Erinnerungsbilder an Karl Dedecius – Gedenkabend in der Universitätsbibliothek der Viadrina
Am 25. Februar erinnerte die Karl Dedecius Stiftung in der Universitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina mit einem offenen Begegnungsabend an Karl Dedecius. Zehn Jahre nach seinem Tod kamen Wegbegleiter*innen, Studierende und Gäste zusammen, um in Bildern, persönlichen Erinnerungen und Musik an den Übersetzer und Kulturvermittler zu erinnern. Eine Ausstellung und eine Bildergalerie dokumentieren zentrale Stationen seines Wirkens an der Viadrina.
Erinnerungsbilder an Karl Dedecius – Gedenkabend in der Universitätsbibliothek der Viadrina
Am 25. Februar versammelten sich Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Studierende und Gäste in der Universitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina, um an Karl Dedecius zu erinnern. Zehn Jahre nach seinem Tod hatte die Karl Dedecius Stiftung unter dem Titel "Erinnerungsbilder" zu einem offenen Begegnungsabend eingeladen.
Karl Dedecius war eine der prägenden Persönlichkeiten der Viadrina: erster Träger des Viadrina-Preises (1999), Ehrendoktor der Kulturwissenschaftlichen Fakultät (2011), Gründer der Karl Dedecius Stiftung (2013) sowie erster Stifter und Namensgeber des Archivs der Literaturübersetzer*innen in Słubice, das 2001 eröffnet wurde. Am 26. Februar 2016 starb er – auf den Tag genau zehn Jahre vor diesem Gedenken.
Ausstellung als Erinnerungsraum
Der Abend fand in den Räumen der Universitätsbibliothek statt und war bewusst offen und informell gestaltet. Im Zentrum stand eine Ausstellung mit Fotografien, die zentrale Stationen von Karl Dedecius’ Wirken an der Viadrina zeigte. Die Bilder waren auf Staffeleien präsentiert und ermöglichten den Gästen einen unmittelbaren Zugang zu den Erinnerungen.
Ergänzt wurde die Ausstellung durch Dokumente in Vitrinen im Eingangsbereich der Bibliothek. Briefe, Programme und ausgewählte Unterlagen vertieften die visuellen Eindrücke und verwiesen auf die institutionelle Dimension seines Engagements.
Eine digitale Bildpräsentation griff die ausgestellten Fotografien auf und erweiterte sie um weitere Motive. Sie bildete einen kontinuierlichen visuellen Rahmen für den Nachmittag und verband persönliche Erinnerungen mit einer historischen Einordnung.
Persönliche Erinnerungen
Nach der Begrüßung durch den Direktor der Universitätsbibliothek, Dr. Jens Mittelbach, erinnerten mehrere Wegbegleiter*innen an Karl Dedecius.
Dr. Krzysztof Wojciechowski, ehemaliger Direktor des Collegium Polonicum, sprach über seine Begegnungen mit Dedecius und die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt und geistiger Offenheit geprägt war. Seine Erinnerungen zeichneten das Bild eines Vermittlers zwischen Kulturen, der Institutionen miteinander verband und Begegnungen möglich machte.
Dr. Agnieszka Brockmann, Leiterin des Karl Dedecius Archivs, stellte die Grundidee des Archivs vor: einen Ort zu schaffen, an dem die Nachlässe von Literaturübersetzer*innen bewahrt und erforscht werden können.
Dr. Hans-Gerd Happel, erster Vorsitzender des Beirats der Karl Dedecius Stiftung und früherer Direktor der Universitätsbibliothek, sprach über die Gründung der Stiftung sowie über den organisatorischen Kraftakt rund um den Umzug und die Sicherung des Nachlasses. Seine Ausführungen machten deutlich, wie viel persönliches Engagement notwendig war, um Dedecius’ Lebenswerk dauerhaft an der Viadrina zu verankern.
Sehr persönliche Einblicke gab auch Dr. Ilona Czechowska, ehemalige Assistentin von Karl Dedecius. Sie erinnerte an die intensiven Vorbereitungen seiner Reisen an die Viadrina, an seine Disziplin und Präzision – aber auch an Momente leiser Menschlichkeit hinter der öffentlichen Figur.
Musik und symbolische Geste
Für die musikalische Begleitung sorgte Karol Borsuk, der eigens für diesen Anlass ein Präludium mit dem Titel "In Gedanken an Karl Dedecius zu seinem 10. Todestag" komponiert hatte. Die Uraufführung verlieh dem Nachmittag eine besondere Atmosphäre.
Zum Abschluss überreichte Borsuk der Karl Dedecius Stiftung einen Kabous – eine Kopfbedeckung –, mit der Karl Dedecius einst fotografiert worden war. Die Geste verband Erinnerung, Bild und persönliches Andenken.
Ein Abend der Begegnung
Im Anschluss nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Das offene Format erlaubte spontane Wortmeldungen und individuelle Erinnerungen.
So wurde der Abend weniger zu einer formellen Gedenkveranstaltung als zu einer Begegnung, bei der die Erinnerung an Karl Dedecius lebendig blieb – in Gesprächen, Bildern und persönlichen Geschichten. Zehn Jahre nach seinem Tod zeigt sich: Sein Wirken prägt die Europa-Universität Viadrina bis heute.
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