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Studienordnung für den postgradualen Studiengang "Schutz europäischer Kulturgüter" am Collegium Polonicum vom 03.02.1999

Aufgrund von § 9 Abs. 2 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg (Brandenburgisches Hochschulgesetz - BbgHG) vom 20. Mai 1999 (GVBl. Nr. 8, S. 130 ff.) hat der Fakultätsrat der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) mit Zustimmung des Senates die folgende Studienordnung erlassen:1

Studienordnung für den postgradualen Master-Studiengang
"Schutz europäischer Kulturgüter"
am Collegium Polonicum

vom 03.02.1999

Inhaltsverzeichnis

I. Allgemeines

§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Spezifik des Studiengangs und Studien- und Berufsziele
§ 3 Zulassung und Anmeldung zum Studium
§ 4 Studienorganisation und -beratung
§ 5 Lehrangebot

II. Struktur und Inhalt des Studienganges

§ 6 Studienumfang und -dauer
§ 7 Praktika

III. Leistungsnachweise und Abschlußprüfung

§ 8 Leistungsnachweise
§ 9 Abschlußprüfung

IV. Weitere Bestimmungen

§ 10 Zum Studium für Personen mit Behinderung
§ 11 Inkrafttreten

Grammatisch maskuline Personenbezeichnungen in dieser Prüfungsordnung sind geschlechtsneutral zu verstehen.

I. Allgemeines

§ 1
Geltungsbereich

Diese Studienordnung regelt auf der Grundlage der Prüfungsordnung Ziele, Inhalte und Verlauf des postgradualen Master-Studiengangs "Schutz europäischer Kulturgüter" am Collegium Polonicum in Slubice. Sie gilt für alle Studenten dieses Studienganges.

§ 2
Spezifik des Studiengangs und Studien- und Berufsziele

(1) Der Studiengang führt zu dem akademischen Grad "Master für Kulturgüterschutz" ("Master of Preservation of Cultural Properties, Monuments and Sites" (M.P.C.P.) der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

(2) Der Studiengang soll die Absolventen befähigen, sich mit den theoretischen Aspekten des Kulturguts bzw. Denkmals und dem Kulturgut bzw. Denkmal als Gegenstand der Forschung wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Dabei sollen die kulturwissenschaftliche Dimension der Begriffe (Theorie und Geschichte der Kulturgüterpflege), ihr juristischer Kontext (Denkmal-, Kulturgüterrecht und Baurecht) sowie die betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekte im Umgang mit Kulturgütern die Studienschwerpunkte bilden. Besonderer Wert wird auf den europäischen Vergleich der behandelten Themen gelegt. Um dieses Studienziel zu erreichen, werden folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • die Vermittlung von Kompetenz im Umgang mit dem gemeinsamen europäischen Kulturerbe, den Bau- und Landschaftsdenkmälern und den Zeugnissen der historischen Sachkultur,
  • die Verdeutlichung unterschiedlicher europäischer Vorstellungen über den Denkmalbegriff, über konservatorische und restauratorische Maßnahmen sowie über das Denkmalrecht und die wirtschaftliche Nutzung von Kulturdenkmälern,
  • die individuelle Heranführung der Studenten an künftige Tätigkeitsfelder im Bereich national und international arbeitender Institutionen zum Schutz von Kulturgütern oder bei regional tätigen Bauverwaltungen, Landschaftsverbänden, Denkmalämtern, Denkmalschutzeinrichtungen, in öffentlicher, kirchlicher oder sonstiger Trägerschaft oder in entsprechenden Bereichen von Medien und Verlagen.
  • die Vermittlung von Wissen über Strukturen und Organisation für den Schutz und die Verwaltung ("Management") von Kulturgütern, insbesondere im Hinblick auf den politischen, ökonomischen und rechtlichen Hintergrund des jeweils zu schützenden Kulturgutes.

§ 3
Zulassung und Anmeldung zum Studium

(1) Die Zulassung zum postgradualen Master-Studiengang "Schutz europäischer Kulturgüter" setzt ein abgeschlossenes Hochschul- oder Fachhochschulstudium voraus. Über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse entscheidet der Prüfungsausschuß.

(2) Vor Beginn des Studiums absolvieren alle Bewerber zur Ermittlung des Vorwissens einen Einstufungstest.

(3) Darüber hinaus ist für die Zulassung die Beherrschung der deutschen und der englischen Sprache in Wort und Schrift nachzuweisen. Grundkenntnisse der polnischen Sprache sind erwünscht. Über die Anerkennung der Nachweise entscheidet der Prüfungsausschuß.

(4) Das Studium kann nur zum Wintersemester aufgenommen werden. Anträge auf Zulassung werden im Immatrikulationsamt entgegengenommen. Die Einschreibung hat im Immatrikulationsamt der EUV zu erfolgen.

§ 4
Studienorganisation und -beratung

(1) Zur Vorbereitung des obligatorischen Einstufungstests werden den Bewerbern vor Aufnahme des Studiums eigens entwickelte und ausgewählte Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt. Sie dienen insbesondere dazu, das unterschiedliche Vorwissen der Bewerber aneinander anzugleichen.

(2) Nach Zulassung zum Studium wird für jeden Bewerber auf der Grundlage der Ergebnisse des Einstufungstests ein individueller Belegplan erstellt. Vor Beginn jedes weiteren Semesters wird eine Studienberatung beim Lehrstuhlinhaber oder dem Koordinator des Studienganges angeboten. Lehrstuhlinhaber und Koordinator bereiten in Absprache mit den Dozenten des Studienganges am Collegium Polonicum und den beteiligten Professoren der EUV den Semesterplan vor und organisieren Praktika und ggf. Exkursionen bei bzw. zu universitären und außeruniversitären Partnern und Institutionen.

(3) In allen Semestern sind grundsätzlich Studienleistungen im Umfang von mindestens je 18 SWS gemäß den Angaben in § 6 zu absolvieren.

(4) Zwischen den Semestern haben die Studenten Zeit für Praktika im Umfang von insgesamt acht Wochen. Diese Leistungen sind entsprechend den Angaben in § 7 zu erbringen.

(5) Wissenschaftlich-fachliche Beratungen sind mit den beteiligten Dozenten individuell zu vereinbaren.

§ 5
Lehrangebot

(1) Das Lehrangebot für diesen Studiengang setzt sich aus Präsenzlehrveranstaltungen am Collegium Polonicum und an den drei Fakultäten der EUV zusammen.

(2) Darüber hinaus wird virtuelle Wissensvermittlung mittels Datenträger und/oder Internetzugang zur Vertiefung der Studieninhalte angeboten.

II. Struktur und Inhalt des Studienganges

§ 6
Studienumfang und -dauer

(1) Die Regelstudienzeit umfaßt 3 Semester, insgesamt mindestens 54 Semesterwochenstunden (SWS).

(2) Der Studiengang ist modular aufgebaut. Im Mittelpunkt des Studienangebotes stehen als Pflichtmodule ausgewiesene Schwerpunkte, die die wesentlichen Inhalte des Kulturgutschutzes und der Kulturgüterverwaltung interdisziplinär beleuchten. Diese Pflichtmodule werden durch einen Katalog von Wahlpflicht- und Wahlmodulen ergänzt. Ferner sind mehrwöchige Praktika in einer Denkmalbehörde, einem Museum, der Kulturverwaltung oder einer ausländischen Partnerinstitution vorgesehen.

(3) Die SWS verteilen sich im 1. und 2. Semester wie folgt auf die verschiedenen Module:

(a) vier Pflichtmodule

  • Geschichte und Theorie der Kulturgüter- und Denkmalpflege,
  • Vergleichendes europäisches Denkmalrecht - Baurecht - Kulturgüterrecht,
  • Projektmanagement - volkswirtschaftl. Aspekte der Kulturgüter- und Denkmalpflege,
  • städtebauliche Denkmalpflege - Kulturlandschaftspflege

(b) drei Wahlpflichtmodule aus dem folgenden Lehrangebot,

  • Aufgaben, Arbeitsfelder und wissenschaftliche Methoden der Denkmalkunde
  • Bauforschung und Befunduntersuchung
  • Restaurierungsmethoden und Materialkunde
  • Bodendenkmalpflege
  • Realienkunde und historische Hilfswissenschaften
  • Museumskunde
  • Management und Recht in der Kulturgutverwaltung
  • Finanzplanung und Marketing
  • Tourismusplanung
  • Neue Medien

Die inhaltliche Ausfüllung der Wahlpflichtmodule und insbesondere die Zurechnung der Lehrveranstaltungen zu den Wahlpflichtmodulen werden durch den Prüfungsausschuß festgelegt.

(c) aus zwei Wahlmodulen, die vom Prüfungsausschuss vor Beginn der Lehrveranstaltungen aus dem korrespondierenden Lehrangebot der drei Fakultäten der EUV und des Collegium Polonicum benannt und als solche bekannt gemacht werden.

(4) Das dritte Semester setzt sich aus der Teilnahme an einer praktischen Projektphase mit begleitendem Kolloquium und dem Besuch von 2 vertiefenden Wahlpflichtmodulen und 2 Wahlmodulen zusammen.

Semester

Semesterwochenstunden

Module

1. Sem.

8
6
4

  • 4 Pflichtmodule
  • 3 Wahlpflichtmodule
  • 2 Wahlmodule

2. Sem.

8
6
4

  • 4 Pflichtmodule
  • 3 Wahlpflichtmodule
  • 2 Wahlmodule

Praktika

 
  • 2 Praktika

3. Sem.

2
8
4
4

  • 1 vertiefendes Kolloquium
  • 1 Projekt
  • 2 Wahlpflichtmodule
  • 2 Wahlmodule

§ 7
Praktika

(1) Im Anschluß an das 1. und 2. Semester sind Praktika im Umfang von insgesamt 8 Wochen zu absolvieren. Bei der Vermittlung von Praktikantenplätzen bei Kooperationspartnern, z. B. am Landesamt für Denkmalpflege Brandenburg oder bei einer vergleichbaren Institution, an ausländischen Universitäten, an Museen oder in national bzw. international tätigen Einrichtungen wird Unterstützung angeboten.

(2) Im Anschluß an die Praktika ist je ein Bericht im Umfang von ca. 5 Seiten anzufertigen.

(3) Über die Anerkennung von Praktikumsleistungen, die nicht bei den Kooperationspartnern absolviert worden sind, entscheidet der Prüfungsausschuß.

III. Leistungsnachweise und Master-Prüfung

§ 8
Leistungsnachweise

(1) Die Leistungsnachweise in den 4 Pflichtmodulen und 3 Wahlpflichtmodulen, die der individuelle Belegplan vorschreibt, umfassen in der Regel die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit im Umfang von ca. 10-15 Seiten und den Vortrag eines Referates.

(2) Die laut Belegplan erforderlichen Leistungsnachweise eines jeden Semesters müssen bis spätestens zum Beginn des jeweils nächsten Semesters erbracht werden; über Ausnahmen von dieser Regel entscheidet der Prüfungsausschuß.

(3) Pro Leistungsnachweis werden 9 Credit Points vergeben; insgesamt sind in dem Master-Studiengang "Schutz europäischer Kulturgüter" 120 Credit Points zu erwerben:

Semester

Semesterwochenstunden

Leistungsnachweise

Credit Points

1. Sem.

18

  • 2 aus Pflichtmodulen
  • 1 aus Wahlpflichtmodulen

27

2. Sem.

18

  • 2 aus Pflichtmodulen
  • 1 aus Wahlpflichtmodulen

27

Praktika

 
  • 2 Praktikumsberichte

18

3. Sem.

18

  • 1 aus Projektphase und vertiefendem Kolloquium
  • 1 aus Wahlpflichtmodulen
  • Abschlußarbeit
  • Mündliche Prüfung

18

 



15
15

Summe

54

 

120

§ 9
Master-Prüfung

Die Meldung zur Master-Prüfung erfolgt gemäß § 7 der Prüfungsordnung. Die Master-Prüfung besteht aus zwei Komponenten:

  1. Einer schriftlichen Abschlußarbeit, deren Umfang in der Regel 40 Seiten nicht übersteigen sollte. Die Themenstellung erfolgt gemäß § 7 Abs. 2 der Prüfungsordnung.
  2. Einer ca. 40minütigen mündlichen Prüfung aus den Bereichen der vier Pflichtmodule.

IV. Weitere Bestimmungen

§ 10
Studium für Personen mit Behinderung

Bei der Gestaltung des Studienablaufs sowie bei der Erbringung von Leistungsnachweisen wird den spezifischen Belangen von Personen mit Behinderung nach Möglichkeit Rechnung getragen.

§ 11
Inkrafttreten

Diese Studienordnung tritt am Tage ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in Kraft.

1Die Präsidentin hat mit Verfügung vom 07.12.1999 ihre Genehmigung erteilt.