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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

belarus@viadrina

Geleitwort

20180509_Prof-Dr-Julia-von-Blumenthal_7063 ©Heide Fest Liebe Freundinnen und Freunde der Viadrina,
liebe Gäste und Interessierte,

die Viadrina versteht sich als Universität, die Brücken in Europa baut. Dabei endet Europa nicht an den Grenzen der Europäischen Union; vielmehr blicken wir in Forschung, Lehre und vielen weiteren Aktivitäten bewusst nach Mittel- und Osteuropa. Daher beschäftigt die aktuelle Situation in Belarus Lehrende, Forschende und Studierende der Viadrina gleichermaßen. Solidaritätsbekundungen unterstützen die mutigen Menschen in Belarus, die mit ihren Protesten für politische Freiheiten und Demokratie eintreten. Durch Forschungsvorhaben und Publikationen trägt die Viadrina zur Verbreiterung des Wissens über Belarus bei. Wir möchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Belarus die Gelegenheit geben, an der Viadrina vor Ort zu arbeiten, oder ihr Wissen über Online-Veranstaltungen an unsere Studierenden weiterzugeben.

Darüber hinaus haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um Studierende aus Belarus am Viadrina-College aufzunehmen sowie ein Pilotprojekt zur Erprobung eines Vorbereitungsjahres speziell für ausländische Studieninteressierte aufgelegt, die noch keine hinreichenden Deutschkenntnisse für die Aufnahme eines Studiums in Deutschland vorweisen können.

Ich lade Sie herzlich ein, auf dieser Webseite Näheres über Projekte, Initiativen und Veranstaltungen rund um Belarus an der Viadrina zu erfahren! Mein Dank gilt allen engagierten Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden. Wir hoffen, dass unsere Arbeit hilft, die Aufmerksamkeit für Belarus zu fördern und zu einer Verbesserung der Situation beizutragen.

Ihre

Prof. Dr. Julia von Blumenthal
Präsidentin der Europa-Universität Viadrina

Veranstaltungen von Gastdozentinnen und Gastdozenten aus Belarus

Wintersemester 2021/22

Seminar: Menschenrechte im postsowjetischen Raum
Im Kurs geht es um folgende Aspekte: Philosophie und Konzept der Menschenrechte. Menschenrechte im postsowjetischen Raum: historischer und rechtlicher Kontext. Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung. Meinungs- und Glaubensfreiheit. Das Recht auf Leben. Verbot von Folter, grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung oder Strafe. Das Recht, der Unterdrückung zu widerstehen: Der nationale Kontext. Schutz der Menschenrechte: nationale und supranationale Institutionen. Der aktuelle Stand der Umsetzung und des Schutzes der Menschenrechte im postsowjetischen Raum.

Gastdozentin: Dr. Olga Drobysh
Sprache: Russisch
Zeit und Ort: montags, 18 bis 20 Uhr, online
Zielgruppe: Studierende und Angehörige der Universität

Seminar: Gender in den Medien
Der Kurs ermöglicht es den Studierenden, Kenntnisse über Geschlecht und Geschlechterverhältnisse sowie die Rolle der Massenkommunikation bei der Bildung, Festigung und Transformation von Geschlechterstereotypen zu erwerben. Im Seminar geht es um Repräsentationsmechanismen verschiedener Themen in Journalistik und Werbung. Die Ziele des Kurses sind: 1) den Studierenden grundlegende Informationen zu Genderfragen zu vermitteln; 2) die Mechanismen der Konstruktion von Frauen- und Männerbildern in Medientexten verschiedener Stile und Genres aufzuzeigen; 3) Geschlechtersensibilität zu entwickeln, also die Fähigkeit, jedes Problem aus einer nach Geschlechtern getrennten Perspektive zu sehen; 4) die geschlechtergerechte Kommunikationskompetenz im beruflichen, geschäftlichen und zwischenmenschlichen Umgang zu erlernen.

Gastdozentin: Prof. Iryna Sidorskaya
Sprache: Russisch
Zeit und Ort: montags, 16 bis 18 Uhr, überwiegend online
Zielgruppe: Studierende und Angehörige der Universität

Seminar: Der Zweite Weltkrieg im historischen Gedächtnis von Belarus, der Ukraine und Russland
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist in den post-sowjetischen Staaten und Gesellschaften sehr unterschiedlich. Im heutigen Belarus nutzt das autoritäre Regime die Erinnerung an den Krieg, um politische Gegner zu bekämpfen. In der Ukraine hat sich eine neue Erinnerungsgeschichte des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts herausgebildet. In Russland sind große öffentliche Aktionen wie das "Unsterbliche Regiment" mit der Erinnerung an den - wie es in Russland heißt - Großen Vaterländischen Krieg verbunden. Im Seminar werden folgende Fragen untersucht: Wie hat sich die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Russland, Belarus und der Ukraine im Laufe der Jahrzehnte verändert? Wie nutzen Politiker:innen diese Erinnerung? Welche Problembereiche dieser historischen Erinnerung gibt es und wie wird die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in den Museen und der Populärkultur in den drei Ländern dargestellt?

Gastdozent: Aliaksei Bratachkin
Sprache: Englisch
Zeit und Ort: donnerstags, 11.15 bis 12.45 Uhr in Präsenz
Zielgruppe: Studierende

Seminar: Die Politik der Erinnerung im städtischen Raum
Der städtische Raum ist ein Ort der Auseinandersetzung mit verschiedenen Modellen kollektiver Identität und historischer Erzählungen. Er stellt die öffentliche Repräsentation der Stimmen verschiedener Akteure und Erinnerungsgemeinschaften dar. Im Seminar geht es um städtische Räume des ehemaligen "Osteuropas", in denen eine einzigartige Mischung aus historischen Spuren und politischen Praktiken zu finden ist. Berlin, Warschau, Minsk und Kiew geben Beispiele für die Politik der Erinnerung, wie sie in städtischen Museen, Denkmälern, Beispielen der Architektur und der Bildenden Kunst dargestellt wird.

Gastdozent: Aliaksei Bratachkin
Sprache: Englisch
Zeit und Ort:dienstags, 11.15 bis 12.45 Uhr in Präsenz
Zielgruppe: Studierende

Veranstaltungen an der Viadrina mit Belarus-Bezug

Seminar: Dokumentarisches Erzählen in der (Nach)kriegszeit
Ein besonderes Augenmerk richtet das Seminar auf literarische Strategien des Bezeugens und Dokumentierens in osteuropäischen (Nach)Kriegs-Literaturen (Kriegsbericht, Lagerliteratur, Belagerungsliteratur, Erinnerungsessay) zwischen den 1940er und 1980er Jahren. Gelesen werden Klassiker und unbekanntere Texte der dokumentarischen Literatur. Auch Texte von Svetlana Aleksijevič und Ales' Adamovič stehen auf dem Programm.

Seminarleitung: Dr. Nina Weller
Sprache: Deutsch
Zeit und Ort: Mitwochs 14 bis 16 Uhr, im Januar 14 bis 18 Uhr, in Präsenz, Raum HG 162
Zielgruppe: Studierende und Angehörige der Universität

Weitere Initiativen an der Viadrina mit Belarus-Bezug

Aktionsbündnis Belarus

Das Aktionsbündnis Belarus ist ein offenes Kollektiv, das Kampagnen und Workshops organisiert sowie Aufklärungsarbeit betreibt. Das Bündnis ist im ständigen Austausch mit Studierenden im Exil und in Belarus. Zur Internetseite: https://aktionsbuendnis-belarus.de/

Gründerin: Johanna Hiebl
Sprache: Deutsch und Englisch
Zeit und Ort: Alle zwei Wochen; donnerstags ab 18:30 Uhr – online
Zielgruppe: Öffentlichkeit

Stimmen aus Belarus

 „Stimmen aus Belarus" ist ein Projekt von Übersetzerinnen und Übersetzern, Historikerinnen und Historikern sowie Forschenden aus der Literatur- und Kulturwissenschaft, die seit August 2020 gemeinsam Menschen in der Republik Belarus auf Deutsch eine Stimme geben: Dokumentarische Berichte und Analysen von Forschenden und Kulturschaffenden über die politische und gesellschaftliche Lage in Belarus ebenso wie unmittelbare Erfahrungsberichte über die Proteste und die anhaltenden Repressionen werden einem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht. Das Projekt gehört seither zu den wichtigsten Quellen von tiefergehenden Informationen aus Belarus und hat eine Reihe von Folgeprojekten ausgelöst. Dazu gehört etwa die Publikation „Belarus! Das weibliche Gesicht der Revolution“ (erschienen im November 2020 im Verlag edition.fototapeta), eine Reihe von Veranstaltungen und Medienberichten (u.a. Geschichte der GegenwartWDRBR etc.) sowie projektbezogenen Kooperationen u.a. mit der Heinrich-Böll Stiftung (Zeit für BelarusEinblicke in eine Gesellschaft im UmbruchPodcast/An den Ufern der Freiheit), mit den Plattformen DekoderNovinki, mit Reporter ohne Grenzen, mit dem Literaturischen Coolloquium Berlin (Point of No Return – Stimmen aus BelarusDigital Essay), den Münchner Kammerspielen (BELARUS! Das weibliche Gesicht der Revolution?). Das Projekt ist ein Multiplikator, um die Sichtbarkeit von Belarus in Europa zu stärken.

Gründer:in: Nina Weller, Felix Ackermann
Sprache: Deutsch
Zeit und Ort: Facebook
Zielgruppe: Öffentlichkeit

Vergangene Veranstaltungen

Sommersemester 2021

Seminar: Debatten über die Vergangenheit – Öffentliche Geschichte in Belarus

Die politischen Proteste von 2020 in Belarus haben Streitigkeiten über das Erbe des Stalinismus, die Geschichte des belarussischen Nationalismus und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg sowie das Erbe des neuen Autoritarismus ausgelöst. Dieser Kurs beschäftigt sich mit der Analyse der Erinnerungspolitik im Geschichtsunterricht, in den öffentlichen Räumen und digitalen Projekten sowie mit Aktivitäten verschiedener Organisationen im modernen Belarus.

Seminarleitung: Aliaksei Bratachkin
Sprache: Russisch
Zeit und Ort: donnerstags von 11 Uhr bis 13 Uhr; online via Moodle: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=9487
Zielgruppe: Studierende und Gasthörende

Seminar: Historisierung der 1990er- und 2020er-Jahre: Einführung in die Sozialgeschichte von Belarus

Dieser Kurs zielt darauf ab, verschiedene Aspekte des Lebens im modernen Belarus zu analysieren, die über die Vorstellungen „der letzten Diktatur Europas“ oder „der denationalisierten Nation“ hinausgehen. Im Mittelpunkt dieses Kurses stehen verschiedene soziale Phänomene und Strategien des Alltags und die Sozialgeschichte der post-totalitären und autoritären Gesellschaft, die den Kontext für die politischen Proteste von 2020 schaffen.

Seminarleitung: Aliaksei Bratachkin
Sprache: Englisch
Zeit und Ort: dienstags von 11 Uhr bis 13 Uhr; online via Moodle: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=9304
Zielgruppe: Studierende und Gasthörende

Vortrag im Forschungskolloquium des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien
Zwischen Gesellschaft und Macht: das Institut für Geschichte in Minsk vor dem Hintergrund politischer Proteste in Belarus im Jahr 2020

Im Dezember 2020 wurden 15 Mitarbeitende (rund 20 Prozent des gesamten Forschungsteams) aus dem Institut für Geschichte der Belarussischen Staatlichen Akademie der Wissenschaften entlassen - darunter auch der Dozent. Hintergrund waren die massiven politischen Proteste in Minsk. Über diesen Vorgang und den politischen Kontext berichtet der belarussische Historiker Dr. Vadzim Anipiarkou in einem Vortrag im Forschungskolloquium des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien (ZIP) an der Viadrina.


Seminarleitung: Dr. Vadzim Anipiarkou 
Sprache: Polnisch
Zeit und Ort: 15. Juli 2021 von 11 Uhr bis 13 Uhr (Ort folgt)
Zielgruppe: Öffentlichkeit

Zertifikatskurs: Russische Kultur, Geschichte und Literatur im 19. Jahrhundert

Basierend auf Fachtexten, Videos und Berichten des eingeladenen Historikers lernen die Studierenden Moderation und Präsentation im wissenschaftlichen Kontext – sie erhalten eine Einführung in die Fachsprache und in die russische Geschichte, sie lernen große russische Autorinnen und Autoren und die klassische Literatur kennen und werden mit Kultur und Traditionen der russischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert vertraut gemacht. Anschließend bereiten sie eine Studierendenkonferenz vor.

Seminarleitung: Dr. Vadzim Anipiarkou (in Kooperation mit dem Russisch-Lektorat des Sprachenzentrums)
Sprache: Russisch
Zeit und Ort: dienstags von 13 bis 17 Uhr – online
Zielgruppe: Studierende an der Viadrina

Veranstaltungen an der Viadrina mit Belarus-Bezug

Veranstaltungsreihe: Zeitgenössische Literatur, Kunst und Kultur in Belarus - Künstlerische Positionen zwischen Aufbruch und Rückzug
Die derzeitigen gesellschaftlichen Ereignisse in Belarus waren Anlass zur Initiierung einer außercurricularen Veranstaltungsreihe zu den Hintergründen der unabhängigen belarussischen Kulturszene. Hierfür werden in sechs Sitzungen zeitgenössische belarussische Kunst- und Kulturschaffende digital an der Universität Leipzig zu Gast sein, um mit Studierenden am Institut für Slavistik und der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina u.a. über Merkmale von unabhängigem Kunstschaffen und die gesellschaftliche Stellung von Kulturschaffenden in einem restriktiven politischen Umfeld zu diskutieren.
Mehr Details im Veranstaltungsflyer: Einladung (PDF)

Organisation: Dr. Nadine Menzel (Universität Leipzig), Dr. Nina Weller (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder), Dr. Philipp C. Schmädeke (Hochschule Kufstein)
Sprache: Deutsch
Zeit und Ort: Details im Flyer
Zielgruppe: Studierende und Interessierte (max. 40 Teilnehmende)

Aus der Veranstaltung bislang hervorgegangene Publikationen

> Der Text "KULTUR IN BELARUS. Zurück am Nullpunkt“ von Peggy Lohse (Masterstudentin der Viadrina), veröffentlicht (zweisprachig: deutsch, slowakisch) in der Zf. des Goetheinstituts JÀDU: https://www.goethe.de/prj/jad/de/kul/22315285.html

> Der Podcast "Unabhängige Kunst in Belarus | Böll.Fokus“, den die Heinrich-Böll-Stiftung als Mit-Förderer der Reihe produziert hat: https://www.boell.de/de/media/soundcloud/unabhaengige-kunst-belarus-boellfokus

 

Programm Ukraine Calling: Cross-Sectoral Capacity Building und die Minsk Urban Platform als Kooperationspartner

Im Rahmen von Ukraine Calling ist die Minsk Urban Platform als Kooperationspartner an Bord, wodurch ab 2021 dezidiert auch belarusische Organisationen gefördert werden. In diesem Jahr sind sechs belarusische Organisationen aus den Bereichen Kultur, aktive Bürgergesellschaft und Stadtentwicklung Teil des Capacity Buildings.
Ziel von Ukraine Calling ist es, die Teilnehmenden bei der Entwicklung und Umsetzung konkreter Projektideen gemeinsam mit internationalen Partnerinnen  und Partnern zu unterstützen. Das vielfältige Programm an Workshops und Seminaren wird den Teilnehmenden Kompetenzen in den Bereichen Projektentwicklung und Fundraising vermitteln.

 Mehr Informationen: https://ukrainecalling.eu/

Verantwortung:
Stefan Henkel, Johanna Hiebl
Sprache:
Englisch
Zeit:
ab 27. April 2021