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Gleichstellung an der Viadrina

FrauenOrt an der Viadrina

Justina_Siegmundin_source_photo book_author_Rodak ©photo book / Rodak

© Rodak / photo book

Justine Siegemundin (1636-1705) 

war Hebamme und ab 1688 unter Kurfürst Friedrich Wilhelm ‚Chur-Brandenburgische Hof-Wehemutter’. Durch eigene Erfahrungen mit einer Scheinschwangerschaft geprägt und ohne jemals selbst ein Kind zu Welt gebracht zu haben, verfasste sie ein umfangreiches Hebammenlehrwerk, welches sie 1689 der damaligen medizinischen Fakultät der Viadrina zum Testat vorlegte.

Justine Siegemundin ist eine der wenige Frauen in der frühen Geschichte der Viadrina, da Wissenschaft und Medizin männliche Domänen
waren. Als geschickte und erfahrene Hebamme weiß sie sich auch gegen Neider zur Wehr zu setzen, und ihr Buch bleibt für lange Zeit ein Standardwerk der Hebammenkunst.

Bibliographische Hinweise mit Quellenangaben zu Justine Siegemundin, zusammengestellt von Mitarbeiter_innen der Universitätsbibliothek Frankfurt (Oder).

Enthüllung und Begleitausstellung

Die Europa-Universität Viadrina enthüllte am 12. Juni 2014 einen Frauenort für die bedeutende Hebamme Justine Siegemundin.

In der Person von Justine Siegemund vereinigen sich viele hochaktuelle Aspekte:

persönliche Erfahrung, wissenschaftliche Leistung, Selbständigkeit, Mobilität - all das sind

Werte, die wir an der Universität auch heutzutage allen Geschlechtern vermitteln wollen.

Und der 'Gedoppelte Handgriff für schwierige Geburten' könnte als geflügeltes Wort auch in

einem allgemeineren Sinne im akademischen Bereich fungieren: als Metapher für die

Bewältigung eines schweren Anfangs, großer Probleme, komplizierter Fragen sowie von

Querlagen jeder Art.


Vollständige Würdigung von Justine Siegemundin anlässlich der Enthüllung der Gedanktafel -
Prof. Dr. Bożena Chołuj, Professur für Deutsch-Polnische Kultur- und Literaturbeziehungen und Gender Studies [schriftliche Fassung der Anrede am 12. Juni 2014, ↑.pdf]

 2014_06_12_Einweihung_Frauenorte-Ehrenhof_MG_3098 ©Heide Fest

2014_06_12_Einweihung_Frauenorte-Ehrenhof_MG_3103 ©Heide Fest 

In der Begleitausstellung „Justine Siegemundin. Chur Brandenburgische Hof-Wehe-Mutter. Leben und Werk.“ sind vom 12.6.- 31.10.2014 im Eingangsbereich der Universitätsbibliothek ein Nachdruck und Ausschnitte des ersten deutschen Lehrbuchs für Hebammen zu besichtigen.


Über 40 „FrauenOrte“ gibt es bereits in Brandenburg. In Frankfurt (Oder) befindet sich ein weiterer FrauenOrt für Ulrike von Kleist am Kleist-Museum. (weiter lesen)


logofogr ©FrauenOrte im Land Brandenburg /Frauenpolitischer Rat Brandenburg

Das Projekt Frauenorte im Land Brandenburg wird koordiniert vom Frauenpolitischen Rat Brandenburg und gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg. Das Projekt verfolgt das Ziel, Spuren von Frauen in der Geschichte des Landes Brandenburg sichtbar zu machen und aufzuzeigen, in welch vielfältiger Weise Frauen die Gesellschaft mitgestaltet haben.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Projektes: www.frauenorte-brandenburg.de