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Zur Lage von Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Studierende mit studienbeeinträchtigenden, gesundheitlichen Erkrankungen unterbrechen häufiger und länger ihr Studium und wechseln öfter den Studiengang bzw. die Hochschule als Studierende ohne Beeinträchtigung. Es besteht ein deutlich erhöhter Beratungs- und Unterstützungsbedarf.

Die grundlegende Änderung des deutschen Hochschulsystems im Zuge des Bologna-Prozesses bietet gesunheitlich beeinträchtigten Studierenden einerseits Chancen auf größere Teilhabe am universitären Leben, andererseits aber auch Risiken der Benachteiligung.

An den Hochschulstandorten finden sich nach wie vor vielfältige Barrieren, die  u. a. die Zugänglichkeit von Gebäuden, die Wohnmöglichkeiten, die Didaktik, die Hilfsmittelversorgung, die Mobilität oder den Zugang zu Informationen betreffen.

Neue Barrieren entstehen durch die restriktiveren zeitlichen und formalen Vorgaben der gestuften Studiengänge und durch neue Zulassungsverfahren für Bachelor- und Masterstudiengänge.

Probleme bereitet die Finanzierung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs, einschließlich der Finanzierung von Praktika. Die Zuständigkeit unterschiedlicher Kostenträger für diese Gruppe erschwert die Organisation der Studienfinanzierung und damit den Studieneinstieg zusätzlich.

Zudem sind die Hochschulakteure nicht ausreichend für die Belange dieser Studierenden sensibilisiert.

Quelle: Bündnis barrierefreies Studium. 2010. Auf dem Weg zu einer "Hochschule für Alle" - Bausteine für die Herstellung chancengleicher Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Hochschulbildung. Ein Diskussionsbeitrag.


Die Universitäten – auch die Viadrina – erkennen zunehmend, dass sie nicht mehr vom Leitbild der “Normalstudierenden” ausgehen können, sondern alle Studierenden als Individuen mit besonderen Fähigkeiten und Stärken, aber auch eigenen Bedürfnissen akzeptieren müssen. Dazu gehört, dass stärker als bisher Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ein inklusives Hochschulsystem zu schaffen und die Chancengleichheit für bestimmte Gruppen sicherzustellen. Dabei stehen insbesondere Gender, Migrationshintergrund bzw. kultureller Hintergrund, Gesundheitszustand bzw. Behinderung, Alter, sexuelle Identität und sozialer Status (hier insbesondere die Herkunft aus einer NichtakademikerInnen-Familie) im Fokus.

Bezogen auf gesundheitlich beeinträchtigte Menschen bedeutet dies, dass sie als Studierende, WissenschaftlerInnen und nicht-wissenschaftliche MitarbeiterInnen selbstverständlich zur Universität gehören. Die Universität als Ganzes, aber auch jeder einzelne Studiengang, jede Lehrveranstaltung und jede Prüfung sollten so gestaltet sein, dass möglichst viele Menschen daran teilhaben können, ohne dass Sondermaßnahmen erforderlich werden.

Da aber nie alle Bedarfe vorhergesehen werden können, werden die beeinträchtigenden Nachteile durch individuelle Vorkehrungen so weit wie möglich ausgeglichen - auch an der Europa-Universität Viadrina. Die Universität strebt nach einer gleichberechtigten Teilhabe all ihrer Mitglieder am universitären Leben und bekennt sich zur Aufgabe, einen kritischen Blick auf die Barrieren im Zugang zum und im Studium zu werfen und sie zu beseitigen.


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