Internationale Wissenschaftliche Konferenz: „35 Jahre des Verbandes Polnischer Germanisten, 35 Jahre des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen
bis
Universität Wrocław
Art: Konferenz / Tagung
Veranstaltungssprache(n): Deutsch
Dieses Jahr feiert der Verband Polnischer Germanisten sein 35-jähriges Jubiläum. Die im Jahr 1990 ergriffene Initiative zur Gründung des Verbandes geht auf Prof. Dr. h.c. Franciszek Grucza zurück, dem es gelang, zahlreiche namhafte Germanisten polnischer Universitäten für dieses Projekt zu gewinnen. Der Verband wurde am 19. April 1991 beim Woiwodschaftsgericht in Warschau registriert. Im Vorstand waren Vertreter aller bedeutenden germanistischen Universitätsstandorte Polens vertreten, darunter die Adam-Mickiewicz-Universität in Posen, die Jagiellonen-Universität Krakau, die Maria-Curie-Skłodowska-Universität in Lublin, die Universität Danzig, die Universität Łódź, die Pädagogische Hochschule Rzeszów (seit 2001 Universität Rzeszów), die Universität Warschau, die Universität Wrocław sowie die Schlesische Universität in Katowice.
In seiner inzwischen 35-jährigen, von vielfältigen Initiativen geprägten Geschichte blieb der Verband ein wichtiges Forum für die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen der germanistischen Forschung und Lehre. Damit fungierte er auch als eine übergreifende Integrations- und Förderungsinstanz für die polnischen Germanisten. Der Verband schuf somit Raum für die fortlaufende Reflexion über die Ziele und Aufgaben der polnischen Germanistik sowie über ihre Rolle im nationalen und internationalen wissenschaftlichen Diskurs, in der polnischen Gesellschaft und im deutsch-polnischen Dialog.
Ein anderes ebenso 35-järiges Jubiläum wird dieses Jahr ebenfalls gefeiert und bezieht sich auf einen nicht nur für die polnischen Germanisten bedeutsamen Vertrag. Er wurde am 17. Juni 1991 unterzeichnet und betraf gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen. Bis heute bildet er eine der wichtigsten Grundlagen der deutsch-polnischen Beziehungen. Der Vertrag hat auch die deutsch-polnischen Beziehungen im Bereich der Germanistik und Wissenschaft entscheidend geprägt. Er förderte die akademische Zusammenarbeit, stärkte die Germanistik in Polen und trug wesentlich zur gegenseitigen Verständigung und europäischen Integration bei. Die wissenschaftlichen Kontakte zwischen beiden Ländern gelten heute als ein bedeutendes Beispiel erfolgreicher grenzüberschreitender Kooperation. Die Verwirklichung der im Vertrag formulierten Ideen wäre ohne das Engagement und die konkreten Aktivitäten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie ohne die fachübergreifenden Initiativen der Gemeinschaft der Germanisten nicht möglich gewesen.
Eine bedeutende Rolle im Prozess der Neuausrichtung der polnischen Germanistik – im Spannungsfeld zwischen neu gewonnener Freiheit und erweiterten Handlungsmöglichkeiten einerseits sowie neuen Verpflichtungen und Herausforderungen andererseits – spielte also der Verband Polnischer Germanisten. Ebenso trug er wesentlich zur Konsolidierung der Germanisten verschiedener Universitäten und akademischer Zentren in Polen bei sowie öffnete für die polnischen Germanisten neue Wege auch zur Zusammenarbeit mit den Vertretern sowohl der deutschen als auch der internationalen Germanistik. Damit leistet der Verband seit 35 Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Förderung der deutsch-polnischen Verständigung in ihren vielfältigen Dimensionen.
Die geplante Konferenz verfolgt das Ziel, einerseits eine Bilanz der 35-jährigen Entwicklung der germanistischen Forschung und Lehre in Polen zu ziehen und andererseits den gegenwärtigen Stand sowie die Zukunftsaussichten der polnischen Germanistik zu diskutieren.
Die zur Diskussion vorgeschlagenen Fragestellungen gliedern sich in folgendeThemenbereiche:
- germanistische Literatur- und Sprachwissenschaft: Rückblick, aktuelle Forschungstendenzen und zukünftige Herausforderungen;
- germanistische Forschung und Lehre an polnischen Universitäten: gegenwärtige Bildungsformate und Entwicklungsperspektiven;
- Didaktik der deutschen Sprache und Literatur im schulischen und akademischen Kontext;
- Präsenz und Bedeutung der deutschen Sprache, Literatur und Kultur in der polnischen Gesellschaft;
- die polnische Germanistik in Forschung und Lehre im Dienste der deutsch-polnischen Verständigung.
Unter der Schirmherrschaft des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Martin Kremer
Veranstalter: Verband Polnischer Germanisten und Institut für Germanistik der Universität Wrocław, u.a. in Kooperation mit der Karl Dedecius Stiftung an der Europa-Universität Viadrina
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