Wiedererfindung der jüdischen Tradition in der spätsowjetischen Exodus-Literatur

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Freie Universität Berlin, Fabeckstr. 23-25 (Holzlaube), Raum 0.2051, 14195 Berlin

Art:  Vortrag

Öffentlicher Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums des Promotionskollegs „Gebrochene Traditionen? Jüdische Literatur, Philosophie und Musik im NS-Deutschland“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Referent*innen: Prof. Dr. Klavdia Smola (Dresden)
Veranstaltungssprache(n):  Deutsch

Wie wurde die jüdische Tradition in der russischsprachigen Literatur nach einer langen Phase der Assimilation, Shoah und Jahrzehnten des Kommunismus neu erfunden? Der Prozess dieser Neuerfindung begann in der Gegenkultur jüdischer Dissident:innen inmitten des spätsowjetischen
Undergrounds der 1960er- und 1970er-Jahre. Von da an wandten sich Literaten den Traditionen jüdischen Schreibens zu – vom biblischen Judentum bis zu den frühen sowjetischen (anti-)zionistischen Romanen. Dabei entdeckten Schriftsteller*innen in den Milieus der otkazniki unter anderem solche Gattungen wie die Satire der Haskala, den chassidischen Midrasch und jiddische Reiseberichte für sich.

In ihrem Vortrag stellt Prof. Klavdia Smola die zentralen Themen ihres Buches „Wiedererfindung der Tradition. Russisch-jüdische Literatur der Gegenwart“ (2019) vor. Sie zeigt, wie die literarische Rückkehr spätsowjetischer Jüdinnen und Juden zu ihren Wurzeln im Laufe des Kampfes um Alija (Repatriierung in Israel) eine Alternative zum sozialistisch-realistischen Kanon darstellte und eine besondere Art von Multikulturalität entwickelte.

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Veranstalter: Prof. Dr. Kerstin Schoor (Europa-Universität Viadrina), Prof. Dr. Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt/Main), Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar)
Kontakt: mkrueger@europa-uni.de


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