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Universitas Francofurtensis (1506 bis 1811)

Die Geschichte der 1. brandenburgischen Landesuniversität

Frankfurt (Oder) war 300 Jahre lang, von 1506 bis 1811, die Stadt der ersten brandenburgischen Landesuniversität. Unter Kurfürst Joachim I. waren die treibenden Kräfte der Universitätsgründung der kurfürstliche Rat Eitelwolf vom Stein und der Lebuser Bischof Dietrich von Bülow. Die Universitas Francofurtensis galt als bedeutende Bildungsstätte für den brandenburgisch-preußischen Beamtenstaat, fanden sich doch die Namen vieler Professoren und Absolventen in den höchsten Ämtern Preußens wieder. Juristen waren als Diplomaten in Staatsgeschäften tätig, Theologen der Viadrina gehörten zu den obersten Kirchenherren der Mark Brandenburg und Frankfurter Medizinprofessoren waren Leibärzte des Kurfürsten.

Die Liste der herausragenden Leistungen der Universitas Francofurtensis, an der bis 1811 über 55 000 junge Leute studierten, ist lang. An vier Fakultäten, der juristischen, theologischen, medizinischen und philosophischen, wurde gelehrt. Auch Rhetorik, Geschichte, Astronomie, Mathematik und die Musik als deren Teilgebiete gelangten hier zu hoher Blüte. In 25 Disziplinen trug die Oder-Universität zum Fortschritt der Wissenschaften bei.

Forschung zur Ausrichtung der alten Oder-Universität machte als Grundzug den Charakter einer ost-westlichen Begegnungsstätte deutlich. Frankfurt (Oder) war für junge Leute aus dem märkischen, pommerschen, Lausitzer, schlesischen und großpolnischen Umland und aus dem entfernteren Osten, aufgrund seiner geographischen Lage im ostelbischen Europa, eine erste Station, an der sie ihre Studien begannen und dann weiterreisten.

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