Symposium Bartoszewski Promemoria
Symposium Bartoszewski Promemoria

Wie gelingt Verständigung in Europa? Das jährliche Symposium bringt Perspektiven aus Wissenschaft, Diplomatie und Kultur zusammen, um den deutsch-polnischen Dialog zu stärken und gemeinsame Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu suchen.
Allgemeine Beschreibung
Seit 2021 veranstaltet die Karl Dedecius Stiftung gemeinsam mit ihren Partnern das deutsch-polnische, interdisziplinäre Symposium Bartoszewski Promemoria. Die Veranstaltungsreihe schafft einen Raum für den Austausch zwischen Expert*innen aus Deutschland und Polen und greift jedes Jahr ein gesellschaftlich relevantes Thema auf. Bisher standen unter anderem "Sprache des Nachbarn", "Europa als gemeinsame Perspektive", "Moderne Formen der Solidarität", "Friedenskommunikation" und "Kulturen der Demokratie" im Mittelpunkt.
Symposium Bartoszewski Promemoria 6: Deutsch-polnische Nachbarschaft – Bewährungsproben in Zeiten der Weltkrisen
6. Symposium Bartoszewski Promemoria "Deutschpolnische Nachbarschaft – Bewährungsproben in Zeiten der Weltkrisen"
5. November 2026
14-20 Uhr Logenhaus, Logensaal
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
mit Livestream
Wie können Deutschland und Polen den aktuellen globalen Herausforderungen gemeinsam begegnen? Welche Rolle spielen Zivilgesellschaft, Demokratie und Erinnerungskultur für die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen?
Diesen Fragen widmet sich das 6. Bartoszewski Promemoria, das am 5. November 2026 Wissenschaftlerinnen, Diplomatinnen und Diplomaten sowie weitere Expertinnen aus Deutschland und Polen zusammenbringt. Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Bewährungsproben der deutsch-polnischen Nachbarschaft vor dem Hintergrund internationaler Krisen und geopolitischer Veränderungen.
Den Eröffnungsvortrag hält der polnische Botschafter Jan Tombiński, der 35 Jahre nach der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags dessen Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft der bilateralen Beziehungen beleuchtet. In drei thematischen Panels werden anschließend die Rolle der Zivilgesellschaft, die Resilienz des demokratischen Rechtsstaats sowie das Potenzial der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Bereich der Erinnerungskultur diskutiert.
Im Anschluss an das Symposium haben Studierende die Möglichkeit, die Themen der Veranstaltung in einem deutsch-polnischen Workshop gemeinsam mit Expert*innen zu vertiefen. Begleitend wird eine Ausstellung über Władysław Bartoszewski und seinen Beitrag zur Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen präsentiert.
Wissenschaftlicher Beirat
Wissenschaftlicher Beirat
Prof. Dr. Gangolf Hübinger, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Prof. Dr. Natalia Kohtamäki, Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau
Prof. Dr. Irena Lipowicz, Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau
Superintendent Frank Schürer-Behrmann, Oekumenisches Europa-Zentrum Frankfurt (Oder) e.V.
Dr. Ziemowit Cieślik, Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau
Dr. Ilona Czechowska, Karl Dedecius Stiftung an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Dr. Małgorzata Preisner-Stokłosa, Pan-Tadeusz-Museum an der Ossoliński-Nationalbibliothek
Dr. Małgorzata Szajbel-Keck, Karl Dedecius Stiftung und Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Dr. Justus Werdin, Pfarrer i.R.
Logos
Kooperationspartner

Förderung

Zurückliegende Symposien
13. November 2025
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) mit Livestream
Videoaufnahme des Symposiums ist in zwei Sprachen online verfügbar:
Deutsch
Polnisch
Nach dem Einführungsvortrag „Religionsgemeinschaften in Europa – Stützen oder Gefährdung der demokratischen Kultur?“ diskutierten Referent*innen aus Deutschland und Polen in drei thematischen Panels über kulturelle Grundlagen demokratischer Gesellschaften. Im Mittelpunkt standen Fragen der Rechts- und Wissenskultur sowie die Rolle von Kultur und Literatur für die Bewahrung von Gedankenfreiheit – auch unter schwierigen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen. Den Abschluss des Symposiums bildete eine bürgerliche Perspektive auf die behandelten Themen. Die anschließenden Diskussionen mit dem Publikum boten Raum für einen lebendigen deutsch-polnischen Austausch.
Studierende beim Symposium
Am 14. November 2025 fand im Anschluss an das Symposium ein deutsch-polnischer Workshop für 25 Studierende der Europa-Universität Viadrina und der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität Warschau statt. Bereits im Vorfeld hatten sich die Teilnehmenden gemeinsam auf das Thema „Kulturen der Demokratie“ vorbereitet und nahmen anschließend am Symposium teil. Unter der Leitung von Dr. Ziemowit Cieślik und Prof. Dr. Stefan Haack vertieften sie die dort behandelten Fragestellungen in gemeinsamen Diskussionen. Ein besonderer Programmpunkt war das Gespräch mit Prof. Dr. habil. Monika Namysłowska, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Łódź, die mit den Studierenden über die Bedeutung demokratischer Kultur und den deutsch-polnischen Dialog diskutierte. Der Workshop bot Raum für fachlichen Austausch, interkulturelle Begegnungen und die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten.
Impressionen
14.11.2024
Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und Livestram
Videoaufnahme des Symposiums ist in zwei Sprachen online verfügbar:
Deutsch
Polnisch
Bereits zum vierten Mal fand das Bartoszewski Promemoria Symposium an der Viadrina statt. Nachdem 2023 moderne Formen der Solidarität in aktuellen Krisen diskutiert wurden, widmete sich das diesjährige Symposium der Friedenskommunikation und der Schlichtung von Konflikten und Krisensituationen mit den Mitteln der Diplomatie. Mit dem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Grażyna Szpor erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Eindruck von den Gefahren für den Frieden durch Falsch- und Desinformation mit Hilfe von KI (Die Folien des Vortrags in polnischer Sprache sind online verfügbar.). In der anschließenden Diskussion zwischen deutschen und polnischen Expertinnen und Experten wurden Friedenskommunikation und ihre Störfaktoren erörtert. Dabei ging es zunächst um den Gebrauch von Sprache und die Bedeutung interkultureller Kompetenzen. Die Rolle von Kritik, Ironie und Hassrede wurde erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf verschiedenen Methoden der Mediation zur Konfliktlösung im nationalen und internationalen Kontext. Dabei wurde das Verständnis für Informationsaustausch und multilateralen Dialog betont. Abschließend wurde das Weimarer Dreieck zur Neupositionierung Europas als "Friedensprojekt" thematisiert. Den Abschluss bildete eine zivilgesellschaftlich/kirchliche Perspektive.
Das Symposium fand in Kooperation mit Kardynał Stefan Wyszyński Universität (Wydział Prawa i Administracji), dem Oekumenischen Europa-Centrum, Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies, dem Viadrina Center B/Orders in Motion sowie dem Pan-Tadeusz-Museum Ossoliński-Nationalbibliothek statt.
Förderer: Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und Sanddorf-Stiftung
Ausstellung
Begleitend zum Symposium gab es im Hauptgebäude der Viadrina die Ausstellung "Władysław Bartoszewski in Karikaturen und Bonmots".
Studierende beim Symposium
Dieses Jahr haben auch Studierende der Universität Viadrina, der Universität Wrocław und der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau werden am Symposium aktiv teilgenommen. Vor dem Symposium haben sie sich in Seminaren vorbereitet und am 14.11. kamen zusammen. Am 15.11., direkt im Anschluss an das Symposium, haben sie an einem Workshop teilgenommen, in dem sie die Möglichkeit hatten, sich in der deutsch-polnischen Gruppe mit den Inhalten des Symposiums auseinanderzusetzen.
Der Workshop bestand aus zwei Teilen - im ersten diskutierte die Diplomatin Elżbieta Sobótka, ehemalige Generalkonsulin der Republik Polen in Deutschland, über die Rolle der Diplomatie bei der Friedensschaffung und -erhaltung. Im zweiten Teil, der von Prof. Natalia Kohtamäki geleitet wurde, stand die Mediation im Vordergrund.
16.10.2023
Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und Livestram
Videoaufnahme des Symposiums ist in zwei Sprachen online verfügbar:
Deutsch
Polnisch
Moderne Solidaritätsformen in aktuellen Krisen (u.a. Ukraine) wurden thematisiert. Der Fokus lag dabei auf den unterschiedlichen Formen der Solidarität mit den Opfern von Krisen, Gewalt und Krieg. Mit dem Einführungsvortrag von Frau Prof. R. Leiserowitz bekamen die Teilnehmer:innen einen Eindruck von der Stärke zivilgesellschaftlicher Kräfte zur Verbesserung krisenhafter Situationen und herausfordernder gesellschaftlicher Verhältnisse in Geschichte und Gegenwart in und zwischen Polen, Deutschland und Ukraine.
In den anschließenden Panels wurden Formen der Solidarität auf drei Ebenen diskutiert: 1. auf zivilgesellschaftlicher und NGO-Ebene, 2. auf staatlicher Ebene (z.B. Zugang zu Sozialleistungen) und 3. auf internationaler / europäischer Ebene (z.B. Waffenlieferungen). Abschließend wurden Zukunftsperspektiven unter Berücksichtigung technologischer Entwicklungen dargestellt. Namhafte Referent:innen aus Deutschland, Polen und Ukraine diskussierten und auch das Publikum vor Ort kam zu Wort.
Das Symposium fand in Kooperation mit Kardynał Stefan Wyszyński Universität (Wydział Prawa i Administracji), dem Oekumenischen Europa-Centrum, Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies, dem Viadrina Center B/Orders in Motion sowie dem Pan-Tadeusz-Museum Ossoliński-Nationalbibliothek statt.
Förderer: Stiftung für Deutch-Polnische Zusammenarbeit und Sanddorf-Stiftung.
14.11.2022
Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und Livestram
Videoaufnahme des Symposiums ist in zwei Sprachen online verfügbar:
Deutsch
Polnisch
"Kein Frieden ohne Freiheit" war das Motto von W. Bartoszewski, der 1986 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekam. Er verstand Europa als "Werte-, Interessen- und Sicherheitsgemeinschaft".
Nach der demokratischen Transformation von 1989 schien der Frieden in Europa auf Dauer gesichert. Die gemeinsamen Werte, Interessen und Sicherheitsbedürfnisse waren stabil - darauf sollte Europas Zukunft basieren. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine wurde alles auf einmal verändert, in allen Lebensbereichen. Die reale Bedrohung Polens, Deutschlands wie überhaupt aller europäischen Staaten eröffnet einen neuen Raum für eine deutsch-polnische Debatte. Die Hilfe für die Ukraine verbindet beide Länder, die aus ihren unterschiedlichen Erfahrungen im Umgang mit humanitären und Migrationsproblemen schöpfen können. Deutschland hat mehr Erfahrung in der Flüchtlingshilfe, während Polen eine Reihe innovativer Formen der Hilfe entwickelte.
In drei Panels (Programm) diskutierten die namhaften Wissenschaftlern aus Deutschland, Polen die drei Dimensionen eines demokratischen Europas nach W. Bartoszewski und ihre Bedeutung für die deutsch-polnischen Beziehungen (Bildergalerie). Den Einführungsvortrag hielt der polnische Botschafter a.D. Marek Prawda. Mehr über die Veranstaltung kann Mann in Beitrag Gemeinsame Narrative als Schutz vor politischen Pyromanen – Diplomat Marek Prawda eröffnet Symposium „Bartoszewski Promemoria 2“ lesen.
Das Symposium fand in Kooperation mit Kardynał Stefan Wyszyński Universität (Wydział Prawa i Administracji), dem Oekumenischen Europa-Centrum, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien sowie dem Viadrina Center B/Orders in Motion statt.
Förderer: Stiftung für Deutch-Polnische Zusammenarbeit.
„Ich suche den lehrer und meister […]/ er soll mir noch einmal / begriffe und dinge nennen“
T. Różewicz
4.11.2021
Online
Hier finden Sie alle Audioaufnahmen des Symposiums
In dem Karl Dedecius Jahr fand das 2. deutsch-polnische Symposium Bartoszewski Promemoria unter dem Titel Die Sprache des Nachbarn statt. Ein besonderes Augenmerk wurde auf den Sprachgebrauch in den Bereichen Recht, Sprache und Kirchen, Kultur (v.a. Literaturübersetzung) sowie auf die Schwierigkeiten beim Austausch zu diesen Themen im deutsch-polnischen Raum gelegt.
Namhafte Experten, Vertreter der jeweiligen Fachgebiete aus beiden Ländern, darunter Prof. Andrzej Wróbel – polnischer Rechtswissenschaftler, ehem. Verfassungsrichter sowie Richter des Obersten Gerichts in Polen, Theresa Rinecker – die Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, sowie die Karl Dedecius Preisträgerin Renate Schmidgall mit ihrer polnischen Kollegin Sława Lisiecka diskutierten über Kommunikationsherausforderungen über die Grenze hinaus.
Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Irena Lipowicz, ehemalige Beauftragte der polnischen Regierung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und Botschafterin der Republik Polen in Wien a.D.
Förderer: Stiftung für Deutch-Polnische Zusammenarbeit.
Projektpartner: Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Uniwersytet Kardynała Stefana Wyszyńskiego in Warschau, Oekumenisches Europa-Centrum Frankfurt (Oder) e.V., Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien, Viadrina Center B/Orders in Motion, Arbeiten und Leben