmigung mit Verfügung vom 12.03.2002 erteilt.
2Im folgenden gelten alle Personen- und Funktionsbezeichnungen in dieser Ordnung für Frauen und Männer in gleicher Weise.