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12. Kinder-Universität Viadrina 2016

„Wie schützt sich ein moderner Feuerwehrmann bei Bränden? – das Projekt Feuerwhere"

Heute waren ja einige Fachleute unter euch Jungstudenten – nämlich etliche Nachwuchsfeuerwehrleute. Da gab es nach der Vorlesung sicher besonders viel auszuwerten.

Prof. Langendörfer hatte ein anspruchsvolles technisches Thema ausgewählt und daran gut vermittelt, wie lange Wissenschaftler manchmal benötigen, bis sie zu einer Lösung kommen. Denn an dem Projekt „Feuerwhere“ („Feuer wo“) arbeiten Wissenschaftler des IHP schon einige Jahre. Der Hintergrund ist ein trauriger, denn noch immer sterben Feuerwehrleute bei Einsätzen. Im Jahr 2006 überlebten in Deutschland 20 Feuerwehrmänner ihren Einsatz nicht. Und bei dem großen Terrorangriff 2001 in New York starben in den beiden Towern viele der insgesamt 374 getöteten Feuerwehrmänner, weil es keine Verständigung zu ihnen gab.

Wie also schafft man es, einerseits diese Kommunikation zu verbessern (was nicht Thema der Vorlesung war) und andererseits, ständig zu überprüfen, ob es den Feuerwehrleuten noch gut geht? Denn sie müssen sich zum Beispiel durch Rauch kämpfen und durch Hitze, wenn sie Brände löschen. Dabei erhitzt sich auch ihre Schutzkleidung, besonders stark dann, wenn der Feuerwehranzug durch Löschwasser auch noch nass wird.

Bei der Überwachung helfen Sensorknoten (Fühler), die in die Einsatzkleidung eingebaut werden und zum Beispiel die Körpertemperatur, Puls und Sauerstoffsättigung (also Atemluft) messen. Sensorknoten können so klein wie ein Cent-Stück sein oder so groß wie der Boden einer Tasse. Immer aber sind sie unter anderem mit einem Mikrocontroller, Prozessor, Speicher und einer Batterie ausgerüstet. Die Sensorknoten können die Messwerte bewerten, speichern und weisen anhand eines grün-gelb-roten Modells an, was der Feuerwehrmann zu tun hat.

Wie so etwas funktioniert, konnten einige von euch ausprobieren. Dazu hat die Doktorandin Anna ein sogenanntes Puls-Oxymeter an der Hand von Jungen und Mädchen befestigt. Auf einen Bildschirm wurden daraufhin die Messwerte angezeigt.

Dass diese Sensorknoten auch enorme Hitze aushalten, haben ebenfalls einige von euch anschauen können. Denn Anna hat ein solches Gerät herumgereicht. Das roch total verrußt, weil es während einer Übung in einem sogenannten Brandhaus auf dem Flugplatz Schönefeld zum Einsatz gekommen war. Aber es funktioniert noch immer!

Übrigens, wer Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau werden möchte, muss sportlich fit sein. Denn die Schutzkleidung wiegt rund sieben Kilogramm, dazu kommt die Pressluftflasche mit 15 bis 20 Kilogramm und noch weitere Ausrüstungsgegenstände.

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PS. In der Vorlesung konnten einige Fragen nicht sofort beantwortet werden. Wir holen dies hier nach:

  1. Warum sind Feuerwehrautos rot?

    Rot steht für Feuer und ist auffällig.

  2. Warum sind Schutzanzüge dunkel?

    Das Schutzmaterial gab es nur in dieser Farbe. Neue Materialien sind heller, damit man giftigen Dreck auf dem Anzug schneller erkennen und entfernen kann.

 

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Fotograf: K. Bechly und D. Horn (1.)