Internationale Interdisziplinäre Wissenschaftliche Konferenz "Begegnungsraum: Übersetzung – Rezeption – Transfer. Das Werk von Karl Dedecius zum 10. Todestag"
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Beschreibung
Termin: 8.–10. Oktober 2026
Ort: Jan-Długosz-Universität in Częstochowa (Polen)
Konferenzsprachen: Deutsch und Polnisch
Konferenzgebühr: Die Tagungsgebühr beträgt für Teilnehmende aus Polen 250 PLN, für Gäste aus dem Ausland 65 Euro und umfasst Kaffeebuffet, einschließlich eines feierlichen Abendessens am 9. Oktober 2026, sowie die Publikation der Beiträge (nach positiver Begutachtung).
*Die Organisator*innen bemühen sich um die Einwerbung von Drittmitteln zur Finanzierung des Projekts. Im Falle einer Bewilligung kann sich die Teilnahmegebühr entsprechend reduzieren.
„Versöhnung“, „gute Nachbarschaft“, „friedliches Zusammenleben“, „Austausch von Erfahrungen“ – dies sind Schlagworte, mit denen in den vergangenen Jahrzehnten die deutsch-polnischen Beziehungen beschrieben wurden, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum, auf der Ebene staatlicher und kommunaler Politik wie auch im alltäglichen Mediengeschehen.
Das Fundament guter Beziehungen bildet – jenseits von staatlicher Politik und wirtschaftlichen Interessen – eine inspirierende kulturelle Zusammenarbeit, getragen von Menschen, die von ihrem Sinn überzeugt sind und sich aktiv für ihre Umsetzung engagieren. Eine Persönlichkeit, die sich auf diesem Feld in besonderer Weise verdient gemacht hat, ist Karl Dedecius – unbestritten einer der bedeutendsten Übersetzer polnischer Literatur ins Deutsche und zugleich ihr Promotor und engagierter Vermittler. Die wissenschaftliche und kulturelle Öffentlichkeit hat seine Person und sein Werk vielfach gewürdigt: durch die Gründung der Karl Dedecius Stiftung an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie des Karl Dedecius Archivs am Collegium Polonicum, durch die Stiftung des Karl-Dedecius-Preises, durch die Wahl Dedecius’ zum Namenspatron einer Schule in Łódź sowie durch zahlreiche Forschungsprojekte und Konferenzen, die seinem Werk gewidmet waren.
Das umfangreichste dieser Vorhaben stellten die unter anderem von der Universität Łódź und der Karl Dedecius Stiftung organisierten Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Übersetzers dar. An diese Form der Würdigung des Übersetzers, Essayisten und Übersetzungstheoretikers sowie engagierten Verfechters der deutsch-polnischen Verständigung möchten wir anknüpfen, indem wir zehn Jahre nach seinem Tod im Jahr 2016 eine wissenschaftliche Konferenz ausrichten.
Als Gegenstand gemeinsamer Reflexion schlagen wir das Werk Karl Dedecius’ als literarischer Übersetzer, Autor, Theoretiker und Kritiker vor. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu systematisieren und den Einfluss zu bestimmen, den seine Leistungen auf verschiedene wissenschaftliche Disziplinen ausgeübt haben. Parallel dazu richten wir den Blick auf Prozesse des kulturellen Transfers sowie auf die Förderung der polnischen Kultur in Deutschland und der deutschen Kultur in Polen.
Die zur Diskussion vorgeschlagenen Fragestellungen gliedern sich in drei Themenbereiche:
I. Karl Dedecius’ Verdienste um den Aufbau einer kulturellen Gemeinschaft zwischen Deutschland und Polen:
- die Aktualität der Botschaft Karl Dedecius’ und die Bedeutung seines Werkes für die Gegenwart anlässlich des 10. Jahrestags seines Todes;
- Reflexionen über Karl Dedecius’ Wirken als Mäzen der polnischen Kultur in Deutschland und als Vermittler der deutschen Kultur in Polen, über die Rolle von Literatur und Sprache als Instrumente des interkulturellen Brückenbaus sowie über die Bedeutung dieses Erbes im heutigen generationenübergreifenden Diskurs;
- die Bedeutung von Karl Dedecius’ Aktivitäten für den Transfer und die Förderung der polnischen Literatur und Kultur in Deutschland vor und nach 1989 unter Berücksichtigung der mit seiner Person verbundenen Institutionen: des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt (einschließlich der Reihen „Biblioteka Polska“ und „Panorama der polnischen Literatur des 20. Jahrhunderts“ sowie der Vergabe des Karl-Dedecius-Preises), des Karl Dedecius Archivs als Ort der Bewahrung und Zugänglichmachung seines Nachlasses sowie der Karl Dedecius Stiftung als Institution, die sein Werk durch Projektarbeit in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Lehre verbreitet.
II. Literarische Übersetzung:
- Übersetzungen und Texte von Karl Dedecius – interdisziplinäre Perspektiven und Reflexionen zur Aktualität seiner Übersetzungen;
- die Aktualität der theoretischen Vorschläge Karl Dedecius’ im Kontext des cultural turn;
- neue interdisziplinäre Forschungsrichtungen zur literarischen Übersetzung unter Einbeziehung der Entwicklungen in Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und Translationswissenschaft, einschließlich soziologischer Aspekte der Übersetzung;
- der Übersetzungsprozess und der Wandel von Übersetzungsstrategien im Zeitalter von KI;
- Zirkulationswege übersetzter Literatur in Polen und in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum – in Bezug auf das literarische Feld.
III. Vermittlung von Wissen über das Wirken Karl Dedecius’ und die deutsch-polnischen Kulturbeziehungen
- moderne Methoden der Popularisierung des Werkes Karl Dedecius’ unter Schüler*innen der Sekundarstufe sowie Studierenden; die Rolle der Lehre, einschließlich der Glottodidaktik, sowie das Potenzial schulischer und universitärer Bildungsprojekte für die Entwicklung interkultureller Kompetenzen und von Wissen über den deutsch-polnischen Dialog.
Wissenschaftlicher Beirat
Prof. Dr. habil. Edward Białek, Universität Wrocław
Prof. Dr. habil. Krzysztof A. Kuczyński, Universität Łódź
Prof. Dr. habil. Anna Małgorzewicz, Universität Wrocław
Prof. Dr. habil. Grażyna Barbara Szewczyk, Universität Warszawa
Prof. Dr. habil. Annette Werberger, Europa-Universität Viadrina
Dr. habil. Joanna Ławnikowska-Koper, Professorin an der Jan-Długosz-Universität in Częstochowa
Dr. habil. Anna Majkiewicz, Professorin an der Jan-Długosz-Universität in Częstochowa
Anmeldung und Einreichung von Tagungsbeiträgen
Frist: 30. April 2026
Zur aktiven Teilnahme an der Konferenz laden wir alle Forschenden ein, die sich mit der vorgeschlagenen Thematik identifizieren. Die Redezeit beträgt 30 Minuten (20 Minuten Vortrag und 10 Minuten Diskussion).
Wir bitten um die Einsendung von Vorschlägen mit Titeln und einem kurzen Abstract (bis zu 10 Sätze) via folgenden Formular.
Publikation der Beiträge
Die Publikation der Beiträge (nach positiver Begutachtung) wird im Jahr 2027 in der Zeitschrift „Transfer. Reception Studies“ (Literaturwissenschaft, ministerielle Punkteliste – 70 Punkte) oder „Studia Translatorica“ (Sprachwissenschaft – 40 Punkte) möglich.
Organisationskomitee
Dr. habil. Joanna Ławnikowska-Koper, Professorin an der Jan-Długosz-Universität in Częstochowa (Institut für Literaturwissenschaft)
Dr. habil. Anna Majkiewicz, Professorin an der Jan-Długosz-Universität in Częstochowa (Institut für Literaturwissenschaft)
Dr. Agnieszka Reszka, Jan-Długosz-Universität in Częstochowa (Institut für Literaturwissenschaft)
Dr. Ilona Czechowska, Karl Dedecius Stiftung, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Dr. Małgorzata Szajbel-Keck, Karl Dedecius Stiftung und Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Prof. Dr. habil. Anna Małgorzewicz, Universität Wrocław (Lehrstuhl für Translatorik und Glottodidaktik)
Dr. Magdalena Bieniasz, Universität Wrocław (Lehrstuhl für Translatorik und Glottodidaktik)
Dr. Ernest Kuczyński, Universität Łódź (Fakultät für Internationale und Politikwissenschaftliche Studien)
Kooperationspartner
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Das Institut für Literaturwissenschaft der Jan-Długosz-Universität in Częstochowa
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die Karl Dedecius Stiftung, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
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der Lehrstuhl für Translatorik und Glottodidaktik am Institut für Germanistik der Universität Wrocław
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der Lehrstuhl für Lateinamerikanische und Vergleichende Studien der Fakultät für Internationale und Politikwissenschaftliche Studien der Universität Łódź