Banner Viadrina

12. Kinder-Universität Viadrina 2016

Aus dem Tagebuch einer alten Eiche

mit Roland Boljahn, Leiter der Waldschule Am Rogge-Busch, beim Landesbetrieb Forst Brandenburg

Die Auftaktvorlesung von Herrn Boljahn war bereits seine vierte Vorlesung seit Bestehen der Kinderuni. Aber nicht nur deshalb wurde er als ein guter Bekannter von den Kindern begrüßt. Fast alle Kinder waren schon mindestens einmal selbst in der Waldschule, um den Wald mit allen Sinnen zu entdecken, erfahren und begreifen. Das ist ja ein „Waldläufertreffen“, stellte Herr Boljahn gleich zum Beginn fest.

In der Vorlesung erfuhren alle, wie wichtig der Wald für die Menschen ist, vor allem für das Klima. 100 Jahre wächst der Regenwald und noch einmal 200 Jahre dauert es, bis das gesamte Ökosystem,  das zum Wald gehört, entwickelt ist. Dann kamen Specht, Meise, Star und Kleiber, gespielt von Kindern, zur Eiche. Sie zeigten in ihrem kleinen Theaterspiel, dass alle in irgendeiner Weise voneinander abhängig sind und nicht immer ist der Stärkste der Gewinner.

Und dass trifft nicht nur für die mehr als 70 Vogelarten zu, sondern auch für die Pflanzen. Auch Pilze und Bäume sind aufeinander angewiesen und gehen eine sogenannte Symbiose zum gegenseitigen Vorteil miteinander ein. Pilze entziehen Bäumen Kohlenhydrate und liefern im Gegenzug Mineralstoffe und Wasser aus dem Boden. Auch die  Entwicklung eines Maikäfers ist an die Eiche gebunden und es dauert vier Jahre. Dabei können Engerlinge, das erste Entwicklungsstadium eines Käfers, sehr gefährlich für den Baum werden. Dagegen schützt er sich mit Gerbsäure und der Engerling wiederum schützt sich mit Enzymen und kommt erst im Mai aus der Erde, wenn die Eiche nicht mehr geschützt ist. Diese Kreisläufe werden gesteuert durch die Jahreszeiten, welche Motor für alles Wachsen sind.

Ein spannender „Gefährte“ der Eiche ist auch die Eichengallwespe. Sie ist verantwortlich für die Galläpfel, die man an Eichenblättern finden kann. Aus diesen Galläpfeln kann man auch Eichengallustinte herstellen. Sie ist dokumentenecht und man kann die Schrift noch nach hunderten von Jahren lesen. Natürlich verriet Herr Boljahn, wie man sich diese Tinte selbst herstellen kann- dazu braucht man nur die Galläpfel kurz aufkochen, eine Schraube in Essig legen und danach beides zusammengießen. Am besten, einfach mal ausprobieren, ob das funktioniert! Aber Vorsicht mit einem guten Füller, besser eine einzelne  Feder verwenden, sie kann man besser reinigen

Das Menü: „Speiseplan für alte Eichen: Eierkuchen(-Erde) mit Zucker und Licht. Als Getränk den Regen.“

© Fotos: Heide Fest, Pressestelle
Kinderuni-2015_02_18_MG_3332 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3362 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3363 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3371 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3381 ©Heide Fest / Pressestelle
Kinderuni-2015_02_18_MG_3383 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3385 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3389 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3400 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3425 ©Heide Fest / Pressestelle
Kinderuni-2015_02_18_MG_3436 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3437 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3465 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3484 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3492 ©Heide Fest / Pressestelle
Kinderuni-2015_02_18_MG_3500 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3510 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3515 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3524 ©Heide Fest / Pressestelle Kinderuni-2015_02_18_MG_3544 ©Heide Fest / Pressestelle