Negativer Humanismus: Jüdische Kontinuitäten des Menschseins im Zivilisationsbruch

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Freie Universität Berlin, Fabeckstr. 23-25 (Holzlaube), Raum 0.2051, 14195 Berlin

Art:  Vortrag

Öffentlicher Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums des Promotionskollegs „Gebrochene Traditionen? Jüdische Literatur, Philosophie und Musik im NS-Deutschland“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Referent*innen: Prof. Dr. Asher D. Biemann (Charlottesville, VA)
Veranstaltungssprache(n):  Deutsch

Theodor W. Adorno sprach 1945 von einem „objektive[n] Ende der Humanität“; Margarete Susman vom „Zusammenbruch alles Menschlichen und Menschheitlichen in der abendländischen Welt“; Martin Buber von einer „ausdrücklich menschheitslosen Zeit.“ Die Epochenscheide der „Stunde Null“ wurde nicht nur als Zivilisationsbruch wahrgenommen, sondern auch als das Ende der Menschheit: „Nach dem Tode Gottes verkündet man jetzt den Tod des Menschen“, schrieb Jean-Paul Sartre im Oktober 1945.

Zugleich aber wurde der fraglich gewordene Begriff der Menschheit zu einer philosophischen Aufgabe, welche nicht nur an die europäische Aufklärung, sondern auch an die moderne Auslegung jüdischer Quellen anknüpfen konnte. So stellte 1945 nicht nur einen unwiderruflichen Bruch, sondern auch eine bewusste Kontinuität dar, die besonders das deutschsprachige Judentum kritisch mit dem Erbe der Aufklärung verband. Der Vortrag entwirft ein synthetisches Bild, welches auf einen negativen Humanismus, oder wie es bei Hannah Arendt heißt, eine „negative Solidarität“, hindeutet.

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Veranstalter: Prof. Dr. Kerstin Schoor (Europa-Universität Viadrina), Prof. Dr. Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt/Main), Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar)
Kontakt: mkrueger@europa-uni.de


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