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Gleichstellung an der Viadrina

Q

glossar ©Emil Kozole / Tanja Skander

Queer

Im englischsprachigen Raum einst ein Schimpfwort, wurde der Begriff angeeignet und wird heute affirmativ (zustimmend) genutzt. Der Begriff wird als Adjektiv, Substantiv, gelegentlich als Verb verwendet und kann Praxen, Personen, Bewegungen oder Theorien bezeichnen. Queere Menschen, queeres Denken, queeres Handeln fordern die Vorstellung heraus, es gebe (nur) zwei Geschlechter, die als einander entgegensetzt charakterisiert und romantisch / sexuell aufeinander bezogen werden. Eine darüber hinausgehende Begriffsauffassung stellt Normierungen und starre Identitätskategorien grundsätzlich in Frage und bezieht Machtverhältnisse in ihren Gleichzeitigkeiten und Überschneidungen mit ein (z.B. Behinderung, Rassismus, Antisemitismus, Klassismus). Ohne die herrschaftskritische Kritik wird Queer auch als Synonym für schwul-lesbisch oder LSBTI* genutzt.

Quote

Regelung zur Besetzung von Ämtern oder Stellen bzw. zu Verteilung von Ressourcen oder Berechtigungen u.ä. nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel. Ziel von Quoten ist es, bestehende Ungleichverteilungen auszugleichen und Chancengleichheit zu gewährleisten. Sie werden als vorübergehende Maßnahme eingesetzt, solange eine Unterrepräsentation einer bestimmten Gruppe besteht. In der Regel sind Quoten leistungsabhängig, d.h. sie greifen nur bei Personen, die gleichwertig qualifiziert sind. Sie sind damit im Einklang mit der Bestenauslese. Im Brandenburgischen Hochschulgesetz ist etwa geregelt, dass Frauen bei gleichwertiger Eignung solange bevorzugt einzustellen sind, wie sie in den jeweiligen Bereich unterrepräsentiert sind (vgl. Gleichstellung).

Quotierte Redelisten

sollen einerseits dominantes Redeverhalten bestimmter Gruppen und andererseits die Zurückhaltung unterrepräsentierter Gruppen (s. auch strukturelle Unterrepräsentation) balancieren. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Bei einer Geschlechterquotierung werden abwechselnd Frauen und Männer aufgerufen. Hierzu werden zwei separaten Redelisten angelegt. Eine andere Form von Redelisten ist es, Personen, die sich bisher nicht an einer Debatte beteiligt haben gegenüber Personen, die bereits mehrere Redebeiträge hatten, vorzuziehen (Erstredner*innenquotierung). So soll eine ausgewogene Diskussionskultur in Gremien, Gruppendiskussionen oder auch Lehrveranstaltungen erreicht werden.